Thailand-Info
Alle Informationen stammen von der ehemaligen Site Thailand-Info.
ALLGEMEINES
Thailand ist ein Staat in Südostasien, welches im Nordwesten und
Westen an Burma (dem heutigen Myanmar), im Süden an die Andamanensee,
Malaysia und den Golf von Thailand, im Südosten an Kambodscha, im
Osten und Nordosten an Laos grenzt.
Die Ausdehnung vom Norden bis zum Süden beträgt etwa 1600
km; vom Westen bis zum Osten, an der breitesten Stelle, um 800 km.
Die Thais selber nennen ihr Land Müang Thai oder Phratet Thai.
"Thai" bedeutet in der Landessprache "frei", eine Huldigung an die stolze
Tatsache, dass das Land, im Gegensatz zu allen seinen Nachbarn, niemals
kolonialisiert worden war. Bis 1939 hiess es Siam. Siam stammte vom Sanskrit-Wort
"shyama" ab, was dunkel bedeutet. So waren die Bewohner Thailands einst
von ihren Nachbarn genannt worden. Die Umbenennung in Thailand drückte
den Wunsch nach einem moderneren Namen aus.
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Fläche: |
513'115 km2 |
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Einwohner: |
58 Mio. |
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Hauptstadt: |
Bangkok |
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Geburtenrate: |
1.4% pro Jahr |
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Verwaltungsgliederung: |
77 Provinzen (1999) |
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Amtssprache: |
Thai |
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Nationalfeiertag: |
5. Dezember |
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Währung: |
1 Baht = 100 Satang |
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Zeitzone: |
MEZ + 6 Std. |
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Klima: |
Vorwiegend tropisch |
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Höchster Berg: |
Doi Inthanon (2576 m.ü.M.) |
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Küstenlinie: |
2575 km |
Landesnatur:
Der Kernraum von Thailand ist das 140 km lange und an der Küste
bis 100 km breite Menam Chao Phraya-Tiefland. Dieses wird von Nord-Süd-verlaufenden
Gebirgsketten, welche auf der Halbinsel Malakka ihre Fortsetzung finden,
umrahmt. Den Osten des Landes nimmt das Koratplateau ein. Mit Ausnahme
des Südens wird Thailand vom tropischen Monsunklima geprägt.
Zwischen Juni und Oktober kommen die Monsunwinde aus dem Südwesten
vom Meer her und bringen oft wolkenbruchartige Regenfälle. Dann ist
es bereits morgens sehr schwül und die Temperaturen liegen im Schnitt
um 32° Celsius. In Bangkok und in Küstennähe erreicht die
Luftfeuchtigkeit bis zu 95%, ein für viele Europäer kaum erträgliches
Mass.
Von November bis Ende Februar, im sogenannten Winter, ist es trocken
und kühler. Die Durchschnittstemperaturen liegen tagsüber zwischen
22 und 30° Celsius. Im gebirgigen Norden können die Temperaturen
nachts bis auf 8° Celsius sinken.
Während der heissen Zeit von März bis Ende Mai liegen die
Temperaturen zwischen 35 und 40° Celsius, jedoch ist es dann vorwiegend
trocken.
Im Nordosten des Landes, auch Isaan genannt, gibt es gelegentlich Dürren.
Anderseits wird der Isaan manchmal von sintflutartigen Regenfällen
mit verheerenden Überschwemmungen heimgesucht. Diese eher trockene,
vegetationsarme Region wird oft als das Armenhaus Thailands genannt, wo
viele Menschen in Armut leben.
Auf der langgestreckten malaiischen Halbinsel im Süden ist es
bei geringfügigen Temperaturschwankungen beständig feuchtwarm.
Die Sonne scheint fast immer und Regenfälle kommen unregelmässig
das ganze Jahr über vor.
Zur Zeit sind etwa 18% der Landfläche bewaldet. Ausgedehnte Wälder
kommen noch im Westen an der Grenze zu Myanmar und im Norden vor.
Bevölkerung:
Staatstragendes Volk sind die Thais mit rund 99% der Gesamtbevölkerung.
Ferner gibt es Chinesen, Malaien, Inder und Burmesen. Im Norden des Landes
wohnen in abgelegenen Berggebieten die Stämme der Maeo, Yao, Karen,
Lisu, Lawa, Lahu und Akha; jeder Stamm hat eine eigene Kultur, Sprache,
Religion und Lebensweise. Etwa 95% der Thais sind Buddhisten, 3-4% sind
Muslime, welche vorwiegend in den vier südlichsten Provinzen leben,
der Rest sind Christen, Hindus und andere. Viele früher eingewanderte
Chinesen sind mittlerweile im Besitz des thailändischen Passes.
Wirtschaft, Verkehr:
Thailand ist einer der führenden Reisexporteure Asiens. Weitere
wichtige Produkte sind Mais, Maniok, Kautschuk, Jute, Zuckerrohr, Kokosnüsse,
Sago und Sojabohnen. Ebenfalls bedeutend ist die Seidenraupenzucht. Ausserdem
hat Thailand auch Wolframproduktion und Zinnerzabbau. Die Industrie ist
traditionell auf die Verarbeitung landwirtschaftliche Erzeugnisse ausgerichtet.
Daneben gibt es wenige Erdölraffinerien sowie Betriebe der Eisen-,
Stahl-, petrochemischen, Reifen- und Textilindustrie. Ebenso bedeutend
ist der Fremdenverkehr, vor allem an den Küstenregionen (Phuket, Pattaya,
Koh Samui, Hua Hin) und im Norden Thailands (Chiang Mai, Goldenes Dreieck).
Die Länge des Eisenbahnnetzes beträgt 3924 km, die des Strassennetzes
etwa 156'800 km. Bedeutendster Überseehafen ist Bangkok. Internationale
Flughäfen gibt es in Bangkok, Chiang Mai, Hat Yai und Phuket.
Datum:
Die Zeitzählung begann im Jahre 543 v. Chr., dem Geburtsjahr Buddhas.
Aus diesem Grunde sind die Jahreszahlen in Thailand um 543 höher als
in Europa, beispielsweise das Jahr 2006 entspricht in Thailand 2549. Hingegen
die Tage und Monate sind dort dieselben wie in Europa. Das offizielle Neujahr
beginnt ebenfalls am 1. Januar.
GESCHICHTE & POLITIK
Geschichte:
Vom Reich Sukhothai bis zur Reformzeit König Ramas V. (13.-19.
Jh.):
Nachdem die Thaivölker von Yünnan kommend sich im Norden
des Khmerreiches niedergelassen hatten, gründeten sie das Reich Sukhothai
(1238), das unter anderem durch den Mongolensturm von 1258 weit nach Süden
bis auf die Halbinsel Malakka expandierte, welches im 14. Jh. durch das
um Kambodscha erweiterte Reich von Ayutthaya ersetzt wurde. Seit 1686 errichteten
zeitweise die Franzosen Handelsniederlassungen. Französische Priester
missionierten im Lande und französische Truppen wurden in der Hauptstadt
stationiert. 1767 zerstörten die Burmesen Ayutthaya, sie wurden jedoch
von Paya Tak
(1767-82), einem General chinesischer Abstammung, vertrieben. Sein
Nachfolger, General Paya Chakkri, bestieg als Rama I. (1782-1809) den Thron
und verlegte seine Residenz nach Bangkok. Aufgrund einer bedachten Aussen-
und Handelspolitik mit den europäischen Grossmächten und den
USA konnte Thailand als einziges Land Südostasiens dem euroäischen
Kolonialismus widerstehen und seine staatliche Unabhängigkeit wahren,
wenn es auch auf französischem und britischem Druck weite Gebiete
abtreten musste. Unter König Rama V. (Chulalongkorn, 1868-1910) erfolgten
Reformen in allen Bereichen des staatlichen und öffentlichen Lebens,
unter anderem die Abschaffung der Sklaverei.
Entwicklung im 20. Jahrhundert:
Bis 1932 war Thailand eine konstitutionelle Monarchie. Zwischen 1938-1944
führte der Marschall Pibul Songgram eine Militärdiktatur. Während
des 2. Weltkrieges war Thailand auf japanischer Seite. In der Nachkriegszeit
geschahen zahlreiche, meist unblutige Putsche und Parlamentsauflösungen.
1946 wurde der König Rama VIII ermordet. Pibul Songgram wurde
erneut Ministerpräsident. 1957 gab es einen von Sarit Thanarat angeführten
Staatsstreich, mit Ausserkraftsetzung der Verfassung. 1963-73 war Thailand
wieder eine Militärdiktatur unter General Thanom Kittikachorn (1968-71
von einer Periode mit demokratischer Verfassung unterbrochen), der eine
prowestliche antikommunistische Aussenpolitik mit enger Bindung an die
USA verfolgte. Im Oktober 1976 beendete ein neuer Militärputsch den
Versuch einer demokratischen Regierung. Die von der Militärjunta eingesetzte
Zivilregierung wurde bereits 1977 erneut gestürzt. Unter dem neuen
Machthaber General Kriangsak Chamanand wurde die Armee entpolitisiert und
1978 wurde eine neue Verfassung in Kraft gesetzt. Unter seinem Nachfolger,
Prem Tinsulanonda, erlebte Thailand seit 1980 trotz verschiedener Putschversuche
eine Phase relativer innenpolitischer Stabilität. Nach den Wahlen
1988 wurde Chatichai Choonhavan Ministerpräsident. Er wurde in einem
Militärputsch 1991 gestürzt. Die Militärregierung stellte
Neuwahlen und eine neue Verfassung in Aussicht; im März 1991 wurde
Anand Panyarachun als Ministerpräsident eingesetzt. Nach Parlamentswahlen
im März 1992 wurde auf Druck des Militärs im April General
Suchinda Kraprayoon Ministerpräsident. Nach vom Militär blutig
niedergeschlagenen Unruhen im Mai musste er jedoch zurücktreten. König
Bhumipol ernannte daraufhin im Juni 1992 erneut Anand Panyarachun zum Ministerpräsidenten.
Im September fanden Parlamentswahlen statt, welche die Opposition deutlich
gewann. Ministerpräsident wurde Chuan Leekpai; er hob 1992 das seit
1976 geltende Notstandsgesetz auf und leitete wiederum eine Demokratisierung
des Landes (Reform der Verfassung) ein.
Politisches System:
Konstitutionelle Monarchie; Übergangsverfassung von 1991 (1992
und 1995 geändert). Staatsoberhaupt ist der König; er ist auch
religiöses Oberhaupt. Die Exekutive liegt bei der Regierung unter
Führung des Ministerpräsidenten. Die Legislative nimmt das Zweikammerparlament
(Repräsentantenhaus, 360 von Volk auf 4 Jahre gewählte Mitglieder;
Senat, 270 vom Militär ernannte Mitglieder) wahr. Der Senat ist seit
1992 vom Gesetzgebungsverfahren ausgeschlossen. Die bis 1992 festgeschriebenen
Vollmachten der Streitkräfte wurden weitgehend beschnitten. Das Parteiensystem
besteht aus 2 Blöcken, zum einen den jeglichen Zusammenarbeit mit
den Militärs ablehnenden Parteien wie beispielsweise Democratic Party,
DP; New Aspiration Party, NAP; Palang Dharma; Social Action Party, SAP,
zum anderen den mit den Streitkräften sympathisierenden Gruppen wie
Chart Thai und Chart Patana.
THAIFONTS
Schrift:
Geschrieben wird Thai mit einer Buchstabenschrift, welche jedoch nichts
mit der Lateinischen gemein hat. Das Thai-Alphabet umfasst 44 Konsonanten,
21 Vokale, 10 Doppel- und Dreifachlaute, 4 Tonzeichen und 4 weitere Hilfszeichen.
Eine Schwierigkeit für den Thai-Lernenden liegt darin, dass gewisse
Vokale nach dem Konsonaten geschrieben werden, andere davor, wieder andere
darüber oder darunter. Es gibt keine Gross- und Kleinschreibung.
Wollten Sie auch schon auf Ihrem PC in thailändischer Schrift
schreiben, scheiterten aber, da die entsprechenden Programme nicht richtig
funktionierten oder Sie hatten sogar einen Absturz ohne ersichtlichen Grund;
so kann ich Ihnen folgende Lösung anbieten:
Ich habe zusammen mit Schülern als Projektarbeit einen Satz
an Thaischriften (TTF-Fonts) kreiert, welche man im deutschen Windows installieren
und ohne Bedenken in den gängigen Programmen wie Winword oder Excel
verwenden kann. Zusatzprogramme oder andere komplizierte Handgriffe sind
dabei nicht nötig. Einfacherheitshalber sollte man eine Thai-Tastatur
kaufen, damit man ungehindert schreiben kann. Andernfalls kann man auch
die bestehende Tastatur mit den Thaizeichen versehen (Klebeetiketten oder
mit Filzstift beschriften).
Zu einem Selbstkostenpreis von nur Fr. 15.-
(resp. 12 Euro) exkl. Porto kann ich Ihnen
eine Diskette mit 21 verschiedenen Thai-Schriftarten inkl. Installationsanleitung
und einem Ausdruck der Tastaturbelegung anbieten. Bitte geben Sie bei der
Bestellung Ihre Postadresse an, damit ich die Diskette umgehend zu Ihnen
verschicken kann.
Wie kann ich im Internet Thai lesen?
Es gibt einige Websites, welche in Thai geschrieben sind. Allerdings werden diese Thaizeichen oft nicht korrekt dargestellt und man erhält irgendwelche Hieroglyphen auf dem Bildschirm.
Hier ist das Vorgehen, wie man die Thaizeichen korrekt anzeigen kann:
Hierfür benötigt man allerdings den Internet-Browser Microsoft
Explorer Version 5.5.
1. Installation der Thai-Schriftart:
- Browser laden
- In der Menüleiste "Ansicht" wählen
- "Codierung" wählen
- "Mehr" wählen
- "Thai" anklicken. Das System verlangt jetzt die CD, welche Microsoft
Explorer enthält, damit die Schriftart installiert wird.
2. Anzeigen der Thai-Websites:
- Browser laden
- Eine in Thai geschriebene Website laden
- In der Menüleiste "Ansicht" wählen
- "Codierung" wählen
- "Thai" anklicken. Nun sind alle Zeichen in Thai darstellbar.
Die Sprache:
Thai wird in ganz Thailand gesprochen, in gewissen Regionen mit zum
Teil starken dialektalen Abweichungen. Die offizielle Hochsprache oder
Schriftsprache ist jedoch überall im öffentlichen Leben gebräuchlich
und wird an allen Schulen einheitlich unterrichtet.
Das Thai ähnelt teilweise dem Chinesischen, mit dem es gemeinsam
mit Tibetisch, Burmesisch, Vietnamesich, Laotisch und Khmer in eine Sprachfamilie
gehört. Eng verwandt ist Thai mit dem Laotischen. Die Laoten sind
für die Thais in gewisser Weise wie Brüder oder Schwestern, sie
können sich gegenseitig gut verstehen.
Im Verlauf der buddhistischen Missionierung Südostasiens gelangte
viel altindisches Wortgut aus dem Sanskrit und Pali ins Thai und ist bis
heute in Gebrauch. Diese sanskrit- und pali-stämmigen Wörter
sind besonders häufig im kulturellen Wortschatz wie Bildung, Literatur,
Wissenschaft, Religion, Gesetz, Politik, Vor- und Familiennamen zu finden;
man erkennt sie an der Länge und an der komplizierten Schreibweise.
Die echten Thai-Wörter dagegen sind meist ein- oder zweisilbig und
gehören zum Wortschatz des Alltagslebens. Dazu kommt heute der immer
stärker werdende Einfluss des Englischen, der das Vokabular spürbar
erweitert.
Doppelkonsonanten werden von den Bewohnern Bangkoks nicht gesprochen
und das "r" wird dort grundsätzlich zum "l".
Im Gegensatz dazu ist die Grammatik des Thai für den Europäer ausgesprochen einfach. Das Wort wird grundsätzlich nicht verändert. Es gibt also keine Pluralform, keine Deklination, keine Konjugation und damit keine Gegenwart-, Zukunft- und Vergangenheitsformen beim Verb. Artikel vor Substantiven sind ebenfalls unbekannt. Auch die Satzbaupläne sind auf der Grundstufe ganz klar und überschaubar. Dies darf jedoch niemals zu der völlig falschen Annahme verleiten, dass das Thai deswegen eine primitive Sprache ist. Ganz im Gegenteil, Thai ist eine Sprache mit einer sehr hohen Kultur. Wer lange genug lernt, wird bald davon beeindruckt sein. Der Reichtum an Wörtern, Satzformen und festen Bedeutungsnuancen ist überwältigend.
Eine genauere Betrachtung erfordert das Lautsystem. Aus zwei Gründen:
Erstens kommen viele Laute des Thai im deutschen Lautsystem gar nicht vor
und zweitens gibt es im Thai 5 bedeutungsdifferenzierende Silbentöne.
Dies ist etwas völlig Neues für Deutschsprachige. Spricht man
ein Wort mit falschem Ton aus, ändert sich die Bedeutung und man wird
miss- oder gar nicht verstanden. Diese Töne sind mittel, tief, fallend,
hoch und steigend.
Beispielsweise heisst das Wort "mah" Hund, kann aber je nach Aussprache
auch "Pferd" oder "kommen" bedeuten. Noch schwieriger ist es mit dem Wort
"may". Es kann sowohl, je nach Aussprache, "neu", "nicht", "Seide", "brennen"
bedeuten als auch ein Fragepartikel darstellen.
Auch bei den Konsonanten gibt es teilweise feine Nuancen, die wir mit
unserem lateinischen Alphabet kaum umschreiben können. Deshalb ist
es beim Erlernen dieser Sprache sehr wichtig, genau zuzuhören und
richtig nachzusprechen.
Einige nützliche Ausdrücke (in lateinischer Schrift geschrieben):
|
Guten Tag (von Mann) |
sawatdii khap |
Gut schmecken |
aroy |
|
Guten Tag (von Frau) |
sawtdii kha |
Zimmer |
hong |
|
Wasser |
naam |
schlafen |
noon |
|
schnell |
reo |
langsam |
tscha |
|
Das Essen |
aahaan |
essen |
gin |
|
trinken |
düüm |
Taxi |
rot thäksii |
|
Mensch, Person |
khon |
Kopf |
hua |
|
Eisenbahn |
rot fay |
Flugzeug |
khrüang bin |
|
Reis |
khaao |
Suppe |
tom yam |
|
Das macht nichts. Schon gut, bitte sehr |
mai pen rai |
|
Kannst Du Thai sprechen? Können Sie Thai sprechen? |
khun phuut thay daay may |
|
Was kostet das? |
rakhaa thaoray |
|
Ich möchte Ananas essen. |
tschan yaak gin sapparot |
|
Wie spät ist es? |
kii mong lääo |
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Magst Du Thailand? Mögen Sie Thailand? |
khun tschoob müang thay may |
|
Was suchst Du? Was suchen Sie? |
khun haa aray |
|
Wohin gehst Du? Wohin gehen Sie? |
khun dscha pai nai |
|
Darf ich gerade etwas fragen? |
khoo thaam aray noy |
|
Danke |
khoop khun khap (Mann), khoop khun kha (Frau) |
|
Wie geht es Dir? Wie geht es Ihnen? |
khun sabai-dii rüü |
|
Ich verabschiede mich. |
phom laa khun (Mann), tschan laa khnu (Frau) |
|
Wie heisst Du? Wie heissen Sie? |
khun tschüü arai |
|
Bist Du Schweizer? Sind Sie Schweizer? |
khun pen khon sawid tschay may |
Die Personalpronomen Du und Sie bestehen wie im Englischen nur aus
einer Bezeichnung, nämlich "khun".
Khap (für männliche Sprecher) und kha (für weibliche
Sprecher) sind Höflichkeitspartikel, mit denen Sätze sehr häufig
abgeschlossen werden. Diese Formen können auch für "ja" verwendet
werden.
Zahlen und Wochentage:
|
0 |
suun |
11 |
sip-et |
20'000 |
soong müün |
|
1 |
nüng |
12 |
sip-soong |
100'000 |
sään (nüng sään) |
|
2 |
soong |
13 |
sip-saam |
500'000 |
haa sään |
|
3 |
saam |
20 |
yii sip |
1'000'000 |
laan |
|
4 |
sii |
21 |
yii sip-et (nicht soong-sip) |
Montag |
wan dschan |
|
5 |
haa |
30 |
saam sip |
Dienstag |
wan angkhaan |
|
6 |
hok |
100 |
rooy (nüng rooy) |
Mittwoch |
wan phut |
|
7 |
dschedt |
200 |
soong rooy |
Donnerstag |
wan pharühat |
|
8 |
päädt |
1000 |
phaan (nüng phaan) |
Freitag |
wan suk |
|
9 |
gau |
4000 |
sii phaan |
Samstag |
wan sau |
|
10 |
sip |
10'000 |
müün (nüng müün) |
Sonntag |
wan athit |
|
Thai ist zwar keine leichte, aber durchaus eine lernbare Sprache. |
FEIERTAGE & FESTE
Neujahr:
Wird wie bei uns in Europa gefeiert, in Chiang Mai mit einem Corso.
Makha Bucha:
Ist ein nationaler Feiertag und gleichzeitig der erste wichtige im
buddhistischen Jahr. Er fällt auf den Vollmondtag der dritten Mondperiode,
üblicherweise Anfang Februar.
Blumen Festival:
Wird im Februar in Chiang Mai gefeiert.
Chakri-Tag:
Dieser findet zu Ehren des Begründers der Chakri-Dynastie am 6.
April statt. Der gegenwärtige König, Bhumibol Adulyadej, ist
der neunte Monarch dieser Dynastie.
Songkran:
Das buddhistische Neujahresfest wird vom 13. - 15. April besonders
intensiv in Chiang Mai gefeiert. Dazu gehört nach alter Sitte das
gegenseitige Besprühen mit Wasser, das dort in regelrechte Wasserschlachten
ausartet.
Zeremonie des ersten Pflügens:
Wird Ende April/Anfang Mai in Bangkok mit der symbolischen Aussaat
von Reiskörnern durch den König zelebriert.
Wisaka Bucha:
Ist der höchste buddhistische Feiertag überhaupt, welcher
Buddhas Geburt, Erleuchtung und Tod gewidmet ist. Entsprechend dem Mondkalender
mit wechselndem Datum Ende Mai.
Skyrocket- Festival:
Findet in den Dörfern des Nordens vor Beginn der Regenzeit im
Mai statt.
Ashana Bucha-Tag:
Dieser findet Ende Juli statt. Die Gläubigen gedenken bei einer
Kerzenprozession an die erste Predigt Buddhas.
Khao Pansa:
Ist der Beginn der dreimonatigen Fastenzeit der buddhistischen Mönche,
dies ist meist Ende Juli.
Geburtstag der Königin Sirikit:
Am 12. August, dem Geburtstag der Königin Sirikit, überschlägt
sich die Nation mit Glückwünschen.
Ork Pansa:
An diesem Tag Ende Oktober endet die Fastenzeit der Mönche. Die
Regenzeit gilt als beendet.
Chulangkorn-Tag:
Am 23. Oktober wird der Todestag des Königs Rama V., der Vater
der Thaigeschichte, geehrt.
Loi Krathong:
Ist im November und ist eines der schönsten thailändischen
Feste überhaupt. Man setzt brennende Kerzen auf Blätter oder
kleine Schiffchen und lässt sie zu tausenden auf allen Gewässern
schwimmen. Sehr eindrucksvoll ist dies auf den Seen in der Ruinenanlage
von Sukothai.
Elefanten-Round Up:
Am dritten Wochenende im November ist Surin Schauplatz des Elefanten-Round
Ups, eine der grössten touristischen Attraktionen des Isaans. Surin
ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ort im Val Lumnezia des
Kantons Graubünden.
Geburtstag des Königs:
Dieser findet am 5. Dezember statt und wird landesweit gefeiert. An
einigen Orten werden die Armen kostenlos verköstigt.
Weihnachten:
In den touristischen Zentren wird am 25. Dezember Weihnachten gefeiert.
BUDDHISMUS
Kloster (Wat):
95% der thailändischen Bevölkerung bekennen sich zum Buddhismus.
Er ist Staatsreligion und hat das Land und seine Menschen zutiefst in allen
Bereichen geprägt. Etwa 25'000 Tempel zeugen von der Allgegenwart
dieser Religion.
Traditionell gehört zu einem Tempel ein Klosterbezirk (Wat) mit
Bibliotheken, Lehrsälen und Unterkünften für die Mönche.
Die verschiedenen Bauwerke eines Tempelkomplexes sind:
- Chedi:
Kultisches Zentrum eines Wats und deshalb das höchste Bauwerk,
in welchem Reliquien aufbewahrt werden. Die Form reicht von der kreisförmigen
Glocke bis zum Turm mit quadratischer Basis. Je nach Kulturkreis wird dies
auch Stupa oder Pagode genannt.
- Viharn:
Ist eine rechteckige Halle, in der sich die Mönche und Gläubige
zur Andacht versammeln.
- Bot:
Dient den Feierlichkeiten wie der Mönchsweihe. Der Bot ist dem
Viharn ähnlich, jedoch kleiner. Man erkennt ihn an den Begrenzungssteinen,
die den geweihten Platz markieren.
- Mondhop:
Ist eine architektonische Verschmelzung von Chedi und Viharn zu einem
Bauwerk.
- Prang:
Zierturm in Form von Chedis und Stupas. Der bekannteste ist jener des
Wat Arun in Bangkok.
Buddha:
Der Buddhismus beruht auf der Lehre von Siddharta Gautama, einem Fürstensohn,
der um das Jahr 543 vor Christus in Lumphini, im heutigen Tiefland Nepals,
das Licht der Welt erblickte. Der Ehrentitel "Buddha" (= der Erleuchtete),
unter dem er später in ganz Asien und darüber hinaus bekannt
werden sollte, wurde ihm erst am Ende seiner religiösen Suche von
seinen Anhängern verliehen.
Siddharta Gautama lebte in seiner Jugend ein ausschweifendes Leben,
so wie es für die meisten Fürstenfamilien typisch war. Schon
früh kamen ihm Zweifel über Sinn und Nutzen von materiellen Errungenschaften.
Als er dann im Alter von 29 Jahren ausserhalb des Palastes viele alte,
kranke und unterernährte Leute sah, verliess er dann das angebliche
Paradies, trennte sich für immer von seiner jungen Ehefrau und dem
gearde geborenen Sohn und suchte in der Einsamkeit Antworten auf die Fragen
des Lebens. Dabei unterwarf er sich streckenweise asketischen Disziplinen,
die er aber bald als nutzlos verwarf. Die Wahrheit lag, so erkannte er
später, immer auf dem "Mittleren Weg", also niemals in zu Extremen
neigenden Denk- und Handlungsweisen. Diese Philosophie von einem ausgeglichenen
Handeln und Denken hat bis heute tiefgreifende Spuren in der Psyche der
Thais hinterlassen.
Nach vielerlei Kasteiungen erlangte Siddharta Gautama, unter einem
Bodhi-Baum meditierend, schliesslich die Erleuchtung. Der Ort des Ereignisses,
das das Leben eines Grossteils der Menschheit von nun an mitprägen
sollte, liegt im heutigen Nordindien und wurde von nun an Bodh Gaya genannt,
frei übersetzt der Ort der Erleuchtung.
Der frisch erleuchtete Buddha fasste seine Erkenntnisse in die vier
"Edlen Wahrheiten" zusammen:
1. Dukkha (= Schmerz; alles Leben ist Leiden)
2. Samudaya (=Begierde; alles Leiden wird durch
Begierden hervorgerufen)
3. Nirodha (=Beendigung; dem Leiden kann durch
Auslöschen der Begierden ein Ende gesetzt werden.
4. Magga (=Weg; die Begierden lassen sich durch
das Begehen des edlen achtfachen Pfades auslöschen)
Der achtfache Pfad ist eine Art Lebenskodex, der dem, der ihm folgt, eine hohe moralische Haltung und ungebrochene Selbstdisziplin abverlangt. Er besteht aus den folgenden acht Punkten:
1. Der richtigen Erkenntnis (Erkennen der Grundprobleme
aller Existenz)
2. Dem rechten Denken (Denken, ohne zu verletzen,
dem Hegen von edlen Gedanken)
3. Der rechten Rede (Reden, ohne zu verletzen oder
ohne aus eigennützigen Motiven zu lügen)
4. Den rechten Taten (Nicht töten, stehlen,
usw., sondern seinen Mitmenschen zu helfen)
5. Dem rechtem Lebenserwerb (Lebenserwerb, der
nicht andere auf irgendeine Weise schädigt)
6. Der rechten Bestrebung (Aus eigener Kraft die
negativen Gedanken überwinden)
7. Der rechten Aufmerksamkeit (Durch Meditation
zur Selbsterkenntnis zu gelangen)
8. Der rechten Konzentration (Gedanken bis zu seinem
Ende, ohne davon abzuschweifen, zu verfolgen)
Philosophie (ausgehend vom Dukkha):
Leiden entsteht aus Begehren. Endet das Begehren, so endet hiermit
auch das Leiden. Deshalb möchte sich der gläubige Buddhist vom
Leiden befreien. Er möchte den Kreislauf der ewigen Wiedergeburt durch
eine richtige Lebensführung brechen, um dann im Nirwana, dem endgültigen
Erlöschen des Seins, die Erlösung von dieser Welt zu finden.
Tham Buun, die Pluspunkte für die Wiedergeburt:
Weil der buddhistische Thai an seine Wiedergeburt glaubt, deren Umstände
von seinen vorangegangenen Handlungen abhängt, versucht er, sich durch
gute Taten, auf Thai übersetzt Tham Buun, für ein möglichst
günstiges Schicksal zu qualifizieren. Diese Philosophie des Tham Buun
beruht also unmittelbar auf der Theorie des Karma; das heisst, gute Taten
in diesem Leben werden durch ein glückliches nächsten Leben belohnt,
schlechte durch ein entsprechend leidvolles.
Ein alltägliches Beispiel von Tham Buun ist die Essensspende an
die Mönche:
Jeden Morgen, mit Ausnahme der dreimonatigen Fastenperiode Jam Pansa,
machen sich die Mönche auf ihren Almosengang, bei dem sie sich ihre
Sammelgefässe, dem Baat, von den Gläubigen mit Speisen füllen
lassen. Dieses allmorgendliche, faszinierende Ritual gilt dabei keineswegs
als Bettelei. Nein, im Gegenteil, da die Mönche den Gläubigen
dadurch die Gelegenheit geben, etwas Gutes zu tun, ist man diesen dafür
aufrichtig dankbar.
Beobachtet man den Almosengang, so fällt auf, dass es die Geber
sind, die sich respektvoll und ehrfürchtig den Empfängern nähern.
Letztere quittieren die Gaben wortlos und ohne Anteilnahme.
Thailands buddhistische Tradition will es, dass jeder buddhistische
Mann mindestens drei Monate seines Lebens als Mönch verbringt. In
den früheren Zeiten mag damit das brennende Verlangen nach Meditation
und Erleuchtung verbunden gewesen sein, heute ist dies sicherlich nur noch
in Ausnahmefällen der Grund für den Schritt in den Mönchsstand.
Viele junge Männer halten es für ihre Pflicht ihren Eltern gegenüber,
ihnen durch ihr Mönchsein Verdienste für das nächste Leben
zu verschaffen. Als Nebeneffekt fällt aber auch ein grosser Teil "Tham
Buun" für den Mönch selber ab.
Eine weitere Gruppe von Mönchen stammt aus ärmeren Bevölkerungsschichten,
die ihren Kindern infolge der teils hohen Schulgebühren nur eine ungenügende
Schulausbildung zukommen lassen können. Der Tempel bietet da eine
Ausnahme. Dort können die Mönche kostenlos und nach Herzenslust
studieren und werden währenddessen bei ihren morgendlichen Almosengängen
mit Speisung versorgt.
Jedoch nur wenige junge Männer, welche sich zu Mönchen weihen
lassen, streben eine klerikale Karriere an. Der Mönch kann jederzeit
aus dem Mönchsstand austreten; ob und wann er austritt, entscheidet
er alleine. Jeder aber, der einmal Mönch war, egal ob nur für
einige Wochen oder mehrere Jahre, geniesst in seiner Umgebung ein gewisses
Ansehen.
Buddhatage (Wan phra):
An den Buddhatagen, etwa viermal pro Monat zu begehende, dem Buddha
geweihten Tage (keine gesetzlichen Feiertage), essen zahlreiche Gläubige
nur vegetarisch. Wem das ein zu grosses Opfer erscheint, isst zumindest
eine vegetarische Mahlzeit. Am Buddhatag dürfen auch offiziell keine
Tiere geschlachtet werden. Der Verzicht auf das sonst so heissgeliebte
Fleisch und die damit verbundene, indirekte Schonung der essbaren Tierwelt
soll ebenfalls Glück im nächsten Leben verhelfen.
Manche Gläubige verzichten an den Buddhatagen sogar auf allerlei
Genussmittel wie Alkohol oder Zigaretten und haben keinen Geschlechtsverkehr.
Jam Pansa:
Während der dreimonatigen Fastenperiode der Mönche zwischen
Ende Juli bis Ende Oktober verzichten strenggläubige Buddhisten entweder
auf den Alkoholgenuss oder auf das Rauchen; ausserdem ernähren sich
wenige während dieser Periode streng vegetarisch.
Hausaltar:
In den Wohnungen oder Häusern der buddhistischen Thais steht irgendwo
auf Kopfhöhe oder höher ein kleiner Altar mit einer Buddhastatue,
umgeben von Bildern und Blumen. Beim Altar gibt es auch einen Platz für
Opfergaben. Buddhistische Hausbesucher verbeugen sich vor dem Hausaltar.
Auch Mönche sind nur Menschen:
Immer wieder kann man in thailändischen Zeitungen Berichte über
Mönche lesen, welche beispielsweise abends ihre orange-farbenen Mönchsroben
ablegen, sie gegen Jeans und T-Shirt austauschen und dann die Nacht bei
ihren Freundinnen verbringen.
Ich habe auch schon Mönche gesehen, welche Zigaretten rauchen
oder Bargeld auf sich tragen, obwohl es ihnen eigentlich unterlassen ist,
Geld zu besitzen.
Ausserdem haben die Zeitungen schon von Mönchen berichtet, welche
sich illegal um ein paar Millionen Baht bereicherten.
«Sex-Eskapaden» in der Liebeslaube
Von Willi Germund, Bangkok
«Sex-Eskapaden» in der Liebeslaube, BAZ vom 06.11.2000
Sie legen ein Armutsgelübde ab und verpflichten sich, Alkohol und
Frauen zu meiden. Aber während der vergangenen Wochen zeigten mehrere
Skandale, dass Thailands Mönche es mit den Regeln nicht so genau nehmen.
Die Folge: Der Buddhismus gerät in Thailand zunehmend in Verruf.
Als die 30 Mönche des Wat Tha Chang wie üblich mit ihren
Bettelschalen auszogen, um Lebensmittel bei den Bewohnern des nahegelegenen
Dorfes Tambon Khao Phra zu sammeln, erlebten sie ihres blaues Wunder. Statt
Almosen gab es Prügel. Im zu 95 Prozent buddhistischen Thailand, in
dem die Mönche neben der Monarchie bislang die respektierteste Institution
des Landes darstellen, grenzen die Schläge für die Bettelmönche
an eine Revolution. Anlass des Aufruhrs: Thammathorn Wanchai, der Abt des
Klosters, war ein paar Tage früher von der versteckten Kamera eines
Fernsehsenders ertappt worden, als er die Nacht mit zwei bildhübschen,
jungen Damen in einem Privathaus in Bangkok verbrachte. Zu den 227 Eiden,
die er vor Amtsantritt ablegte, gehörte freilich der Schwur, jeglichem
intimem Kontakt zu Frauen zu entsagen - und auch die Finger vom Alkohol
zu lassen.
Doch der Klosterchef nahm es mit den religiösen Regeln nicht so
genau. In der Offiziersuniform des Mitglieds einer Spezialeinheit der thailändischen
Streitkräfte und mit Perücke getarnt liess Wanchai sich in seiner
eigenen Mercedes-Limousine zu feuchtfröhlichen Festen in Karaokebars
chauffieren. Damit es nicht zu langweilig wurde, gründete Wanchai
mit zehn anderen Mönchen die «Chivas Gang», benannt nach
einer Whiskymarke. Bei einer Durchsuchung seiner «Liebeslaube»
in Bangkok fanden die Behörden zu allem Überfluss nicht nur Kondome
und Reizunterwäsche, sondern auch pornographisches Material.
Die «Sex-Eskapaden», so eine Tageszeitung in der Hauptstadt
Bangkok, des 43-jährigen Mönchs versetzten Thailand in helle
Aufregung. Denn kaum eine Woche früher hatte bereits Phra Pativetviset,
der wichtigste Abt in Bangkok, sein Amt niederlegen müssen. Er war
während einer Razzia um Haaresbreite der Festnahme in einem zweifelhaften
Etablissement entkommen. Auch diese Affäre schlug in Thailand ein,
als wäre der katholische Kardinal von Köln in einem Eros-Center
gesehen worden.
«Noch nie in der Geschichte Thailands sah sich unsere buddhistische
Institution einer ähnlich beschämenden und unerklärlichen
Glaubenskrise gegenüber», klagte prompt die Tageszeitung «The
Nation». Denn die beiden Sexskandale fügen sich in eine Reihe
von Affären des thailändischen Klerus. Vor einigen Jahren fiel
ein Mönch auf, der tote Säuglinge siedete, weil das so gewonnene
Öl angeblich magische Kräfte verlieh. Ein anderer Glaubensbruder
wurde der Nekrophilie in den Leichenkammern seines Klosters überführt.
Erst im September brüstete sich ein weiterer Mönch in einer Zeitung
mit einer seltenen Sammlung: 60 teure Mercedes-Oldies, finanziert mit den
Spenden seiner Gläubigen. Der leichtfertige Umgang mit dem Geld erzürnt
viele Thais. Nahezu jeder Mann verbringt während seines Lebens ein
paar Wochen in einem buddhistischen Kloster. Und die Thais füttern
die Bettelmönche nicht nur mit Almosen durch.
Für viele Gläubige gehören beim «Wai Phra»,
dem Opfer für ein Kloster, auch Geldspenden zur Routine. Traditionell
zählt diese Investition in den Glauben als eine Art «Versicherung
für die Zukunft».
Statt dessen scheint das Geld den Sündenpfuhl so manchen Mönches
zu finanzieren. Kein Wunder, dass der Volkszorn Wellen schlägt. Denn
zunehmend scheinen die Äbte sich dieser Gaben zu bedienen, um entgegen
ihrem Armutsgelübde einen ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren.
Auch Wanchai, der Chef der «Chivas Gang», finanzierte seinen
Mercedes mit Spendengeldern. Die «Sangha», der oberste Rat
der buddhistischen Mönche in Thailand, ahndete Verstösse während
der Vergangenheit freilich mit grösster Toleranz.
Wanchai zumindest wurde nach seiner ruchbar gewordenen «Sexkapade»
kurzerhand aus dem Kloster verstossen. Aber die Tageszeitung «The
Nation» fürchtet nach der Serie von neuen Skandalen um den Bestand
des Buddhismus, der vor rund tausend Jahren aus Indien nach Thailand kam:
«Es handelt sich um Symptome der Dekadenz und des Verfalls. Der Niedergang
scheint unaufhaltsam.»
SANTI ASOKE
Wie in jeder Religion gibt es auch innerhalb des Buddhismus verschiedene Sekten. Die bekannteste davon dürfte sicherlich die "Santi Asoke"-Sekte sein.
Phra Bhodhirak, 1934 geboren, ist ein reformistischer buddhistischer
Aktivist, der im Konflikt mit Thailands offizieller Sanghahirarchie (Gemeinschaft
der Mönche, bzw. ein daraus gewählter Aufsichtsrat, besteht vorwiegend
aus konservativen, älteren Herrschaften) steht. Ihm wird vorgeworfen,
dass er sich ausserhalb den staatsrechtlich sanktionierten Buddhismus stellt,
weil er nicht als Mönch registriert ist, dass er die geistliche Hierarchie
kritisiert und dass er unter den Thais Verwirrung stiftet bezüglich
der Frage, wem sie in der Religion vertrauen sollten.
Phra Bhodhirak hat als Anhänger etwa 1000 Mönche und ehemalige
Mönche, sowie viele Tausend Mitglieder der Santi Asoke Zentren in
Bangkok, Nakhon Pathom, Korat, Nakhon Sawan und Roi Et. Seine Anhänger
glauben, dass Phra Bhodhirak der asketischste und reinste buddhistische
Lehrer Thailands ist.
Phra Bhodhirak wurde als Magkul Rakpong in der Provinz Sisaket geboren.
Er wurde dann ein erfolgreicher Fernsehproduzent. 1970 wurde er Mönch.
Bald trennte er sich von den anderen Mönchen, wurde strenger Vegetarier
und beschuldigte die anderen Mönche, träge, materialistisch und
zu sehr mit Magie und Riten beschäftigt zu sein. 1975 gründete
er sein Santi Asoke-Centre. Gleichzeitig verkündete er seinen Bruch
mit der Ordenshierarchie, blieb aber ein ordinierter Mönch.
Phra Bhodhirak kümmert sich mehr um die buddhistische Praxis als
um die Lehre. Er hielt ein schlichtes, tatkräftiges Leben für
wichtiger als abstrakte Meditation und er forderte von seinen Anhängern
strenge Enthaltsamkeit und Verzicht auf tierische Nahrung.
Er zieht besonders Händler und kleine Geschäftsleute an.
Einer der Hauptunterstützer war der populäre Bürgermeister
von Bangkok, Chamlong Srimuang. Heute verneint dieser jedoch jeden Kontakt
zu Santi Asoke.
Seit 1979 kritisierten die hierarchischen Gremien Phra Bhodhirak, aber erst Mitte 1989 ordnete der Sangha den Ausschluss aus dem Mönchsorden an und bat das Religionsdepartement, den Beschluss zu vollziehen. Phra Bhodhirak und 79 Santi Asoke Mönche, resp. Nonnen, wurden vor einem Gericht in Nakhon Pathom angeklagt, dass sie zu unrecht Ordenskleidung tragen. Phra Bhodhirak wurde angeklagt, diese 79 Personen zu diesem Vergehen angestiftet zu haben. Zunächst weigerte sich Phra Bhodhirak, der Anordnung Folge zu leisten. Daraufhin wurde er für kurze Zeit arrestiert. Die Fernsehanstalten erhielten die Weisung, dieses Ereignis nicht zu melden. Dann aber wechselte Phra Bhodhirak sein gelbes Mönchsgewand gegen ein weisses ein. Er weigerte sich aber weiterhin, seinen Austritt aus dem Mönchsorden zu erklären. Die führte zu einer der Anklagen gegen ihn. Die Anhänger der Santi Asoke-Sekte kritisieren den offiziellen Sangha als zu ritualistisch, materialistisch und dem Kommerz ergeben. Phra Bhodhirak fordert von seinen Anhängern, keinen wertvollen Besitz zu haben und nur einmal täglich ein vegetarisches Mahl zu essen.
1991 dauerte das Rechtsverfahren schon zwei Jahre. Beobachter meinten,
dass diese lange Dauer dazu dienen sollte, Phra Bhodhirak kleinzukriegen.
Santi Asoke hat unter der Mittelschicht starke Unterstützung.
Staat und Sangha mussten jedoch bald einsehen, dass eine weitere Verfolgung
unsinnig wäre und der gescholtenen Sekte womöglich noch weitere
Anhänger liefern könnte. Wie man weiss, ist any publicity good
publicity. Einen weiteren Zulauf hätte man sicherlich nicht gewünscht,
da unter anderem auch wertvolle Spendengelder in die Kasse von Santi Asoke
geflossen wären. So erstarb die Diskussion allmählich.
Bei der Debatte standen grosse Teile der Bevölkerung und die allermeisten
Politiker auf der Seite der Sangha. Journalisten, welche positiv über
Santi Asoke berichteten, wurden sogar mit Gefängnis und ihre Zeitungen
mit sofortiger Schliessung gedroht. Diese Überreaktion zeigte nun
die Grenzen thailändischer Demokratie und Meinungsfreiheit auf. So
wurde vor allem eine thailändische Urangst offengelegt:
Die Angst, das so mühsam aufrecht erhaltene Staatsgefüge
könne jeden Moment zusammenbrechen. Es beruht auf drei den Grundpfeilern,
welche auch in der Nationalflagge ihren symbolischen Ausdruck finden, nämlich
der Monarchie (in der Flagge als blauer Streifen dargestellt), Nation (in
der Flagge rot) und Religion, was in der Mehrheit mit Buddhismus gleichzusetzen
ist (in der Flagge weiss).
Rumort es in einem dieser drei Grundpfeilern, in diesem Falle im Standbein
Religion, so scheint das gesamte Staatsgefüge gefährdet.
Den Santi Asoke-Mitgliedern wird vorgeworfen, zu sehr am eigenen Gutsein
zu hängen, stur und zu intolerant gegenüber anderen zu sein.
Phra Bhodhirak sei in seinem Vorgehen töricht, aber sehr charismatisch.
Santi Asoke in der Schweiz:
In der Schweiz gibt es ebenfalls wenige Thaifrauen, welche Phra Bhodhirak
verehren und gewisse Regeln von Santi Asoke befolgen. So ernähren
sich diese Frauen vegetarisch, berufen sich auf Naturprodukte und leben
eher zurückgezogen. Aber selbst bei diesen andersdenkenden Frauen
gibt es erhebliche Widersprüche: Auf der einen Seite werden Naturprodukte,
vegetarische Ernährung, sowie Enthaltsamkeit und Verzicht auf Vergnügen
propagiert, auf der anderen Seite bleibt der Materialismus dennoch allgegenwärtig,
was keinesfalls den Regeln des Santi Asoke entspricht. Somit tragen auch
die Schweizer-Santi-Asoke-Frauen gerne Godschmuck und elegante Kleider,
gehen gerne in die Ferien und nehmen am Wohlstand teil.
Wie lange noch diese Frauen die Regeln des Santi-Asoke befolgen und
ob sich noch weitere gleichgesinnte Personen dieser kleinen Gruppe anschliessen,
ist nicht voraussehbar. Erwiesen ist allerdings, dass dieser abrupte, für
Aussenstehende nicht nachvollziehbarer Sinneswandel, sich negativ auf eine
Partnerschaft auswirkt und der (europäische) Partner damit oft überfordert
ist. Entweder muss er die neuartige Gesinnung seiner Frau wohl oder übel
akzeptieren oder die Ehe wird mit grosser Wahrscheinlichkeit scheitern,
denn der Partner wird wohl kaum bereit sein, deswegen sein Leben völlig
umzustellen.
Zudem ist es für den Partner enorm schwierig, die Gründe
für den Sinneswandel seiner Frau herauszufinden, da sprachliche Barrieren
seitens der Frau vorhanden sind, um eine sachliche Diskussion über
dieses Thema zu führen.
Es sei noch erwähnt, dass die Santi-Asoke-Anhängerinnen Thai-Vegetarische
Nahrung zu sich nehmen, also täglich Sojaprodukte, Vollkornreis und
Gemüse, wobei diese Nahrung nicht überall erhältlich ist
und ausserdem den wenigsten "gewöhnlichen" Thais schmeckt...
Wie bemerkt der Ehemann, dass seine eigene Thaifrau eine Anhängerin
von Santi Asoke ist?
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1. |
Sie ernährt sich plötzlich vegetarisch |
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2. |
Sie trinkt keinen Alkohol und raucht nicht; dies scheint jedoch nicht verdächtig, weil viele Thaifrauen ohnehin keinen Alkohol trinken und nicht rauchen |
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3. |
Sie schaut stundenlang Videos, welche langandauernde, eintönige
Monologe des Phra Bhodhirak beinhalten
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4. |
Sie hört stundenlang Kassetten mit den selben Texten des Phra Bhodhirak |
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5. |
Sie lebt zurückgezogen |
|
6. |
Sie verzichtet auf Vergnügen wie Disco, Theater, Konzerte, etc. Auch der typische thailändische Sanuk fällt zum Opfer |
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7. |
Sie ist verschlossen, ja sie wirkt teilweise egoistisch oder sogar arrogant |
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8. |
Der alte Freundeskreis verschwindet allmählich, hingegen erscheinen neu Frauen mit derselben Gesinnung |
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9. |
Sie propagiert Naturprodukte, vegetarisches Essen, Enthaltsamkeit und die Sekte selbst |
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10. |
Sie verteidigt vehement die Grundsätze des Santi Asoke, sie ist manchmal intolerant gegenüber Andersdenkenden |
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11. |
Sie grüsst weitere Sektenanhängerinnen nicht wie üblich mit "Sawadii kha", sondern mit "Tscha löön tham" |
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12. |
Sie zeigt eher wenig Interesse an weltlichen, nicht religiösen Dingen |
Weitere Informationen zum Thema Santi Asoke:
Santi Asoke, zu deutsch "Frieden und Sorglosigkeit", ist eine 1975
gegründete buddhistische Sekte, die sich auf den "reinen", nicht durch
animistische Praktiken verfälschten Buddhismus zurückbesinnen
will. Der Sangha (konfessioneller Aufsichtsrat) behauptet allerdings, Santi
Asoke untergrabe den Buddhismus und ging sogar gerichtlich gegen die Sekte
vor. Anzulasten war den Mitgliedern der Sekten jedoch nichts, schliesslich
leben deren Mönche im Gegensatz zu den "normalen" Mönchen in
schlichter Armut, widmen sich hauptsächlich der Arbeit und unterscheiden
sich noch auf zahlreiche Arten von den Mönchen des herkömmlichen
Buddhismus. So endeten alle Verfahren gegen Santi Asoke mit einer Niederlage
des Sangha, der deren Mitglieder am liebsten im Gefängnis gesehen
hätte.
Kulturschock Thailand, Rainer Krack
Santi Asoke ist bekannt für seinen asketischen Lebensstil, vegetarische
Nahrung und puritanische Denkweise. Der Begründer und Führer
der Sekte, Phra Bhodhirak, verlangt von seinen Anhängern unter anderem
Enthaltsamkeit, also kein materielles Denken. Ein wichtiger Unterschied
zum herkömmlichen Buddhismus ist, dass sich in den Tempeln der Santi
Asoke-Sekte keine Buddhastatuen befinden, sondern deren Anhänger verehren
nur den Dhamma, des Doktrin des Buddhismus. Nur dieses kann Buddha repräsentieren
und nicht Bilder oder Statuen von ihm.
Phra Bhodhirak, sein bürgerlicher Name ist Mongkol Rakpong, wurde
im Jahr 1934 geboren. Schon im Alter von zehn Jahren musste er arbeiten,
um seine grosse Familie zu unterstützen. Später besuchte er das
Kunst-College und schliesslich wurde er TV-Entertainer, Komponist und Songwriter.
Dabei gelangte er zu Reichtum und Ruhm. Auf seinem Höhepunkt der Karriere
begann er sich für Hypnose und schwarze Magie zu interessieren. Zudem
sah er sich als spirituelles Medium und Geistheiler.
Zum Erstaunen seiner Fans rasierte er seinen Kopf, spazierte barfuss
und wurde ein Vegetarier. Im Jahre 1970 beendete er seine herkömmliche
Arbeit, um ein buddhistischer Mönch zu werden. Da er mit den Praktiken
und mit der Denkweise des Buddhismus nicht einverstanden war, gründete
er im Jahr 1975 die Santi Asoke-Sekte.
Ausschnitt von "Two Paths of Revivalism in Thai Buddhism", Marja-Leena
Heikkilä-Horn
Politisch kann man die Anhänger der Santi Asoke-Sekte als grün
bezeichnen. Deren Philosophie hat heutzutage sicherlich Berechtigung, aber
deren Art wie dies nach aussen vertreten wird, kann man eher als fundamentalistisch
bezeichnen. Intoleranz und Kompromisslosigkeit sind typische Eigenschaften
der Sektenmitglieder.
M. Andreoli
Die Santi Asoke-Anhänger leben enthaltsam, verzichten auf tierische
Produkte und auf Vergnügen. Die Mitglieder sind sehr sittenstreng.
Gegen aussen treten sie egoistisch und arrogant auf und kennen keine Kompromisse.
Teils haben sie sogar sehr extreme Ansichten. Sie versuchen, Andesdenkende
von der Philosophie des Santi Asoke zu überzeugen, was natürlich
nur selten gelingt. Erwiesen ist, dass labilere Charakter eher dieser Sekte
beitreten als stärkere Charaktere. Vorgeworfen wird den Santi Asoke-Mitgliedern
unter anderem, dass sie oft ihre eigenen Partner anlügen, um sich
daraus Vorteile zu schaffen. Wie bei jeder Sekte ist Vorsicht geboten,
man erfährt nämlich aus Aussenstehenden nur selten, was sich
dort genau abspielt. Viele Santi Asoke-Mitglieder opfern ihre Partnerschaft,
ihren Job, ja sogar ihre gesamte Familie, um sich intensiv mit dieser Sekte
zu beschäftigen.
M. Akuro, "Das Leben in Sekten", Japan
ABERGLAUBE
Geister gibt es in Thailand überall. Beinahe zu jedem Haus gehört
ein Geisterhäuschen, welches den Geistern zur Verfügung gestellt
wird, die das Gelände bewohnt haben, bevor das Haus gebaut wurde.
Zur Errichtung dieser Geisterhäuschen sind aber exakte Regeln zu beachten.
Bei deren Missachtung können sie unter Umständen grosses Unglück
auslösen .
In den Geisterhäuschen werden regelmässig Opfergaben wie
Reis, Früchte, Süssigkeiten oder Trinkwasser abgelegt, die die
Geister besänftigen sollen. Diese Geisterdomizile können sich
von der Art und dem Aussehen enorm unterscheiden. Da gibt es beispielsweise
kleine, Vogelhaus-ähnliche Konstruktionen bis zum üppigen, blumenüberstreuten
Schrein vor Banken, Hotels und Shopping-Centers, welche gelegentlich grösser
sind als manche menschliche Behausung.
Der Aberglaube ist in der thailändischen Bevölkerung zum Teil tief verwurzelt. Hier sind einige Beispiele beschrieben:
Niemals sollten an einem Mittwoch grössere Unternehmungen, wie längere Reisen oder Wohnungsumzüge begonnen werden. Selbst das Haareschneiden an diesem Tag könnte Unglück bringen. Deshalb bleiben dann viele Coiffeurgeschäfte, vor allem in den ländlichen Gebieten, mittwochs geschlossen.
Man sollte nie auf eine Schwelle eines Hauses treten, sondern immer darüber hinweg. Ansonsten würden die Geister verstört, welche im Hause wohnen.
Schwangere Frauen sollten nicht auf der Türschwelle sitzen, das
hätte nämlich eine schwierige Geburt zur Folge. Schwangere, welche
mit einem grossen Löffel essen, bekommen Kinder mit einem hässlichen,
grossen Mund. Während der Schwangerschaft sollte die Frau niemals
Kinder als hässlich bezeichnen, weil sie dann womöglich selber
ein unansehnliches Kind zur Welt bringen würde. Um eine Geburt ohne
Beschwerden zu gewährleisten, sollte die Frau unter dem Bauch eines
Elefanten kriechen. Aus diesem Grunde sieht man selbst in der Grossstadt
Bangkok Elefantentreiber, die gegen ein Entgelt Schwangere unter ihren
Dickhäutern kriechen lassen.
Die Tochter des Hauses darf beim Kochen niemals singen. Ansonsten bekommt
sie später einen Ehemann, welcher deutlich älter ist als sie.
Man sollte niemals beim Essen im Familienkreise gleichzeitig aufhören, weil man sonst gemeinsam sterben muss.
Wenn Glühwürmchen ins Haus fliegen, werden bald Gäste eintreffen.
Wenn jemand aus dem Hause geht und gleichzeitig ein Gecko zu rufen beginnt, so sollte er sein Unterfangen besser auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Denn es könnte ihm ein Unheil widerfahren.
Bei der Hochzeitsfeier darf unter keinen Umständen Geschirr kaputt gehen, andernfalls endet die Ehe mit Sicherheit in einer Scheidung.
In der Hochzeitsnacht versucht jeder Ehepartner als letzter einzuschlafen. Denn derjenige, der zuletzt einschläft, wird auch als letzter sterben.
Fegt jemand nachts die Wohnung, darf der Schmutz zwar zusammengekehrt werden, sollte aber nicht aus dem Haus geworfen werden. Ansonsten wird das Geld nie lange im Hause bleiben.
Man darf niemals ein Dokument mit einem roten Stift unterschreiben! Rot ist die Farbe des Blutes, und Bestattungsunternehmen schreiben den Namen des Verstorbenen ebenfalls in roter Farbe an den Sarg. Wer dennoch mit Rot unterschreibt, unterzeichnet sein eigenes Todesurteil. Ausserdem sollten Briefe ebenfalls nie in roter Farbe geschrieben und adressiert werden.
Niemals sollte man unter Wäscheleinen hindurchkriechen, und schon gar nicht, wenn daran Unterwäsche hängt. Weil der Kopf der höchste Körperteil ist, würde er dadurch entweiht. Die Folge wäre ein Unglück. Trägt jemand ein magisches Amulett, so würde dies um seine Kraft gebracht.
Frauen, deren Brüste gerade nach vorne zeigen, sind "Gattenfresserinnen". Ihnen werden die Ehemänner mit Sicherheit wegsterben.
Im Ehebett hat die Frau immer an der linken Seite des Mannes zu schlafen. Nicht, weil das etwa die schlechtere Seite wäre, sondern weil in früheren Zeiten oft Gefahr drohte und somit musste die rechte Hand des Mannes frei sein zum Griff zur Waffe.
Wenn manche Pflanzen oder Obstbäume an der falschen Stelle im Garten gepflanzt werden, bringen sie Unheil. Beispielsweise muss die Jackfruit hinter dem Haus wachsen, überall anders brächte sie Unglück.
SEHENSWÜRDIGKEITEN
In Thailand gibt es sehr viele Sehenswürdigkeiten. Jede Region bietet für den Touristen etwas. Hier ist eine Auswahl von sehenswerten Objekten beschrieben. Diese Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Bangkok:
Wat Phra Kaeo und der Grand Palace
Diese 20 Hektaren grosse, faszinierende Tempelanlage und der ehemalige
Königspalast von Rama I ist ein absolutes Muss für Thailandtouristen
und für die meisten der Höhepunkt eines Bangkokbesuches. Eine
Besichtigung kann mehrere Stunden dauern. Im ehemaligen Königspalast
befindet sich das Nationalmuseum, welches die Geschichte des Landes auf
interessanter Weise vermittelt.
Wat Po
In diesem Tempel befindet sich ein 46 Meter langer, liegender Buddha,
dessen Fusssohlen mit Perlmutt-Einlagearbeiten bedeckt sind. Dort kann
man sich von ausgebildeten Masseuren eine wohltuende Massage verabreichen
lassen.
Ausserdem hat man in diesem Tempel die Möglichkeit, das Massieren
zu erlernen.
Wat Arun
Der Tempel der Dämmerung mit seinem 86 Meter hohen zentralen Prang
am Chao Phraya-Fluss.
Wat Saket
Er liegt zu Füssen des Golden Mount mit Reliefdarstellungen des
Gottes Vishnu und besitzt Türen mit gediegener Lackarbeit. Von dem
78 Meter über dem Tempel thronenden Chedi Golden Mount (300
Stufen führen dorthin) geniesst man einen beeindruckenden Rundblick
über die Millionenstadt.
Suan Pakkard-Palast
Die Residenz der Prinzessin Panthip Boriphat, eine bekannte Kunstexpertin
und Gartenarchitektin, besteht aus einem Komplex von fünf traditionellen
Thaihäusern. Diese architektonischen Meisterwerke beherbergen eine
umfangreiche Sammlung an asiatischen Antiquitäten.
Thaiboxen
Einen Live-Kampf dieses auch bei uns bekannten Nationalsportes kann
man täglich ausser sonntags erleben. Bangkok verfügt über
drei Stadien (Lumpini-Stadion, Ratchadamnoen-Stadion und das Army-TV Stadion).
Chinatown
Chinatown ist ein grösseres Stadtviertel, westlich des Hua Lamphong
Hauptbahnhofes; mit vielen engen, verwinkelten Gassen, den Sois. Dort wird
beinahe alles feilgeboten.
Chatuchak Weekend Market
Dieser Markt ist jeweils sonntags geöffnet und dort werden Kleider,
Schuhe, Früchte, Musikkassetten, Schmuck und vieles mehr zu kostengünstigen
Preisen angeboten. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein grosser
Park mit einem kleinen See.
Klongfahrten
Eine Abwechslung, um die Hektik der Grossstadt zu entrinnen, bietet
eine Bootsfahrt auf den Klongs oder auf dem Chao Phraya River, dem grossen
Fluss Bangkoks.
Lumphini Park
Er ist die grüne Lunge Bangkoks mit Seen, Rasenflächen und
Spazierwegen. Dieser Park ist die grösste öffentliche Freizeitanlage
Bangkoks. Der Name stammt vom Geburtsort Buddhas.
Umgebung von Bangkok
Rose Garden
Der ehemalige Landsitz in tropischer Landschaft mit Golfplatz ist auch
für die Thais ein beliebtes Ausflugsziel. Die Anlage mit einem Thai
Village und einem grossen Amphitheater bietet täglich verschiedene
kulturelle Shows.
Timland
Ist eine ähnliche Anlage wie der Rose Garden, jedoch ist sie kleiner.
Das traditionelle Thaidorf wirkt authentischer.
Krokodilfarm
Ist ein grosses Gelände im Vorort Samut Prakarn mit Schlangen,
Tigern und mehreren Tausend Krokodilen. Ausserdem werden dort atemberaubende
Krokodilshows angeboten.
Ancient City
Viele der schönsten und wichtigsten Bauwerke Thailands sind dort
im Massstab 1:3 aufgebaut. Insgesamt sind es 65 Komplexe mit 150 Repliken.
Es ist das grösste Freiluftmuseum Südostasiens.
River Kwai-Brücke
Die durch den Film weltbekannte Brücke befindet sich in der Nähe
von Kanchanaburi, etwa 120 km westlich von Bangkok.
Region Pattaya:
Pattaya
Pattaya ist eine pulsierende Kleinstadt mit internationalem Flair.
Bekannt ist vor allem das Nachtleben mit zahlreichen Bars, Discos und Transvestiten-Shows.
Touristen finden dort sowohl diverse Biergärten als auch Restaurants
mit deutscher oder schweizerischer Küche. Selbst auf das bekannte
Käsegericht Raclette muss dort niemand verzichten.
Elephant Kraal
Dort gibt es täglich eine Show, bei welcher die Intelligenz, Gehorsam,
Geschicklichkeit und Kraft von einigen Arbeitselefanten demonstriert werden.
Nong Nooch Village
15 Kilometer von Pattaya entfernt liegt das Nong Nooch Village. Es
ist eine Art Kulturzentrum mit Orchideenzucht, thailändischem Kunsthandwerk
und einer Folklore-Show.
Aquarium und Ocean World
Zwischen Chonburi und Pattaya liegt Bang Saen, Thailands ältestes
Seebad, welches bei den Bangkokern nach wie vor sehr beliebt ist. Ausser
dem Strand gibt es hier noch das Aquarium des Marine Scientific Centre.
In der Nähe liegt der Ocean World Wasservergnügungspark, er ist
vor allem bei den Kindern beliebt.
Zentralregion:
Ruinenfeld von Ayutthaya
Dieses riesige Ruinenfeld zweier glorreicher geschichtlicher Perioden
zählt zu den touristischen Höhepunkten eines Thailand-Besuchers.
Ruinenfeld von Sukothai
Ist ebenfalls eine riesige Anlage aus früheren Zeiten, welche
nicht weniger sehenswert als die obengenannte Ruinenanlage ist.
Ramkhampheng Nationalmuseum
Dieses Museum zählt zu den besten in Thailand und steht in der
Stadt Sukothai. Sein Besuch ist ein Muss, schon wegen des berühmten
schreitenden Buddhas aus dem Jahre 1362.
Norden
Chiang Mai
Die Metropole des Nordens verdankt ihre Beliebtheit ihrem Charme, einem
angenehmen Klima, zahlreichen kulturhistorischen Stätten, liebenswürdigen
Menschen unterschiedlicher ethnischer Gruppen, dem Kunsthandwerk und den
vielen Naturschönheiten. Zudem ist dort das Essen etwas weniger scharf
als in den anderen Landesteilen.
Wat Phra Singh
Ein buddhistischer Tempel aus dem Jahre 1345. Er ist einer der wichtigsten
im Zentrum Chiang Mais.
Altstadt von Chiang Mai
Die quadratische Altstadt ist umgeben von Wasserkanälen, Wallanlagen
und Stadttoren, welche weitgehend erhalten oder restauriert sind.
Wat Phra That
Dieser sehenswerte, wunderschöne Tempel steht etwa 1000 Meter
über Meer gelegen auf dem Berg Doi Suthep.
Wasserfall von Mae Klang
Ein beliebtes Ausflugsziel ist dieser 29 Meter hohe Wassefall. Fährt
man weiter, so erreicht man den höchsten Berg Thailands, den Doi Inthanon.
Goldenes Dreieck
Das berühmte Dreiländereck von Thailand, Burma und Laos am
Mekong. Mae Sai ist die nördlichste Stadt Thailands, welche im Goldenen
Dreieck liegt, umgeben von dschungelbedeckten Bergen.
Mae Hong Son
In diesem Ort gibt es Tempel im birmanischen Stil, welche an ihren
weit aufragenden Mehrfachdächern zu erkennen sind.
Phra Buddha Chinarat
In der Stadt Phitsanulok befindet sich ein historisches Tempel, der
den Phra Buddha Chinarat beherbergt; er gilt als das schönste Buddhastandbild.
Nordosten:
Diese Region ist touristisch weniger gut erschlossen als andere Regionen, aber auch dort gibt es sehenswerte Orte und Objekte.
Surin
Das bekannte Elefanten-Round-Up findet an jedem dritten Wochenende
im November hier statt.
Khao Yay-Nationalpark
Der Park gilt als Attraktion besonderer Art: Wilde Natur, Wasserfälle,
verschlungene Trekkingpfade, Orchideen, Lotusse, sowie eine ornithologische
Vielfalt als auch seltene Schmetterlinge sind dort zu finden. Es ist ein
Paradies für Naturfotografen.
Korat
Sehenswert ist der zentrale Platz dieser mittelgrossen Stadt. Zahlreiche
Wahrsager und Masseure warten dort auf Kunden.
Pakchong
Ist ein kleines, vom Massentorismus beinahe unberührtes Städtchen
zwischen Bangkok und Korat mit einem pulsierenden, anmutigen Markt, bei
welchem man Einsicht in das Alltagsleben der Thais hat.
Süden
Besonders beliebt im Süden sind die Strände, ideal für Badeferien. Bekannte Badeorte sind Hua Hin, Pukhet, Koh Samui und neuerdings Krabi.
Petchaburi
Die Khao Luang-Tropfsteinhöhlen mit über 100 Buddha-Statuen
sind ein berühmtes buddhistisches Heiligtum.
Nakhon Si Thammarat
Der Wat Mahathat soll angeblich rund 1000 Jahre alt sein und wurde
Mitte des 13. Jahrhunderts neu errichtet. Die bedeutende Anlage wird von
einem 77 Meter hohen goldenen Chedi überragt.
Hat Yai
Im Wat Hat Yai Nai befindet sich ein 35 Meter langer und 15 Meter hoher
Buddha.
Koh Samui
Eine sehenswerte Pagode im Dorf Silangu am Südzipfel, sowie der
Big Buddha des Ngu-Tempels an der Nordspitze.
Phuket
Die Altstadt im sino-portugiesischen Stil mit chinesischen Tempeln
und Märkten.
Von hier aus kann man mehrere Ausflüge machen, beispielsweise
zu den Phi-Phi-Inseln mit ihren Höhlen oder die Perlenfarmen auf verschiedenen
Inseln. Ebenfalls sehenswert ist das Fischerdorf Ko Pannyi. Man findet
in dieser Region infolge der grösstenteils muslimischen Bevölkerung
einige Moscheen.
Krabi
Touristischer Mittelpunkt ist der Phra Nang Beach. Der Ort ist ein
gemütliches Provinzstädtchen ohne nennenswerte Sehenswürdigkeiten.
Die Region bietet vor allem Ruhe.
DIE STADT BANGKOK
Thailands Hauptstadt mit ihren etwa 7 - 8 Millionen Einwohnern, andere
Quellen sprechen sogar von 10 Millionen, trägt viele Namen, manche
jedoch zu Unrecht. Es wäre wohl übertrieben, von einem "Venedig
des Ostens" zu sprechen. Um den Anspruch, das "Tor Asiens" zu sein, muss
sich der 1537 Quadratkilometer grosse Moloch, welcher im Jahre 1900 noch
460'000 Einwohner auf 300 Quadratkilometern lebten, mit Singapur und Hongkong
teilen.
Die Bezeichnung "Stadt der Engel" kommt der Sache schon etwas näher,
weil sie die ersten drei Worte des traditionellen Namens bildet. Er besteht
je nach Schreibweise aus bis zu 178 Buchstaben, ein Chaos wie die Stadt
selbst: Krungthep Manahakhon Bovorn Ratanakosin Mahintharayutthaya
Mahadilikpop Noparatratchathani Burirom Udomratchanivetmahasathon Amornpiman
Avatarnsathit Sakkathattiyavisnukarmprasit.
Die sinngemässe Übersetzung lautet: "Stadt der Engel, grösste
alle Städte, unsterblich wertvolles Juwel, allmächtig und alt,
Hort der neun kostbaren Edelsteine, himmlische Stadt, von Vishnukarman
erbaut".
Die Thais sagen schlicht Krung Thep, und im Amtsthai heisst sie Phra
Nakorn, die heilige Stadt.
Man könnte die Metropole Thailands auch das grösste Dorf
der Welt nennen, denn Bang heisst in Thai Dorf, Kok bedeutet eine Art wilde
Olive. Das "Dorf der Oliven" war vor über 200 Jahren der Ort, an dem
die heutige Stadt gegründet wurde, einst eine kleine Fischersiedlung
an einer strategisch günstigen Stelle in der Flusskrümmung des
Menam Chao Phraya.
Bangkok ist keine Stadt, sondern Bangkok ist ein Zustand: verwirrend,
laut, wild, vital, heiss, chaotisch, extrem. Das ist jedenfalls der erste
Eindruck, wenn man als Fremder vom Flughafen Don Muang kommend, bis zu
90 Minuten benötigt, um knappe 20 Kilometer bis zum Hotel zu fahren.
Jedoch gibt es mittlerweile einen Highway vom Flughafen bis ins Stadtzentrum,
wo man einigermassen zügig vorwärtskommt. Allerdings bleibt man
dann oft bei den Ausfahrten im Stau stecken.
Um die Stadt wirklich kennen zu lernen, benötigt man doch mehrere
Tage. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte.
Auch Shopping soll auf dem Plan stehen, denn bei den verschiedenen Märkten
kann man sehr preisgünstig Kleider, Schuhe, Seidenwaren, Souvenirs,
aber auch gefälschte Markenartikel kaufen. Dort kann man beispielsweise
für 100 US-Dollar eine Rolex-Uhr erstehen oder für ein paar Baht
ein Lacoste-Hemd.
An den Strassenrändern reihen sich abends tausende von Garküchen,
welche diverse einheimische Spezialitäten, Früchte und Getränke
zu sehr kostengünstigen Preisen anbieten. Weil das verarbeitete Fleisch
und Gemüse frisch vor den eigenen Augen zubereitet wird, kann man
diese Gerichte bedenkenlos essen.
Bei vielen Touristen, welche regelmässig nach Bangkok gehen, ensteht
mittlerweile eine sogenannte Hassliebe. Man entdeckt und erlebt dort immer
wieder Neues. Links und rechts der grossen Strassen gibt es sehr viele
schöne Stadtquartiere mit Einfamilienhäusern und günstigen
Hotels.
Leider besitzt Bangkok nur sehr wenige Grünflächen. Die Luft
ist infolge des hohen Verkehrsaufkommens verschmutzt, umsomehr wirkt sich
das in den warmen Monaten von März bis Mai aus, wo Temperaturen von
35 Grad Celsius keine Seltenheit sind. Viele Verkehrspolizisten und Tuk-Tuk-Fahrer
tragen einen Mundschutz, um sich vor den Abgasen zu schützen.
Viele traditionelle Wasserkanäle, die Klongs, sind im Laufe des
20. Jahrhunderts zugeschüttet worden, um an ihrer Stelle breite Strassen
für den enorm wachsenden Verkehr zu bauen. Jedoch gibt es in Bangkok
relativ wenige Durchgangsstrassen, viele kleinere Strassen enden in Sackgassen
oder man kommt dort zurück, woher man kam. Vielerorts ähneln
die Strassen einem Labyrinth. Nur etwa 8% der verbauten Fläche von
Bangkok besteht aus Strassen, währenddem das Strassennetz von anderen
Metropolen dieser Grösse zwischen 20 und 25% der Stadtfläche
betragen.
Zurzeit wird eine Ringautobahn um die Stadt gebaut, um den Verkehr
auf den Strassen etwas zu entlasten. Ebenfalls wird an einer Hochbahn vom
Flughafen Richtung Stadtzentrum gebaut und geplant ist ausserdem eine weitere
Hochbahnlinie vom Westen der Stadt nach Osten. Aus finanziellen und geologischen
Gründen ist der Bau einer U-Bahn nicht denkbar, weil Bangkok auf sandigem
Boden erbaut ist, welcher in einigen Teilen der Stadt sich bis zu einige
Millimeter pro Jahr absenkt.
Auf der linken Seite des grossen Flusses Chao Phraya sind noch einige
Wasserstrassen, die Klongs, übriggeblieben. Die Idylle wird allerdings
durch eine Vielzahl von den mit Touristen überladenen Hong Yaos gestört,
die auf diesen schmalen, wendigen Langschwänzen mit ihren dröhnenden
Aussenbordmotoren die Stadt besichtigen, bis hin zu den berühmten
Schwimmenden Märkten. In den Klongs sieht man Kinder baden, die Frauen
ihre Kleider waschen und junge Männer, welche darin brauchbare Gegenstände
suchen, um diese dann zu verkaufen.
Bangkok hat auch ein sehr intensives, pulsierendes Nachtleben. Viele
Bewohner essen eher spät, die meisten kleinen Läden schliessen
erst um 22 Uhr oder später. Die Garküchen sind geöffnet,
bis sie alles verkauft haben, was nicht selten erst nach Miternacht der
Fall ist.
Daneben gibt es sehr viele Discos in der Stadt und in den Hotels. Besonders
attraktiv für Touristen sind die Theater-Restaurants, die neben typischer
Thai-Kost während der oft bis zur zweistündigen Mahlzeit auch
Thai-Kultur, vor allem Thaitänze darbieten
(Thai Dinner with Classical Thai Dance oder Candle Light Dinner with
Entertainment).
Bekannt und berüchtigt ist der Stadtteil Patpong, das Rotlichtviertel
Bangkoks. Viele hundert Bars und Clubs befinden sich an diesem Ort, welche
häufig von eher älteren, alleinstehenden, männlichen Farangs
besucht werden. Auch in anderen Stadtteilen sieht man immer wieder einschlägige
Clubs.
Viele Taxifahrer versuchen immer wieder, vor allem abends, ahnungslose
Touristen nach Patpong zu chauffieren.
REISEN IN THAILAND
Thailand verfügt eines der besten Verkehrsnetze Asiens. Nicht wenige westliche Reisende kommen sogar zur Auffassung, dass das Reisen in Thailand einfacher sei als in Europa. Eine Überraschung für alle, die dort vor Menschen überquellende, hoffnungslos unpünktliche Eisenbahnen und Busse, eben den sogenannten "Dritte-Welt-Verhältnisse", befürchtet hatten.
Eisenbahn:
Die bequemste, wenn auch nicht immer die schnellste Reisemethode, ist
die Eisenbahn. Die meisten der längeren Fahrten beginnen nachmittags
oder abends, so dass der Reisende am nächsten Morgen sein Ziel erreicht.
Die thailändischen Eisenbahnen unterscheiden sich in 1., 2. und
3. Klasse, welche selbstverständlich ein unterschiedliches Preisniveau
aufweisen. Die Züge der 1. Klasse sind alle mit Klimaanlage ausgestattet,
jene der 2. Klasse gibt es sowohl welche mit als auch ohne Klimaanlage,
je nach Wunsch. Die klimatisierten Wagen kosten dann einen Aufpreis. Die
Züge der dritten Klasse sind weitaus weniger komfortabel, aber sehr
preiswert. Eine Fahrt mit der dritten Klasse von Bangkok nach Chiang Mai
kostete 1993 158 Baht.
Es ist durchaus möglich, dass man dort den Sitz mit ein paar Körben
voller Hühner oder mit einer ganzen Familie teilt, aber ich empfehle
unbedingt, wenn auch nur für eine kurze Fahrt, einmal mit der dritten
Klasse zu fahren. Denn dort erlebt man das wirkliche, wahre Leben der Thais.
Ungewohnt für Europäer sind auch die vielen fliegenden Händler,
welche in den Eisenbahnen Zeitungen, Früchte, gekochte Gerichte, gekühlte
Getränke und Süssigkeiten für wenige Bahts verkaufen. Diese
steigen irgendwo ein, und wenn sie ihre Waren verkauft haben, steigen sie
wieder aus. Auch solche, welche Erfrischungstücher verkaufen, gibt
es zuhauf.
Es ist jedoch Versicht geboten, wenn man fertige, gekochte Gerichte
von diesen Händlern verspeist. Nicht selten endet dieses Essvergügen
für westliche Touristen in Bauchschmerzen und Erbrechen, vor allem
wenn das Fleisch alt oder kalt ist.
Bangkok ist die Drehscheibe der vier Hauptlinien nach Norden, Nordosten,
Osten und Süden. Vom Hua Lampong-Hauptbahnhof starten alle Züge
Richtung Norden, Nordosten und Osten sowie die Expresszüge Richtung
Süden. Alle Züge Richtung Westen und zusätzliche Eilzüge
Richtung Süden fahren ab Bangkok Noi-Bahnhof in Thonburi.
Wenn man von gelegentlichen Sprachschwierigkeiten beim Kauf der Tickets
absieht, gibt es keinerlei Gründe, nicht von den staatlichen Verkehrsmitteln
Gebrauch zu machen. Weil man inzwischen auf individuell reisende Touristen
eingestellt ist, hängen an den Billettschaltern Fahrpläne mit
lateinischer Schrift. Das Schalterpersonal beim Hua Lampong-Hauptbahnhof
spricht in der Regel Englisch. Sowohl die Telefonauskunft als auch die
Platzreservierung ist mit englischsprachigen Thais besetzt.
Bus:
Thailands Landstrassen und Highways werden von zwei Arten öffentlicher
Busse befahren, den Rot Thammada (gewöhnlicher Bus) und Rot Air (Bus
mit Klimaanlage). Erstere sind für asiatische Verhältnisse wiederum
sehr bequem, mit halbwegs gepolsterten Sitzen, jedoch ohne Klimaanlage.
Die Rot Air dagegen sind sehr luxuriöse, klimatisierte Cars mit gut
gepolsterten, zurücklehnbaren Sitzen und sie haben meistens eine Toilette.
Dazu gibt es einen Service, bei dem das begleitende weibliche Personal
sowohl kostenlos alkoholfreie Getränke als auch Lunchpakete ausstellt.
Bei mehrstündigen Fahrten wird zudem an einer Raststätte eine
Pause eingelegt, bei der die Fahrgäste ebenfalls meist eine freie
Mahlzeit erhalten. Diese Tourbusse sind bequem und schnell. Leider ereignen
sich immer wieder Unfälle, bei denen Todesopfer und Schwerverletzte
zu beklagen sind. Für längere Strecken empfehle ich die Eisenbahn,
weil diese doch sicherer sind.
Manchmal friert man in diesen Bussen, weil die Klimaanlage auf Hochtouren
läuft. Weil die Thais tagtäglich tropischer Hitze ausgesetzt
sind, sehnen sie sich nach Kühle, so wie der Europäer nach Sonnenwärme
dürstet. Sowohl der Europäer als auch der Thai übertreiben
gelegentlich ihre Vorlieben, und so handelt sich der eine einen fürchterlichen
Sonnenbrand ein, währenddem der andere die Klimaanlage mit der höchsten
Leistung laufen lässt, bis bei allen der Schüttelfrost einsetzt.
Deshalb ist es ratsam, etwas warme Kleidung wie beispielsweise ein langärmeliger
Pullover oder eine leichte Jacke und Socken zur Hand zu haben. Man kann
sich dabei ohne weiteres erkälten, wenn man sich nicht ausreichend
gekleidet hat.
Diese Cars besitzen alle eine Musik- und Videoanlage an Bord und diese
wird allzu oft in voller Leistung ausgenutzt. So werden thailändische
und Hongkong-Produktionen dubioser Qualität präsentiert. Und
die Musikanlage berieselt den Fahrgast mit thailändischer Popmusik,
beziehungsweise mit den Lieblingskassetten des Fahreres. Während einer
Fahrt im Sommer 1991 von Bangkok bis Chiangmai, die doch zwölf Stunden
dauerte, musste ich gezwungenermassen viermal die selbe Musikkassette anhören.
Die staatliche Busgesellschaft Borisat Khon Song operiert von Bangkok
mit etwa 2800 Fahrzeugen auf 134 Hauptrouten nach allen Provinzen, 1600
Busse verkehren auf 108 Inter-Provinzrouten und 650 Busse auf 39 Rotren
innerhalb der Provinzen.
Auf den Hauptstrecken herrscht zusätzlich eine enorme Konkurrenz
durch private Unternehmer. Je nach Komfort und Länge der Fahrstrecke
sind die privaten Busse zwischen 20 und 50% teurer als die staatlichen.
Die privaten Busunternehmer starten oft von eigenen Terminals, die man
an den Hotelrezeptionen erfahren kann. Einige Gesellschaften bieten sogar
einen Zubringer vom Hotel an.
Flugzeug:
Für die Inlandflüge stehen auch Flugzeuge der Thai Airways
International zur Verfügung, welche etwa 24 inländische Ziele
anfliegt. Diese Flüge sind weit preiswerter als vergleichbare in Europa,
und der Service ist freundlich, effizient und unaufdringlich, eben "typisch
Thai". Seit 1989 darf auf diesen Flügen nicht mehr geraucht werden.
Neben der Thai Airways operiert auch noch die Bangkok Air, eine kleinere
private Fluggesellschaft, deren Streckennetz noch im Aufbau ist.
Ein Flug von Bangkok nach Phuket oder Chiang Mai kostet etwa 100 US-Dollar
(Stand 1998).
Stadtbusse:
In den grossen Städten wie Bangkok und Chiang Mai verkehren öffentliche
Busse. Vor allem in Bangkok gibt es mehrere Dutzend Buslinien. Es gibt
wiederum zwei Arten von Bussen, den gewöhnlichen und solche mit einer
Klimaanlage. Letztere sind etwa doppelt so teuer wie die gewöhnlichen,
obwohl diese auch nur wenige Baht kosten. Die Busse sind das preiswerteste
öffentliche Verkehrsmittel in den Städten. Jedoch weiss der unerfahrene
Tourist kaum, wohin die Busse fahren, denn diese sind nur in thailändischer
Schrift gekennzeichnet und allein am Sanam Luang-Platz in Bangkok stoppen
28 Linien. So sollte man unbedingt im Hotel oder im Reisebüro nachfragen.
Die beste Orientierungshilfe bietet der "Latest Tours Guide to Bangkok
& Thailand", der in den Hotels ausliegt.
Tuk-Tuk:
Ist eine offene, dreirädrige Motorradrikscha mit Dieselantrieb.
Diese sieht man vor allem in den grösseren Städten. Sie sind
zwar preiswert, kosten aber Nerven. Die knatternden Strassenraketen werden
von Draufgängern gesteuert, die ihre PS-Samlor (Sam bedeutet drei,
Lor heisst Rad) im rasanten Slalom durch die engen Verkehrslücken
steuern. Als Fahrgast auf auf einer Sitzbank hinter dem Fahrer sollte man
sich einige Grundlregeln merken: Fahrpreis vorher aushandeln, sich festhalten,
Füsse abstemmen und nach Ankunft nicht mit grossen Scheinen zahlen,
denn die Fahrer können in den seltensten Fällen Geld herausgeben.
Eine Fahrt mit dem Tuk-Tuk gehört in jedem Fall zum Bangkok-Erlebnis
wie der Besuch des Eiffelturmes in Paris. Für längere Fahrten
empfehle ich das Taxi, weil man im Tuk-Tuk den Autoabgasen schutzlos ausgeliefert
ist.
Taxi:
Die meisten Touristen bewegen sich in den Städten mit Taxis. Diese
sind klimatisiert und im Vergleich zu Europa ebenfalls sehr preiswert.
Viele der Taxis besitzen einen sogenannten Taxi-Meter, welcher zur Fahrpreiserfassung
dient. Ein Vorteil ist es, dass dieser Taximeter nach gefahreren Kilometern
und nicht nach Zeit zählt. Jedoch ist es nicht immer einfach, dem
Taxifahrer beizubringen, wohin man fahren möchte. Nicht viele verstehen
Englisch.
Expressboote:
Auf dem Menam Chao Phraya in Bangkok vekehren die Expressboote (Rua
Duan) auf festen Routen. Die Longtail-Taxis (Rua Hong Yao) sind schneller
und teurer. Die Fähren über den Fluss nach Thonburi heissen Rua
Kham Fak.
Motorrad:
Vor allem auf dem Lande, in entlegenen Regionen, fahren weder Busse
noch Eisenbahnen. Ein häufiges Verkehrsmittel sind dort Motorrad-Taxis.
Diese werden meist von jungen Männern im rasanten Tempo gefahren.
Auch hier gibt es Grundregeln: Fahrpreis vorher aushandeln, sich festhalten
und nach Ankunft nicht mit grossen Scheinen zahlen, denn auch sie können
kaum Geld herausgeben.
Übernachtung:
Thailand ist seit Jahren das bedeutendste touristische Ferienziel Südostasiens.
Die Zahl jährlicher ausländischer Besucher hat die Fünfmillionen-Grenze
bereits überschritten. Das Land musste sich innerhalb von zwei Jahrzehnten
den erhöhten Ansprüchen des Massentourismus einstellen.
Bei den landesweit mehr als 3000 Hotels bewegt sich das Angebot vom
einfachen Traveller-Zimmer bis zur Luxussuite für mehr als 20'000
Baht pro Nacht.
Die Preise für eine Nacht in einem Luxushotel bewegen sich je
nach Ort und Saison zwischen 1500 und 5000 Baht. Für ein Mittelklassehotel
muss man zwischen 500 und 1500 Baht rechnen. Einfache Hotels oder Guest-Houses
kosten zwischen 100 und 500 Baht. In Bangkok kostet eine Übernachtung
etwas mehr als in Chiang Mai, und im hohen Norden oder Nordosten des Landes
sind klimatisierte Hotelzimmer schon für 200 - 400 Baht zu haben.
Der Service in den Hotels ist durchwegs sehr gut, freundlich und unaufdringlich.
Viele Touristen sind sogar der Meinung, dass der Hotelservice deutlich
besser als in Europa ist.
Für Buchungen und Reservationen von Ausflügen gibt das Hotelpersonal
Auskunft.
Es ist empfehlenswert, das Hotelzimmer schon zu Hause beim Reisebüro
zu buchen, weil nämlich der Preis pro Übernachtung günstiger
sein kann. Hingegen in den touristisch weniger erschlossenen Gebieten Thailands
fallen die Preisunterschiede oft weg. Man kann in Thailand ohne weiteres
ein Hotelzimmer ohne Voranmeldung beziehen. Während der Hauptsaison
im Juli und während der Weihnachtszeit ist es jedoch ratsam, schon
ein Zimmer reserviert zu haben, weil doch zu dieser Zeit viele Hotels ausgebucht
sind.
Camping:
Ist in Thailand kaum möglich. Ich kenne keine Campingplätze.
Jugendherbergen:
Im Lande gibt es nur wenige. Diese sind im International Youth Hostel
Handbook aufgelistet.
Informationen auch unter:
- Youth Hostel Association, Soi Sukuhumvit
- YMCA Collins International House, 27 Thanon Satorn Tai
- YMCA, 13 Thanon Satorn Tai
KULINARISCHES
Es wäre eine starke Vereinfachung, zu sagen, dass die typische
thailändische Küche nur drei Varianten kennt, nämlich scharf,
schärfer und am schärfsten. Schon bald entdeckt man, dass sie
ebenso süss, sauer, bitter oder salzig sein kann. Pikant ist sie jedoch
fast immer. Vor allem im Isaan, dem Nordosten des Landes, ist das Essen
noch eine spur schärfer gewürzt als anderswo.
Das Hauptnahrungsmittel ist Reis, ohne den kaum eine Mahlzeit denkbar
ist. Er kommt als Beilage oder als eigenständiegs Gericht auf den
Tisch. Der trockene, weisse Reis heisst khaao plau. Der klebrige Reis,
khao niau, serviert man häufig im Nordosten und im Norden. Er wird
dort mit den Fingern zu Kugeln gerollt. Der gebratene Reis, khao pat, gibt
es in den verschiedensten Zubereitungsformen, beispielsweise mit Schweinefleisch,
Hühnerfleisch oder Meeresfrüchten. Vor dem Genuss wird der khao
pat entweder mit Soja- oder Fischsauce beträufelt. Auch sind vegetarische
Variationen des gebratenen Reises erhältlich, zum Beispiel mit Pilzen
oder Tofu als Beigaben.
Suppen sind ebenfalls ein sehr verbreitetes Gericht. Dabei spielen
Nudeln, auf Thai bami, eine wesentliche Rolle. Sie werden zusammen mit
den unterschiedlichsten Gemüsesorten, Eiern, Rindfleisch, Schwein
oder Huhn gekocht. Der chinesische Einfluss ist unverkennbar. Ebenfalls
kriegt man beinahe überall gebratene Nudeln mit den verschiedenartigsten
Zutaten. Selbst auf die bekannte Frühlingsrolle, mit oder ohne Fleischzusatz
in der Füllung, muss man nicht verzichten.
Die Nudeln werden entweder mit Reis- oder Sojamehl hergestellt, nur
eher selten sieht man Teigwaren aus Weizenmehl.
Die traditionelle Thaiküche ist schon aufgrund einer schier endlosen
Palette an Gewürzen eine Herausforderung für Feinschmecker. Sie
wird durch regionale Spezialitäten geprägt, ja sie ist mit Abstand
die variationsreichste Südostasiens und beinhaltet ausserdem die kulinarischen
Besonderheiten aus China, Indien, Malaysia und Indonesien.
Vor allem im Süden und auf den Inseln kommt häufig Fisch
und Meeresfrüchte auf den Teller, währenddem im Norden gelegentlich
Süsskartoffeln zusammen mit Reis gegessen wird.
Sukiyaki, ein aus Japan stammendes Gericht, ist im ganzen Lande verbreitet.
Ähnlich wie beim Fondue Chinoise werden in einer mit Bouillon gefüllten
Pfanne Rindfleisch, Schweinefleisch, Fischkugeln, Meeresfrüchte, Gemüse
und Glasnudeln gegart. Je mehr Leute daran teilnehmen, umso mehr Spass
macht es.
Im Isaan, dem vegetationsarmen Nordosten Thailands, essen die Bewohner
infolge gelegentlicher Dürren auch gebratene Käfer und Heuschrecken.
Ich konnte schon beobachten, dass Kinder lebende Maden und Raupen genussvoll
verzehrten. Bekanntlich sind dies sind ja gute Proteinlieferanten.
Weil das Gemüse nur kurz in der Pfanne angebraten wird, ist das
thailändische Essen reich an Vitaminen und enthält in der Regel
wenig Fett und Zucker, ja sie ist also eine ideale Ernährungsform
für linienbewusste Zeitgenossen.
In den Grossstädten sieht man des öfteren bekannte Fastfood-Lokale
wie Mac Donalds und Burger King. Man findet dort ebenfalls Restaurants
und Hotels mit europäischer Küche. Gelegentlich sieht man eine
Pizzeria, doch diese sind für thailändische Verhältnisse
eher teuer.
Süssigkeiten wie Kuchen, Torten, Schokolade und Cremes sind nur
an einigen wenigen Orten zu relativ hohen Preisen erhältlich. Die
Thais essen zum Nachtisch meistens verschiedene Früchte oder Gerichte
bestehend aus Kokosnuss, Kokosmilch, Sago und Zucker, was nicht jedem europäischen
Gaumen schmeckt.
Glacé kann man beinahe überall kaufen. Aber Vorsicht: Das
Eis an der Garküche ist möglicherweise mit Bakterien verseucht,
welche Bauchschmerzen hervorrufen können. Man sollte deshalb nur eingepackte
Glacé von den Nahrungsmittelfabriken kaufen.
Vorsicht ist auch beim Verspeisen von kaltem Fleisch oder Fisch geboten.
Es ist besser, darauf zu verzichten und nur frisch zubereitetes Fleisch
zu essen. Es kann vorkommen, dass man im Restaurant, im Hotel oder bei
den Einheimischen zu Hause, kaltes Essen serviert bekommt, obwohl es ursprünglich
gekocht wurde. Den Thais ist es nicht sehr wichtig, ob das Essen warm oder
kalt auf den Tisch kommt, gegessen wird sowieso.
In den Supermärkten der Grossstädte erhält man auch
das typische, viereckige amerikanische Formen-Brot, sowie Käse, Schokolade,
Bonbons, abgepacktes Fleisch und Fisch und Teigwaren.
In den Hotels werden den Touristen zum Frühstück Toast, Butter,
Marmelade, Früchte, Speck und Eier serviert. Die Thais selbst essen
zum Frühstück Reis mit Fisch, dicken Eiern, Gemüse oder
Fleisch. Dies ist vor allem gewöhnungsbedürftig, wenn man bei
Einheimischen wohnt.
Der Käse wird vorwiegend aus Neuseeland und Australien importiert.
Üblicherweise essen die Thais kein Käse, weitere Milchprodukte
oder Brot. Hingegen Innereien wie Niere, Leber oder Herz von Hühnern
oder Schweinen stehen hoch im Kurs.
Die meisten Thais trinken zum Essen Wasser aus Flaschen, jedoch ohne
Kohlensäure. Es ist das preisgünstigste Getränk und stillt
den Durst. Daneben erhält man überall Coca Cola, Sprite, Fanta,
Eistee, Fruchtsäfte und Tee. Kaffee ist schwieriger erhältlich,
denn die wenigsten Thais mögen Kaffee; zudem ist dieses Getränk
teuer.
Bekannt ist das Singha-Bier, welches von einem bayerischen Brauer in
Bangkok hergestellt wird und steht den europäischen Bieren im nichts
nach. Jedoch ist dieses Bier nicht ganz billig. Neben Singha gibt es auch
importierete Biere wie beispielsweise Carlsberg-Bier. Wein ist Thailand
sehr teuer und nicht überall erhältlich. Der Maekong-Whisky ist
sehr preiswert, aber schmeckt nicht sonderlich gut. Er wird vor allem von
den Thaimännern getrunken. Er kann auch als Mittel gegen Magenschmerzen
verwendet werden.
Wichtig zu wissen ist, dass der Thai täglich mindestens einmal
Reis isst. Lebt er im Ausland oder verbringt er ausserhalb von seiner Heimat
die Ferien, ist es für ihn enorm wichtig, Thai-Essen zu kriegen; denn
der Thai isst in der Regel nur das, was er kennt und für ihn ist ja
selbstverständlich die Thai-Küche die schmackhafteste und bekömmlichste.
Hingegen die meisten Europäer können ohne weiteres, natürlich
gibt es Ausnahmen, eine oder mehrere Wochen auf ihre eigenen kulinarischen
Köstlichkeiten verzichten. Den einen fällt dies leichter, den
anderen allerdings schwerer.
Einige typische Gerichte:
|
kuaytiao |
Nudeln |
khaao niau |
klebriger Reis |
|
bamii |
Eiernudeln |
kääng dschüt |
milder Curry |
|
tom yam |
scharf-saure Suppe |
kääng phet |
scharfer Curry |
|
gung thoot |
gebratene Krabben |
khay dschao |
Omelette |
|
gay yang |
gegrillter Hühnerschenkel |
plaa |
Fisch |
|
naam phrik |
scharfe Sauce mit Chili |
gung |
Krabbe |
|
nom |
Milch |
puu |
Krebs |
|
khaao |
Reis |
gay |
Huhn |
|
khaao phat |
gebratener Reis |
pet |
Ente |
|
khaao tom |
gekochter Reis |
muu |
Schwein |
SHOPPING
Typische Souvenirs aus Thailand:
- Holzschnitzereien wie Elefanten, Schachteln, Schalen und Marktfrauen
auf Booten
- Temple Rubbings (auf Reispapier abgeriebene Reliefdarstellungen)
- Masken aus Holz oder Pappmaché
- Lackarbeiten wie beispielsweise Dosen mit Intarsien oder feinen Malereien
auf schwarzem Grund
- Thai-Puppen in Form von klassischen Tanzfiguren oder Tieren
- Web- und Flechtarbeiten aus Rattan, Gras, Bambus- oder Sisalfasern
- Silbergegenstände mit feinster Einlegearbeit
- Seide, am begehrtesten die Mud-Mee-Seide mit traditionellen Mustern
- Edelsteine, Halbedelsteine, Schmuck, Gold (billiger als in Europa)
- Imitationen bekannter Marken wie Rolex-Uhren oder Lacoste-Hemden
(in den Nachtmärkten Bangkoks)
- Möbel aus Teak-Holz (auch für thailändische Verhältnisse
sehr teuer)
Kleider:
Man kann, vor allem in den Städten, kostengünstig Seidenanzüge
schneidern lassen. Der Service reicht von sehr gut bis exzellent mit einer
Wartezeit zwischen zwei und vier Tagen. Die Preise sind im Gegensatz zu
Europa sehr billig. Für ungerechnet 150 US-Dollar liess ich für
mich vor wenigen Jahren einen Seideanzug bestehend aus Hose, Hemd und Jackett
schneidern.
Ebenso preisgünstig sind Jeans, Hemden, Pullover und Schuhe. In
den teuren Boutiquen der Shopping-Centers von Bangkok sind die Preise für
echte Markenartikel vergleichber mit den europäischen.
Die Qualität der oben genannten Produkte sind meist von guter
bis sehr guter Qualität. Selbstverständlich gibt es vor allem
im Souvenirartikel-Sektor auch etlichen Kitsch.
Luxusartikel:
Nach Thailand importierte Waren wie z.B. Autos, Hifi-Anlagen, Autos,
Fernseher und Computer sind ziemlich teuer, weil hohe Luxussteuern (bis
zu 50%) zu entrichten sind. Es lohnt sich nicht, dort einen solchen Artikel
zu kaufen, um nach Europa zu exportieren. Dies dürfte, neben dem administrativen
Aufwand, teurer zu stehen kommen, als wenn man den entsprechenden Artikel
hierzulande kauft. Hingegen Güter, welche unter Lizenz in Thailand
selbst fabriziert werden, sind zwar deutlich kostengünstiger, jedoch
ist auch die Qualität oft nicht zufriedenstellend.
Software, Videos, Musikkassetten und CD's:
Computerprogramme sind zwar sehr preisgünstig, aber oft sind dies
Raubkopien mit gelegentlichem Virenbefall. Es ist deshalb Vorsicht geboten,
bevor man solche Programme zu Hause auf seinem Computer installiert.
Im Jahre 1996 entdeckte ich im Panthip-Plaza in Bangkok eine CD-ROM
mit dem Office 95 und darauf war gleichzeitig das Corel installiert, und
dies wurde als Original-Office-Paket verkauft. Bill Gates lässt grüssen...
Ebenso wurde dort das Windows 96 angeboten, ein Betriebssystem, welches
gar nicht gibt.
Überall im Land kann man kostengünstig Musikkassetten von
einheimischen Popgruppen oder mit traditioneller Musik kaufen. Die Qualität
schwankt von miserabel bis sehr gut. Mit Glück erhält man für
wenige Baht qualitativ hochstehende Musik. Leider kann man im Laden sich
diese Kassetten oft nicht einmal anhören. Vielerorts sieht man wiederum
billige Raubkopien bekannter westlicher Interpreten.
Besser ist es mit den Audio-CD's. Die Qualität ist gut bis sehr
gut, jedoch deutlich teurer. Unter 100 Baht sind diese digitalen Tonträger
kaum erhältlich.
Die Thais lieben Videofilme über alles. So ist es nicht verwunderlich,
dass man diese beinahe an jeder Kreuzung mieten oder kaufen kann. Meist
sind dies amouröse, nie endende Seifenopern oder schlecht synchronisierte
Karatefilme aus Hongkong. Die Qualität (Inhalt und Aufnahmetechnik)
lässt jedoch oft zu wünschen übrig.
Lebensmittel:
Hobbyköche werden sich in Thailand mit Gewürzen, allen voran
mit Chili, eindecken wollen. Diese sollte man erst kurz vor der Abreise
kaufen. Andere Nahrungsmittel erweisen sich als weniger sinnvoll, diese
in sein eigenes Land mitzunehmen.
Thailand hat weltweit eines der strengsten Lebensmittelgesetze, diese
beziehen sich jedoch nur auf die industrielle Produktion von Lebensmitteln
der Nahrungsmittelkonzerne. Wenn man etwas ess- oder trinkbares kaufen
will, muss unbedingt auf das Verfalldatum geachtet werden. Vielerorts wird
in den Läden oder auf den Märkten abgelaufene Ware verkauft.
Wo geht man denn eigentlich einkaufen?:
In Bangkok gibt es mehrere grosse Shopping-Centers nach amerikanischem
Stil. An den Wochenenden sind dies Ausflugsorte für die Thais.
Daneben gibt es in Bangkok folgende Einkaufsstrassen und Gebiete:
- Bang Lam Phu
- Bobe Market
- Chatuchak Weekend Market
- Chinatown
- Klong Lord
- Nakon Kasem "Thieves Market"
- Phahurat
- Ratchaphrasong/Ratchadamri/Ploenchit/Pratunam
- Siam Square und Siam Centre
- Thanon Sukhumvit
- Silom - Surawong
- Zen World Trade Center
In Chiangmai ist vor allem der Nachtbazar berühmt. Dort wird beinahe alles, vom Hosenknopf bis zur Stereoanlage, angeboten. Ausserdem gibt es in der Innenstadt viele Läden.
In den weiteren, grösseren Städten gibt es ebenfalls, wenn auch kleinere und weniger luxuriöse, Shopping-Centers.
In den Kleinstädten geht man oft beim Markt einkaufen. Auch in
diesen Orten gibt es viele kleine Läden, bei denen man Kleider, Schuhe,
Drogerieartikel, Zigaretten, etc. einkaufen kann.
Bei den Märkten ist das Feilschen nicht nur erlaubt, sondern zur
Freude beider Parteien wird es auch erwartet.
Kleine Bemerkung:
Als Fremder werde ich in Thailand aus klimatischen Gründen sehr
oft vom Durst befallen. Ich habe nun festegestellt, dass die Preise von
Mineralwassern oder Süssgetränken beträchlich variieren
können. So bezahlte ich im Jahr 1995 im Siam Square, wo sich viele
Touristen herumtummeln, für ein 3-dl Fläschchen Coca-Cola 30
Baht. Im Norden Bangkoks, an der Thanon Pradipat im Stadtteil Sapankwai,
bezahlte ich für das selbe Getränk am selben Tag 20 Baht. Und
in einer schmalen Soi, hundert Meter von der Hauptstrasse Thanon Pradipat
entfernt, musste ich sage und schreibe noch 5 Baht für dieses Süsswasser
berappen!
ÖFFNUNGSZEITEN
Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Die grossen Einkaufszentren
und Warenhäuser sind in der Regel von 10 bis 21 Uhr geöffnet.
Kleinere Geschäfte öffnen früher und schliessen abends spät,
besonders in Bangkoks Chinatown. Die Märkte stellen ihren Verkauf
gegen 19 Uhr ein. Bei Strassenhändlern in Bangkoks Hotelvierteln kann
man eine Rolex-Imitation noch nach Mitternacht kaufen. Auch die vielen
Garküchen entlang der Strassen sind teilweise bis nach Mitternacht
geöffnet.
Auch in Chiang Mai und in Pattaya herrscht bis spätabends emsiges
Verkaufstreiben. Bekannt ist der Nacht Bazar in Chiang Mai, welcher erst
nach Mitternacht schliesst.
Die Banken sind in der Regel werktags zwischen 9 und 12 Uhr und von
14 bis 17 Uhr geöffnet. In kleineren Orten schliessen die Bankschalter
früher.
Die Postschalter in den Städten sind ebenfalls etwa zwischen 9
und 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Das Hauptpostamt Prisani
Klang (General Post Office) liegt zentral an der Charoen Krung Road (New
Road) und ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, samstags, sonntags
und an Feiertagen von 8 bis 13 Uhr geöffnet.
Es ist sicherlich sinnvoll, sich an der Hotelrezeption über die
genauen Öffnungszeiten zu erkundigen. Vor allem beim Verkehrschaos
in Bangkok dürfte die sinnvoll sein, ansonsten man vergebens sich
dorthin bemüht und der Schalter dann geschlossen ist.
Die Restaurants sind ebenfalls sehr unterschiedlich geöffnet.
Einige öffnen morgens schon um sechs oder sieben Uhr, andere erst
viel später. In einigen Hotels gibt es Coffeeshops, welche rund um
die Uhr geöffnet sind.
Die Bars in den Vergnügungsvierteln öffnen in der Regel ab
17 oder 18 Uhr.
GESUNDHEIT & MEDIZIN
Impfung:
Zur Einreise nach Thailand sind keine Pflichtimpfungen erforderlich.
Lediglich Reisende aus Infektionsgebieten benötigen eine Pockenschutzimpfung,
die nicht älter als drei Jahre sein darf und im internationalen Impfausweis
eingetragen werden muss.
Für Ausflüge in Dschungelgebiete (Nordthailand, entlang der
Grenze zwischen Thailand und Burma, sowie entlang der Grenze zwischen Thailand
und Kambodscha) wird die Einnahme von Tabletten zur Malaria-Prophylaxe
dringend empfohlen. Informationen darüber erhält man in den Gesundheitsämtern
oder Tropeninstituten.
Es werden jedoch folgende Impfungen empfohlen, wenn man sich ausserhalb
von Bangkok und den Touristenorten befindet:
- Hepatitis A
- Tetanus (alle 10 Jahre, nicht nur für Reisen nach Thailand sinnvoll)
- Typhus (Kann bei Genuss von unsauberem Wasser übertragen werden)
Allgemeines zur Gesundheit:
Klimawechsel und Zeitverschiebung belasten den menschlichen Organismus.
Die Folge können Schwächeanfälle und Erkältungen sein.
Besonders während den ersten Tagen ist es ratsam, Stress zu vermeiden.
Die Sonne ist sehr intensiv und schwächt den Körper. Unbedingt
Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor verwenden, wenn man sich im Freien
oder an den Stränden aufhält. Wegen erhöhter Transpiration
benötigt der Körper viel Flüssigkeit (mindestens 3 Liter
pro Tag) und Salz. Salzmangel durch Tabletten oder einer gelegentlichen
Prise Kochalz ausgleichen. Auch Suppen oder Salzstengel beheben den Salzmangel.
In Sachen Gesundheit sind sowohl Unachtsamkeit als auch Überempfindlichkeit
in Thailand fehl am Platz. Übertreiben sollte man weder in die eine
noch in die andere Richtung
Am empfindlichsten reagieren bei Besuchern aus den Industriestaaten
der Magen und Darm. Auf keinen Fall Leitungswasser trinken. Nur Getränke
aus verschlossenen Flaschen zu sich nehmen. Ebenso sollte man auf Speiseeis
unbekannter Herkunft, Eis in Getränken, ungeschältes rohes Obst,
rohen Fisch, rohes Fleisch und frische Salate verzichten. In den Restaurants
kann man problemlos Getränke ohne Eis bestellen.
Von Nahrungsmittelherstellern abgepackte Glacé kann man jedoch
ohne Bedenken verspeisen.
Wenn man diese Verhaltensregeln einhält, wird man unter keinen
ernsthaften Magenbeschwerden leiden. Sollte man trotzdem einmal Durchfall
bekommen, darf man die Sache nicht allzu tragisch nehmen. Einfach viel
trinken, und der wird von alleine wieder verschwinden. Es ist nicht nötig,
den Körper mit Medikamenten vollzupumpen, das verringert nur die Widerstandsfähigkeit.
Trotzdem ist es sinnvoll, Kohletabletten oder ein anderes Präparat
zur Stabilisierung der Darmflora zur Hand zu haben.
Moskitos:
Ein gutes Mittel gegen Moskitos ist in Thailand in jeder Apotheke erhältlich:
Skeeloten. Abends sollte man in ländlichen Gebieten langärmelige
Pullover und Hosen tragen. Moskitos sind nur nachts aktiv. Bei Übernachtungen
in nicht klimatisierten Räumen ist ein Moskitonetz unerlässlich.
AIDS:
Ein besonderer Hinweis gilt AIDS. Die Regierung spielt oft die Fälle
der HIV-Infektionen bei Prostituierten herunter. Man kennt keine genauen
Zahlen, aber sicherlich ein grosser Prozentsatz von ihnen haben sich mit
dem Virus infiziert.
In den letzten Jahren wurden vermehrt Kampagnen über die Ansteckungsgefahren
gestartet.
Bei sexuellen Kontakten, vor allem mit Prostituierten, ist es zwingend
notwendig, Kondome zu verwenden. Letztere sind auch in Thailands Apotheken
oder Drogerien erhältlich.
Allerdings gibt es mittlerweile zahlreiche Prostituierte, welche Sex ohne Gummi anbieten.
SARS:
Da Thailand auch in Südostasien liegt, ist zu beachten, dass die
neue Form der manchmal tödlich verlaufenden Lungenentzündung
dort ebenfalls vorkommen kann. Allerdings gibt es zur Zeit keinen Grund
zur Panik.
Beim Ankunft im internationalen Flughafen Bangkoks werden Flugpersonal
und die Passagiere aus den betroffenenen Ländern vor der Einreise
ärztlich untersucht.
Ich rate daher den Reisewilligen, die Nachrichten zu verfolgen, da
sich die Situation dauernd ändern kann.
Vogelgrippe:
In Thailand gab es einige Todesfälle bei der Übertragung
der Vogelgrippe auf Menschen.
Daher ist es ratsam, Geflügelmärkte und Geflügelfarmen
nicht zu besuchen. Auch hier sollte man die aktuellsten Nachrichten konsultieren,
um auf dem Laufenden zu sein.
Gesundheitswesen:
Thailand verfügt über ein verhältnismässig modernes
Gesundheitswesen, auch in der Provinz. Weil viele Ärzte in Europa
oder in den USA ausgebildet wurden, entspricht ihr Fachwissen dem westlichen
Standard. Einige grosse Krankenhäuser haben sich auf ausländische
Patienten eingestellt und verfügen über englisch- und deutschsprachige
Mediziner.
Gute Notadressen in Bangkok sind das Samitivej Hospital, das Bangkok
Christian Hospital und das Seventh Day Adventist Hospital. Deutschsprachige
Ärzte praktizieren unter anderem im Samrong General Hospital.
Weitere Informationen erteilen die Botschaften oder das Hotelpersonal.
Bei Arzt- und Spitalbesuchen muss man meist sofort bar bezahlen. Kreditkarten
werden nicht überall angenommen.
DIVERSES & NÜTZLICHES
Visum:
Die Visabeschaffung erfolgt über die jeweilige diplomatische Vertretung.
Schweizer Touristen können sich bis zu maximal 30 Tagen ohne Visum
in Thailand aufhalten.
Die Visa sind nur für eine einmalige Einreise gültig. Werden
mehrere Einreisen benötigt, muss beim Beantragen darauf hingewiesen
werden. Arbeiten in Thailand ist mit dem Touristenvisum, welches üblicherweise
während drei Monaten gültig ist, verboten. Mit hohen Strafen
muss gerechnet werden, wer ohne gültiges Visum erwischt wird.
Pass:
Der Verlust des Passes muss auf einem Polizeirevier gemeldet werden.
Der nächste Gang ist dann zur Botschaft, die einen "Reiseausweis als
Passersatz" ausstellt.
Zoll:
Pro Person können eine Filmkamera mit drei Rollen Filmen und/oder
ein Fotoapparat mit fünf Filmen zollfrei nach Thailand eingefürt
werden. Weitere Foto- und Filmkameras müssen deklariert werden. Zusätzliches
unbelichtetes Filmmaterial wird mit einer Zollgebühr von 40% des Gesamtwertes
(Preise in Thailand) belegt.
Ebenfalls zollfrei eingeführt können Dinge zum persönlichen
Gebrauch wie 200 Zigaretten, Zigarren und/oder bis zu 250 Gramm Tabak sowie
ein Liter Wein oder Spirituosen.
Die Ausfuhr von Antiquitäten und Kunstgegenständen unterliegt
besonders strengen Bestimmungen. Verstösse werden unnachsichtig bestraft.
Buddhafiguren sowie Statuen anderer Gottheiten und Teile derselben dürfen,
mit Ausnahme von Amuletten und kleinen, auf den Märkten erhältlichen
Buddhafiguren ohne religiösen Wert, nur mit einer Genehmigung des
Fine Arts Department und des Handelsministeriums in Bangkok ausgeführt
werden.
Selbst bei der Ausfuhr eines Souvenir-Buddhas geht man ein Risiko ein,
denn nicht jeder Zöllner kann oder will ihn von einem echten unterscheiden.
Strengstens verboten ist sowohl die Einfuhr als auch die Ausfuhr von
Drogen.
Elektrizität:
Thailand hat 220 Volt Wechselstrom, ausser mit ganz wenigen Ausnahmen
in der Provinz. Das Mitnehmen eines Stecker-Adapters erweist sich oft als
sinnvoll.
Kleidung:
Am zweckmässigsten ist leichte Baumwollkleidung. Während
der Regenzeit und im Winter, sowie bei Reisen in die Bergregionen ist abends
ein Pullover oder eine leichte Jacke angebracht. In den klimatisierten
Bussen ist es ebenfalls empfehlenswert, einen langärmeligen Pullover
und Socken zur Hand zu haben.
Wichtig ist in jedem Falle das Tragen von Kleidungsstücken aus
saugfähigen und atmungsaktiven Naturfasern.
Auf dem Lande sollte man nicht barfuss gehen, da auf den Feldern und
im Gebüsch Schlangen lauern.
Für die Thais wirkt es befremdet, wenn westliche Touristen in
zerschundener, ungepflegter Kleidung daherkommen, die für diese zwar
ein Ausdruck des Weitgereistseins ist, den Thais aber ein unästhetischer
Dorn im Auge ist. Zudem ist es in Thailand ein gesellschaftlicher Druck,
besser gekleidet zu sein als es Stand und Einkommen eigentlich erlauben
würde. Denn niemand möchte ja als arm angesehen werden, und gepflegte
Kleidung vermittelt schliesslich die Illusion von sorgenfreiem Wohlstand.
Die meisten Thais können dies nicht nachvollziehen, dass im Westen
ein Grossteil der Bevölkerung sich schäbiger kleidet als es dem
Einkommen zuliesse.
Viele Thaifrauen, vor allem auf dem Lande, tragen den Phasinn. Dies
ist ein etwa zwei Meter langes Tuch aus Seide oder anderen Stoffen, welcher
um die Taille gewickelt wird. Ein getragener Phasinn ähnelt einem
langen Rock.
Sauberkeit:
Schmutz passt nicht in das ästhetisch geprägte thailändische
Weltbild und gilt daher als abstossend. Aus diesem Grunde gehört Thailand
zu den saubersten Ländern Asiens. Besonders die persönliche Hygiene
wird dort sehr gross geschrieben. So wäscht man sich mehrmals täglich
ausgiebig von Kopf bis Fuss, und niemand, der auf sich hält, trägt
dieselbe Kleidung länger als einen Tag. Zwei oder mehr Tage in denselben
Kleidern gesehen zu werden, ist für die meisten Thais Anlass zu tiefer
Scham.
Heute kaum zu glauben, aber im Jahre 1977 galt Bangkok als die schmutzigste
Stadt der Welt. Aufgrund der Sauberkeitskampagnen des langjährigen
Bangkoker Bürgermeisters Chamlong Srimuang hat sich diese Stadt zu
einer hygienisch-präsentablen Metropole entwickelt. Leider hat die
Regierung die hohe Luftverschmutzung in Bangkok, welche zum grössten
Teil durch Autoabgase verursacht wird, kaum im Griff.
Ausserdem blühen seit wenigen Jahren hohe Strafen, wenn man Papierabfälle,
Zigarettenstummel oder Kaugummis auf die Strassen Bangkoks wirft.
Die Hotels und Restaurants sind im allgemeinen sauber bis sehr sauber.
Ebenfalls das Prädikat sauber verdienen unter anderem Langstreckenbusse,
Eisenbahnen der 1. und 2. Klasse, Flugzeuge, Flughäfen, Spitäler,
öffentliche Bauten, Tempelanlagen und Geschäfte.
Post und Telefonieren:
Das Post- und Telegrafenwesen zählt nach denen in Singapur, Japan
und Hong Kong zu den effektivsten und zuverlässigsten Asiens. Ein
Brief von der Schweiz nach Thailand benötigt üblicherweise vier
bis fünf Arbeitstage.
In den teureren Hotels erhält man direkte Telefonverbindungen
von Thailand aus ins Ausland. Ebenso verbreitet sind, vor allem in Bangkok,
Handys.
Geld:
Die thailändische Währung ist der Baht. Er ist in 100 Satang
unterteilt. Es gibt Münzen zu 1, 2 und 5 Baht, sowie zu 25 und 50
Satang. Banknoten gibt es zu 10, 20, 50, 100, 500 und neuerdings zu 1000
Baht.
Der Satang wird kaum noch verwendet.
Reisechecks können in den meisten Banken und in vielen Hotels
eingelöst werden, in letzteren allerdings zu einem weniger günstigen
Kurs.
Die
aktuellen Wechselkurse können Sie hier aufrufen.
Trinkgeld:
In den teuren Hotels und Restaurants sind zehn Prozent in der Rechnung
enthalten. In einfachen Hotels und in Strassenrestaurants ist Trinkgeld
unüblich, aber willkommen. Bei Dienstleistungen wie Koffertragen wird
es erwartet, von Taxifahrern hingegen nicht.
Farang:
Ist die Bezeichnung der Thais für Europäer, Amerikaner und
Australier, den sogenannten Langnasen. Von seinem Ursprung bedeutet es
eigentlich "Franzose". Das r im Wort Farang wird umgangssprachlich
oft zu einem l, und somit als "Falang" ausgesprochen.
MENTALITÄT & DENKWEISE
Auch in Thailand gilt Anstand als eine Tugend. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft
und Gastfreundlichkeit der Thais fallen den Fremden angenehm auf.
Weil die Nordthais in der Vergangenheit in einer stark feudalen Gesellschaft
lebten, repräsentieren sie das Ebenbild von Charme, Sanftmut und Höflichkeit.
Zudem wurde im Norden die thailändische Kultur geprägt, welche
vor allem auf der Religion und der Ästhetik beruht.
Die Südthais dagegen sind weitaus direkter als alle anderen. Der
Südthai legt weniger wert auf höfliche Floskeln, sondern er ist
eher geneigt, so zu handeln, wie er gerade denkt. Diese verhältnismässig
direkte Art der Südler erklärt sich zum einen aus deren teilweise
starken Unabhängigkeitsgefühl, zum anderen aus deren naturgegebenen
Wohlstand. Bis in dieses Jahrhundert hinein fühlten sich die Südthais,
vor allem die islamische Bevölkerung, nie so recht zum Rest des Landes.
Einige Moslems möchten den Anschluss an Malaysia oder wünschen
sich sogar einen eigenen Staat. Leider gibt es seit einigen Monaten Unruhen
zwischen den Buddhisten und den Moslems in den südlichen, vorwiegend
von Moslems bewohnten Provinzen des Landes. Überfälle auf Moscheen,
Tempelanlagen und staatliche Einrichtungen wie Schulen und Polizeiposten
gehören zur Zeit leider zur Tagesordnung. Die starke Militärpräsenz
in dieser Region und das oft fragwürdige, skrupellose Handeln der
Polizei wird sicherlich nicht zum Frieden zwischen den beiden Konfliktparteien
beitragen können.
Die Bewohner des Nordostens sind kulturell etwas weniger geschliffen.
In dieser weiten, teils kargen Ebene hat sich eine ländlich-einfache
Kultur entwickelt, die weniger von komplizierten Höflichkeitsritualen
als von zurückhaltender, aber herzlicher Freundlichkeit gekennzeichnet
sind. Von ihren Landsleuten in den Städten, vor allem aber in Bangkok,
werden die Bewohner des Nordostens als so etwas wie die derben Vettern
vom Lande verschrieen, die man nicht gerne mit nach Hause bringt, weil
sie sich nicht zu benehmen wissen. Die gelegentliche Weltungewandtheit
dieser Menschen wird durch ihre Freundlichkeit und ihren unendlichen Humor
vollends kompensiert.
Die Bangkoker sind eine Mischung von allem. Hier treffen sich die vornehmsten,
höflichsten, elegantesten Menschen mit der schrulligen, unfreundlichen,
schimpfenden Marktfrau. Dennoch stellen die Bangkoker im Vergleich zu anderen
Metropolen dieser Grösse die Weltspitze an Höflichkeit dar.
Die menschliche Wärme und die Freundlichkeit der Bewohner Thailands
werden einem erst so richtig bewusst, wenn man nach dem Urlaub in sein
eigenes, leistungsorientiertes, menschlich eher kühles Land zurückkehrt.
Die gesamte thailändische Gesellschaft ist, wie welche in anderen ostasiatischen Ländern auch, darauf ausgerichtet, sein Gesicht nicht zu verlieren. Der Verlust des Gesichts ist eine der schlimmsten persönlichen Katastrophen im Leben eines Thais. Die Blossstellung seiner Persönlichkeit, mit all ihren Schattenseiten, kommt einem persönlichen Zusammenbruch gleich.
Der Thai hört gerne etwas Angenehmes, das ihn wohlgelaunt und munter
macht. Ob es dabei der Wahrheit entspricht oder nicht, ist gar nicht so
wichtig. Es geht einzig und allein um die allzeit erstrebenswerte Harmonie
mit den Mitmenschen. Kein Wunder also, wenn die Thais gerne zu Schmeicheleien
neigen. Davon profitiert auch der Fremde, dann nämlich, wenn man ihm
zum zigsten Male bestätigt, dass er wunderbares Thai spricht oder
wirklich toll aussieht. Zu sagen "Naja, Dein Thai geht so gerade", bzw.
"Du siehst nicht sonderlich gut aus" empfände der Thai als arge Beleidigung.
Aus diesem Grunde sollte man sich in Thailand mit allzu direkten, wenn
auch ehrlich gemeinten, Äusserungen zurückhalten. Falls jemand
auf die Frage "Wie gefällt Ihnen denn Thailand?" antwortet: "Die Leute
dort lächeln mir zu viel, das Essen ist viel zu scharf und zudem hält
die Hitze ja kein Schwein aus.", mag zwar seine ehrliche Meinung sein.
Im Westen würde er dafür schon eine gewisse Achtung ernten, denn
Direktheit, auch wenn sie manchmal schmerzt, hat dort durchaus seinen Platz.
In Thailand hingegen werden allzu direkte, harte, kritische Aussagen nicht
gerne gehört.
Vorwiegend in der Provinz wird der Fremde manchmal bewundernd betrachtet.
Das beste Rezept ist, freundlich zurückzulächeln. Gewisse Thais
befragen die Touristen mit allerlei persönlichen Fragen, dies hat
jedoch nichts mit blankem Neugier zu tun, sondern zeugt von zuvorkommenden
Interesse.
Sanuk, Sabai und Suay:
Kann man als thailändische Lebensphilosophie betrachten.
Sabai entspricht etwa unserem "gemütlich", "angenehm",
oder "bequem". Das Sabai wird häufig zu Sabai, sabai verdoppelt, was
noch ein gesteigertes Gefühl des Wohlseins ausdrückt.
Das Wort suay bedeutet schön. Beim Kauf eines Gegenstandes
ist "suay" ein wichtiges Kriterium. Das rein äusserliche Aussehen
ist meistens viel wichtiger als der funktionale Nutzen bei Gegenständen
oder die inneren Qualitäten eines Menschen. Beispielsweise wird während
den Nachrichtensendungen im Fernsehen vorwiegend auf die äusserliche
Erscheinung der Moderatorin oder des Moderators geachtet, die vermittelten
Informationen hingegen spielen dabei oft keine grosse Rolle.
Sanuk bedeutet, grob übersetzt, "Den Plausch haben" oder einfach
nur "Spass".
Essen:
Essen ist absolut Sanuk. Je mehr Leute daran teilnehmen, desto mehr
Sanuk ist es. Die Thais denken permanent ans Essen und die kurzen Verdauungspausen
zwischen den zahlreichen Mahlzeiten dienen zur weiteren Speiseplanung.
Shopping:
Sehr Sanuk, besonders dem weiblichen Geschlecht. Die Thais kaufen oft
unbesonnen und spontan, was sparsameren Zeitgenossen vielleicht als unüberlegt
taxieren würden. Der Preis spielt dabei keine so grosse Rolle. Man
kauft, was man will, sofern das Geld vorhanden ist. Und wenn nicht, wird
es eben ausgeliehen. Der pure Akt des Kaufens selber macht enorm Spass,
und spätere Reuegefühle über zuviel ausgegebenes Geld sind
nahezu unbekannt.
Fernsehen:
Sehr Sanuk. Das Fernsehen gilt als wertfreie, mannigfaltige Unterhaltung.
Analysen des Programmes oder kritische Äusserungen dazu sind nicht
üblich. In vielen Haushalten läuft der Fernseher von Sendebeginn
bis Sendeschluss um Mitternacht. Der Inhalt ist dabei nicht so sehr wichtig.
Am liebsten mögen die Thais endlose Seifenopern und Karatefilme mit
den Helden Bruce Lee und Jackie Chan aus Hong Kong. Wissenschaftliche oder
kulturelle Programme des staatlichen Senders Channel 11 werden von vielen
abgelehnt, weil sie keinen Sanuk bieten, obwohl sie lehrreich und durchaus
interessant sind.
Reisen:
Kann zwar Sanuk sein, aber nur unter bestimmten Bedingungen. Die Thais
reisen am liebsten in Gruppen oder im Familienkreis. Individualreisende
sind dort eine Rarität. Man reist nur alleine, um Verwandte oder Freunde
zu besuchen. Nämlich die wenigsten Thais sind Abenteurer- oder Entdeckernaturen.
Zudem muss die Reise bequem sein und darf nicht zu abenteuerlich werden.
Kaum ein Thai besucht seine Nachbarländer wie Laos, Kambodscha oder
Burma (Myanmar), weil diese Länder in den Augen der Thais rückständig
und somit nicht sehenswert sind. Die Thais reisen gerne, sofern es das
Budget erlaubt, nach Europa, Australien oder Nordamerika; also in Ländern
mit hohem Lebensstandard. Trotz allem fühlen sich die Thais in Thailand
am wohlsten. Thailand ist eben Sabai, sabai.
Spazieren gehen:
Kein Sanuk, weil die wenigsten Thais die Fortbewegung aus eigener Kraft
zu schätzen wissen. Selbst kurze Strecken werden mit dem Bus, Tuk
Tuk oder Taxi zurückgelegt. Wer läuft, erweckt den Eindruck,
kein Geld zu haben oder zu geizig zu sein, um das bisschen Kleingeld auszugeben.
Der gesundheitliche Nutzen körperlicher Betätigung ist den meisten
Thais fremd. Auch das warme Klima fördert nicht gerade die Motivation,
Sport zu treiben. Zudem möchte sich kaum jemand freiwillig an der
Sonne aussetzen, um nicht eine dunklere Hautfarbe zu bekommen. Eine dunkle
Hautfarbe ist verpönt, denn die haben die Bauern auf dem Lande, die
sich täglich an der prallen Sonne abplagen müssen. Eine helle
Hautfarbe hat in Thailand Statuswert.
Diese Einstellung entspricht genau dem europäischen Gegenteil,
wo sich viele eine dunkle Hautfarbe wünschen. Um dies zu erreichen,
besuchen dann einige von ihnen gelegentlich das Solarium.
Lesen:
Ist nur Sanuk, wenn es nicht zu sehr überfordert. Der beliebteste
Lesestoff sind Boulevardblätter und Comics, während dem Sachbücher
nur für eine Minderheit interessant sind.
Tiefgründige Diskussionen:
Bieten keinen Sanuk. Gespräche mit ernstem Charakter bringen keine
Freude, deshalb haben sie locker, freundlich und humorvoll zu sein. Ernste
Gespräche gibt es nur in Ländern, in denen die Sonne nicht so
oft scheint, es nicht so viel zu Essen gibt und alles nicht so schön
ist. Zudem behaupten nicht wenige Thais, dass sie vom vielen Denken Kopfschmerzen
bekommen. Offenbar wird das Gehirn für einen Muskel gehalten, der
bei Überanstrengung zu schmerzen beginnt. Streitigkeiten und Kontroversen
werden so gut wie es geht umgangen, damit der soziale Frieden erhalten
bleibt. Das Kritisieren von Personen ist nicht üblich und lässt
allenfalls negative Rückschlüsse auf den Kritiker zu, nicht aber
auf den Kritisierten. Einfache, freundliche Gespräche fördern
das allgemeine Wohlbehagen.
Das häufigste Gesprächsthema der Thaifrauen sind deren Ehemänner.
Doch dies ist nicht nur in Thailand der Fall.
Arbeiten:
90% der thailändischen Wirtschaft ist in chinesischen Händen.
Viele Mitglieder in gehobenen Positionen sind ebenfalls Nachkommen chinesischer
Einwanderer. Der relative Wohlstand ist hauptsächlich den fleissigen
Chinesen zu verdanken, jedoch bestreiten dies oft viele Thais.
Der typische Thai ist nicht sonderlich bestrebt, Kaderpositionen einzunehmen;
er fühlt sich im allgemeinen im einfachen Angestelltenverhältnis
wohl. Er ist zwar meist ein guter und zuverlässiger Arbeiter. Doch
muss bei der Arbeit noch Freiraum für Sanuk sein, demnach muss auch
während der Arbeitszeit die Möglichkeit bestehen, mit jemandem
zu sprechen oder zu scherzen. Ist dies nicht möglich, verwelkt der
Thai wie eine Topfblume, welche man zu giessen vergisst. Die Thais haben
nicht die verbissene Konzentration und Ausdauer wie beispielsweise die
Europäer oder Japaner. Alles geht spielerischer, lockerer zu. Dass
dabei die Leistung leidet, liegt auf der Hand; auf der anderen Seite besteht
ein weitaus gesünderes Arbeitsklima mit ausgeglicherern Angestellten.
In jenem Konzern, in welchem ich arbeite, gibt es eine thailändische
Niederlassung in der Nähe von Bangkok. Die Schweizer Chefs schätzen
den Fleiss und die Motivation jener Thais, welche dort arbeiten.
Eigene Initiative zu ergreifen, sei es privat oder geschäftlich,
ist nicht unbedingt eine typische Eigenart der Thais. Oft werden diese
Menschen mit guten Soldaten verglichen, die ohne Widerspruch die Befehle
von oben ausführen. Dieses Phänomen kommt daher, dass früher
in Thailand Gemüse, Früchte und weitere Nahrungsmittel wild wuchsen
und man diese ohne grossen Aufwand ernten konnten. In Europa hingegen musste
man rechtzeitig die Felder bestellen und die Ernten einfahren, ansonstem
man verhungerte.
Familienbande:
Für den Thai ist die Familie, in welche er hineingeboren wurde,
der zentrale Lebensinhalt. Die jüngeren Geschwister werden umsorgt
und verhätschelt, und mit den Eltern verbindet ihn ein unzerreissbares
Band von Liebe, Respekt und Dankbarkeit. Im Gegensatz zu den westlichen
Ausländern, die sich irgendwann einmal mehr oder weniger aus ihrem
Familiennest hearuslösen, bleibt der Thai der eigenen Familie, wie
durch eine unsichtbare Nabelschnur gehalten, für immer verbunden.
Die meisten erwachsenen Thais, wenn sie heiraten und wiederum selbst eine
eigenen Familie haben, wohnen sehr häufig in der Nähe der Eltern.
Dies ist oft das selbe Dorf, in der Stadt der selbe Strassenzug. Es gibt
jedoch Fälle, wo einzelne Familienmitglieder aus beruflichen Gründen
weit weg von der Famile wohnen, doch diese fühlen sich im Innersten
natürlich nicht sehr wohl.
Der Patriotismus:
Die Thais haben ein starkes Nationalbewusstsein. Sie sind sehr verbunden
mit ihrem Heimatland. Glücklicherweise ist bei ihnen der Rechtsextremismus
weitgehend unbekannt.
Auf den ausländischen Betrachter wirkt die thailändische
Gesellschaft wie eine grosse Familie, in die aufgenommen zu werden,
beinahe unmöglich scheint. Zum Thai-Sein, so würden die Thais
wohl sagen, muss man geboren sein. Die Schulen und der Staat fördern
unübersehbar das Nationalbewusstsein. So treten Schulkinder morgens
vor dem Unterricht zu einem Fahnenappell an und singen die Nationalhymne.
Jeweils um 8 Uhr und um 18 Uhr wird die Nationalhymne landesweit über
alle Radio- und Fernsehstationen ausgestrahlt. Die Passanten haben dann
zu diesem Anlass zu pausieren, um der Hymne zu lauschen. In den Bahnhöfen
erheben sich zu diesem Zeitpunkt blitzartig, wie von einer höheren
Gewalt befohlen, alle Leute. In den Dörfern und kleineren Städten
erstirbt in diesen Momenten oft jeglicher Verkehr. Beim Fernsehen werden
zur Nationalhymne noch Bilder der Königsfamilie eingeblendet. Auch
vor Kinoveranstaltungen wird die Hymne gespielt, welche ebenfalls mit Bildern
der Monarchenfamilie unterlegt wird. Dort hat sich ebenfalls jeder zu erheben.
Das alles schürt das Nationalbewusstsein, ohne das dabei ein Gefühl
der Peinlichkeit aufkommt.
Die königliche Loyalität:
Die Beziehung der Thais zu ihrem Königshaus, insbesondere zum
gegenwärtigen König Bhumipol Adulyadej, Rama IX., ist sehr stark
ausgeprägt. In den Augen seines Volkes hat dieser König alle
Eigenschaften früherer Monarchen: Er ist gütig, er ist ein väterlicher
Herrscher und er ist ein unnahbarer Gottkönig. Das Volk liebt ihn
wegen seines unermüdlichen Einsatzes für sein Land und es respektiert
und achtet ihn als die höchststehende Person des Landes, obwohl seine
Einflüsse in der heutigen Politik eher gering sind.
Das Thaivolk duldet es nicht, wenn der König kritisiert oder ins
Lächerliche gezogen wird. Ebenso erscheint er nirgends in den Medien
als Karikatur.
Praktisch in jedem Thai-Haushalt, in den Geschäften und in den
Restaurants hängen hoch oben an der Wand Bilder des Königs und/oder
seiner Familie.
Namen und Anreden:
Wenn man sich unter den Thais befindet und ihnen ein wenig zuhört,
stellt man fest, dass sich diese fast immer nur mit ihren Spitznamen anreden.
Nur bei formellen Anlässen wird der echte Vornamen verwendet, der
meist ein komplizierter Sanskrit- oder Palibegriff ist (Pali ist die heilige
Sprache der Buddhisten, entsprechend dem Latein der Katholiken). Ausser
in allen offiziellen Dokumenten werden die Familiennamen, diese stammen
wiederum vom Sanskrit oder Pali, kaum benutzt. Die Gleichgültigkeit
dem Familiennamen gegenüber beruht auf der Tatsache, dass diese erst
1919 eingeführt wurden, wobei jeder Familie ihr eigener Name zugeteilt
wurde. Weil damals jede Familie ihren individuellen Namen erhielt, kann
man heute davon ausgehen, dass Personen mit dem selben Familiennamen alle
mehr oder weniger miteinander verwandt sind.
Die oben erwähnten Spitznamen beruhen meist auf einer tatsächlichen
oder gewünschten Eigenschaft der Person, oder auf deren Aussehen.
Ausserdem stammen viele Namen vom zoologischen Lexikon. So gibt es zigtausende
von Mäo (Katze), Muu (Schwein), Mot (Ameise), Phet (Ente), Nok (Vogel),
Tao (Schildkröte), Gai (Huhn), Nuu (Maus), etc. Namen wie Schwein
oder Maus gelten dabei nicht als Beleidigung. Weitere Spitznamen sind beispielsweise
Däng (rot; helle, rosa Hautfarbe), Dam (schwarz; dunkle Hautfarbe),
Noy (klein), Lek (klein), Jey (gross), usw.
Religion:
Die meisten Thais mögen es ebenfalls nicht, wenn man den Buddhismus
kritisiert oder gewisse Elemente davon in Frage stellt. Wie bei jeder Religion
gibt es dort natürlich auch Angriffsflächen für Kritik.
Beispielsweise lehrte Buddha den Gläubigen, enthaltsam und ohne Begierde
zu leben. Hingegen auf der Strasse und selbst bei Tempelbesuchen sieht
man etliche Thais mit haufenweise Goldschmuck um den Hals und an den Händen,
sowie mit teuren Markenkleidern und modernen Handys. Bei dieser stark auf
Materialismus geprägten Gesellschaft gibt es andauernd Widersprüche
zwischen Religion und dem weltlichen Leben. Der Materialismus wird zwar
durch den Buddhismus in gewissen Grenzen gehalten, doch letzterer ist wie
eine grosse Mauer, die allmählich zerbröckelt, besonders in den
grösseren Städten.
Korruption:
Die Korruption ist in Thailand weit verbreitet. Trotz Bemühungen
einiger Politiker lässt sich die Korruption nicht ausrotten. Sie erfasst
beinahe jeden Lebensbereich und bildet eine Art zweites Gesetz. Nur durch
sie können die Abertausende von Bordellen, Massagesalons und Bars
im Lande existieren.
Die Genehmigungen für Haus- oder Hotelbauten werden manchmal auf
illegalem Wege bezogen, was erst später, wenn die Gebäude schon
stehen, auffällt. Nur auf dieser Weise konnten Hotelbauten an die
Küste von Phuket erstellt werden, die gemäss den örtlichen
Bauvorschriften viel zu hoch gebaut wurden und dadurch die Landschaft verschandeln.
Ebenfalls wurden die Baugenehmigungen der meisten der grossen Bungalow-Anlagen
auf den idyllischen Phi Phi-Inseln auf illegalem Wege bezogen, und zwar
ohne Rücksicht auf die geschützte Landschaft.
Selbst bei der einfachen Bevölkerung auf dem Lande kommt es häufig
vor, dass bei Wahlen Stimmen verkauft werden, um damit einige Baht zu verdienen.
Doch diese jammern dann am lautesten, wenn nicht der gewünschte Politiker
gewählt wird.
Weitere Eigenschaften:
Die Thais planen und reagieren oft sehr spontan und kurzentschlossen.
Blitzschnell wird umdisponiert oder auf das vorhin Vereinbarte verzichtet.
Langfristiges Planen wie in Europa ist nicht bei allen üblich. Zudem
sind die Thais nun mal keine Forscher- oder Abenteurertypen.
In Thailand ist es vielmals üblich, dass innerhalb einer Ehe der
Mann bestimmt. In ihrem Sinnbild befindet sich der Mann in den zwei vorderen
Füssen eines Elefanten, der steuert und die Frau in den beiden hinteren
Füssen, die den vorderen folgen.
Wohnen Thais im Ausland, so haben sie nur untereinander Kontakt. Das
heisst, dass eine Thailänderin, welche in Europa lebt, nur Freundinnen
aus ihrer Heimat hat und leider kaum Kontakte zu Europäerinnen pflegt.
Die Thais, allen voran die Frauen, lieben den Tratsch. Wird geplaudert,
kann es vorkommen, dass man das Gesagte falsch interpretiert und das falsch
Gehörte weitergibt. Ich musste oft feststellen, dass die Ehegatten
von anderen Thaifrauen (Kolleginnen oder Freundinnen der eigenen Thaifrau)
beobachtet werden. Dies ist zwar nicht verboten, aber kann sehr unangenehm
sein, wenn diese Beobachtung falsch gedeutet wird und dann anschliessend
Gerüchte in die Welt hinausgesetzt werden.
Ich war auch schon Opfer dieser Beobachtungen und möchte hier
zwei kleine Anekdoten festhalten:
1. Vor wenigen Jahren gingen meine Frau und ich in einen Asien-Supermarkt
in meinem Wohnort. Nach dem Einkaufen sah ich eine Kollegin meiner Frau,
welche versuchte, einen 20-kg Reissack in ihr Auto zu schleppen. Ohne zu
zögern half ich ihr. Meine Frau blieb beim Ladeneingang stehen, währenddem
ich mit dieser Kollegin etwa 100 Meter weiter zu ihrem Wagen spazierte.
Während diesem kurzen Spaziergang mit dem Reissack und dieser
Frau wurde ich ohne meines Wissens von einer weiteren Thaifrau beobachtet
und einen Tag später verbreitete sich das Gerücht innerhalb der
lokalen Thaigemeinde, dass ich eine "neue" Frau habe...
2. Vor einigen Monaten fuhren meine Frau und ich mit einem öffentlichen
Bus zu meinem Vater. Neben uns sass eine Thaifrau mit einem Kleinkind,
ich kannte diese Frau überhaupt nicht. Gelegentlich warf sie einen
Blick auf mich und auf meine Frau, welche die Haare anders als üblich
gekämmt hatte und einen Sonnenhut trug. Gleichzeitig schlief meine
Gattin, sie bemerkte nicht, dass wir dauernd beobachtet wurden.
Diese kurzen Blicke jener mir unbekannten Thaifrau wurden immer länger
und ernster.
Als meine Frau aufwachte und diese unbekannte Thailänderin erkannte,
begrüssten sie sich, denn beide kannten sich schon lange. Die Blicke
dieser Kollegin wurden wieder fröhlicher. Nun meinte diese Frau zu
meiner Frau:
"Ich erkannte Dich gar nicht, ich dachte, dass Reto mit einer anderen
Frau unterwegs ist, ich dachte schon, dass ich Retos Frau telefonieren
müsse, um ihr zu erzählen, dass er eine Freundin hat..."
|
Es ist wichtig zu wissen, dass die Thais nun mal eine andere Mentalität als die Europäer haben, welche aber niemals als minderwertig oder kleinkariert verurteilt werden darf. In ihren Augen gibt es mit aller Wahrscheinlichkeit auch Eigenarten von Westlern, welche den Thais nicht sonderlich gefallen oder für sie ebenfalls fragwürdig erscheinen. |
DAS TYPISCHE LÄCHELN
So etwas wie ein thailändisches Markenzeichen ist das allgegenwärtige
Lächeln, welches man dort auf Schritt und Tritt begegnet. Die Verkäuferin
im Laden, der Postboote oder der Bankbeamte lächelt; ja, es lächeln
alle Menschen. Selbst der frisch ertappte Massenmörder lächelt
in die Kameras thailändischer Journalisten. Daher bezeichnen die Thais
ihr Land gerne als Siam Yim, übersetzt Siam, Land des Lächelns.
Auch im Westen identifiziert man Thailand häufig mit lächelnden,
einladenden Gesichtern. Diese lassen sich tourismustechnisch gesehen natürlich
bestens vermarkten. Das Lächeln vermittelt doch das Bild einer harmonischen,
warmherzigen und freundlichen Gesellschaft.
Lächeln, das kann es bedeuten:
Lächeln aus Freundlichkeit:
Wenn man auf der Strasse plötzlich von fremden Personen angelächelt
wird, bedeutet dies in den meisten Fällen ein Akt reiner Freundlichkeit,
gelegentlich gepaart mit einem Schuss Respekt vor dem weitgereisten Touristen.
Gelegentlich versuchen Schlepper und andere zweifelhafte Gestalten
durch ein freundliches Lächeln das Vertrauen des Touristen zu erlangen,
um mit ihnen Geschäftchen machen zu können. Mit etwas Feingefühl
und natürlicher Skepsis ist aber in den meisten Fällen zu unterscheiden,
ob es sich um einen Freundlichkeitsakt oder um versteckte Absichten handelt.
Im letzteren Fall ist es besser, nicht zurückzulächeln.
Lächeln um zu verzeihen:
Begeht man selbst Fehltritte oder kleine Fehler, so wird dies oft durch
ein Lächeln überspielt, welches gleichzeitig eine Bitte um Verzeihung
bedeutet. Dem Charme eines Lächelns können sich die Thais nämlich
kaum entziehen. Ebenso zeigt jemand, an dem ein solcher Fehler begangen
wurde, durch ein Lächeln seine Bereitschaft zum sofortigen Verzeihen
an.
Lächeln in Streitsituationen:
Wenn die Thais in Streitsituationen lächeln, so ist dies ein Versuch,
das Gegenüber zu besänftigen oder einen schlimmeren Konflikt
zu verhindern. Es ist besser, dieses Freundschaftsangebot zu akzeptieren,
andernfalls können primitivere Zeitgenossen gerne zur Gewalt greifen.
Lächeln als Deckmantel:
Konflikte mit sich selbst werden vielmals mit einem Lächeln überdeckt,
denn die Thais neigen nicht dazu, ihr Innerstes preiszugeben, nicht einmal
gegenüber den engsten Familienmitgliedern oder Freunden. Das Bekenntnis
von inneren Regungen macht schliesslich verletzlich und bietet dadurch
Angriffsflächen, die manch potentieller Feind sich zu Nutze machen
könnte. Somit werden Kummer, Sorgen oder Probleme mit sich selbst
ausgefochten und man macht dabei gute Miene zum bösen Spiel. Das Beklagen
des eigenen Schicksals, wie es im Westen häufig üblich ist, zeugt
von innerer Schwäche und gilt als abstossend.
Lächeln als Bitte:
Das Bitten um einen Gefallen bei Privatpersonen und Ämtern haben
weitaus mehr Aussicht auf Erfolg, wenn sie von einem freundlichen Lächeln
begleitet werden. Ein Bittsteller mit ernster Miene hat dagegen kaum eine
Chance. Das Lächeln gibt dem Gebetenen das Gefühl, respektiert
zu werden, wogegen hartes Fordern mit starrem, ernsthaftem Gesicht ihn
einschüchtert oder sogar abschreckt. Mit grösster Wahrscheinlichkeit
wir dann diese Bitte abgelehnt. Nett lächeln und mit freundlicher,
ruhiger Stimme bitten, das ist vielmals der Weg zum Erfolg.
Lächeln bei Gesichtsverlust:
Peinliche Situationen aller Art können mit einem Lächeln
vertuscht werden. Dazu gehören unter anderem der Gesichtsverlust,
die Blossstellung einer Person oder ihrer Taten in der Öffentlichkeit.
Lächeln als eine Absage:
Das Lächeln kann aber auch eine Absage bedeuten. Wird eine Bitte
oder Frage mit einem milden Lächeln honoriert, ohne dass dazu eine
positive Zusage gemacht wird, so bedeutet das Lächeln "Das geht leider
nicht", "Das weiss ich leider nicht", oder ähnliches. Die Thais hassen
nämlich abweisende Absagen, die als bewusste Erniedrigung aufgefasst
werden können. Mit einem freundlichen Lächeln wird eine Absage
etwas schmackhafter verpackt, so wie bittere Medizin mit einer Zuckerschicht
überzogen wird.
Lächeln bei Verlegenheit:
Gelegentlich lächeln, vor allem junge Frauen, aus Verlegenheit.
Ist man einer Person sympathisch, so wird dies häufig mit einem langen,
andauernden Lächeln erkenntlich gezeigt.
KRIMINALITÄT
Im allgemeinen ist Thailand ein sicheres Land. Gewalt oder schwere
Verbrechen gegenüber Fremden kommen kaum vor.
Auf Fotoapparat, Portemonnaie und Schmuck muss man aufpassen wie anderswo
auch. Vorsicht ist vor allem in den Städten geboten. Taschendiebe
gibt es vorwiegend in den Märkten und im Chinatown Bangkoks. Man sollte
sich den Gegebenheiten anpassen und sich nicht mit Geld und Schmuck herumwerfen.
Bei unauffälligem Verhalten muss kaum mit Diebstahl gerechnet werden.
Gewalt um ihrer selbst Willen, à la Schläger, Rowdies oder
Hooligans, ist in Thailand beinahe unbekannt. Westliche Frauen können
sich abends und nachts in den Städten ohne Belästigungen oder
Anmacherei von Thai-Männern bewegen.
In der Nähe von den bekannten Sehenswürdigkeiten treibt gelegentlich
eine Sorte von Ganoven ihr Unwesen, welche sich die Naivität vieler
Neuankömmlinge zu Nutze macht. Touristen werden mit einem unaufdringlichen,
freundlichen "Hallo, aus welchem Land kommst Du denn?" angesprochen. Danach
entwickelt sich ein angeregtes, interessantes Gespräch. Im Verlaufe
dieser Diskussion wird der Tourist unerwartet von diesem Schlepper in ein
schickes Restaurant eingeladen, in welchem es unter anderem klassischen
Thai-Tanz zu sehen gibt. Damit, das wissen ja die Schlepper, lassen sich
die Touristen sehr einfach ködern. Im Restaurant wird der Schlepper
dem Touristen weiterhin das Gefühl vermitteln, herzlich eingeladen
zu sein. Es wird ausgiebig gegessen, getrunken und gescherzt. Später,
wenn der Kellner abzuräumen beginnt, wird der Schlepper sich wahrscheinlich
zur Toilette begeben - und wird nie wieder zurückkehren. Es scheint,
als wäre er spurlos verschwunden. Unter Drohungen werden die Kellner
nun die Begleichung der Rechnung fordern, die zudem noch weit überzogen
sein kann. Schlepper und Restaurant arbeiten nämlich zusammen. Nicht
selten sind es junge, charmante Frauen, auf die männliche Touristen
besonders leicht hereinfallen.
Man sollte generell vorsichtig sein, mit wem man ins Gespräch
kommt. Betrunkenen geht man besser aus dem Wege.
Obwohl ich schon sieben mal nach Thailand reiste, wurde mir niemals
etwas abhanden gekommen. Auch wurde ich bis anhin noch nie betrogen.
Das Verhalten der Thais ist so angelegt, dass sie Konflikte mit Mitmenschen
zu vermeiden versuchen. Dazu dient in erster Linie ein stark reglementierter,
respektvoller und höflicher Umgang untereinander. Aber auch Beschwichtigungsmechanismen
wie beispielsweise das entwaffnende Lächeln oder Schmeicheleien gehören
dazu. Dass dabei oft Zugeständnisse an den wahren Gemütszustand
gemacht werden müssen, liegt auf der Hand. Beispielsweise muss man
nämlich aus purer Etikette zu jemandem höflich sein, den man
am liebsten ins Pfefferland wünscht, oder man hat sehr oft gegen die
eigene schlechte Tageslaune die gesamte Welt anzulächeln, obwohl es
einem eigentlich eher nach einem Wutausbruch zumute wäre. Der wahre
Gemütszustand muss also häufig überdeckt werden, weit mehr
als in Europa, wo man zum Teil bewundert wird, wenn man seine innersten
Empfindungen preisgibt.
Anders ist es in Thailand, wo die Beherrschung dieser Gefühle
der Normalität entspricht. Wer sein wahres Inneres preisgibt, verliert
unter Umständen sein Gesicht und macht sich dadurch verwundbar. Die
Diskrepanz zwischen dem wahren Innenleben und dem, was man nach aussen
präsentieren muss, führt häufig zu Kurzschlussreaktionen.
So sind kurze, aber folgenschwere Aggressionsausbrüche von labilen
Charakteren an der Tagesordnung und füllen die Kriminalstatistik und
die Mordseiten der Boulevardpresse.
DER THAI UND DAS GELD
Historisches:
Thailand war bis vor der Regierungszeit des Königs Mongkuts (1851
- 1868) isoliert und hatte keine nennenswerte Kontakte zu anderen Ländern.
Dadurch konnte sich die thailändische Kultur weitgehend unbeinflusst
von aussen entwickeln. Jedoch mit dem König Mongkut kam die Wende.
Er entdeckte gewisse Eigenschaften Europas, welche er auch für Thailand
von Vorteil hielt, und so begann er, Thailand nach westlichem Bild umzugestalten.
Bei allen Leistungen, die der König für sein Land vollbrachte,
setzte er eine derart rapide Wandlung aus, deren kulturelle Folgen noch
nicht abzusehen waren. Die Oberschicht des Landes schickte ihre Söhne
nun zum Studium nach Europa und diese wurden zum Ebenbild britischer Gentlemen.
In den Augen des gemeinen Volkes wurde hiermit eine Art Kulturschock ausgelöst.
Die alten Werte wurden innert kürzester Zeit verdrängt und durch
völlig fremde ersetzt. Eine Kultur entsteht aber aus einem langwierigen
Entwicklungsprozess und lässt sich nicht wechseln wie Unterwäsche.
Die Folge war dann eine Art Vakuum innerhalb der Gesellschaft. In die so
entstandene Leere trat die Gier nach Materialien.
Dieser Materialismus wurde noch durch eine weitere Tatsache gefördert:
Die in Europa studierende Elite lernte zwar die moderne Wissenschaft und
Technik kennen, kaum aber die Philosophie, auf denen sie beruhten. Der
Lernprozess beschränkte sich also nun auf das Technische, unter Nichtbeachtlassung
der Moral oder Ethik. Das Ergebnis war somit blanker Materialismus in Reingestalt.
Heute:
Ein heikles Thema ist das liebe Geld. Währenddem viele Europäer
Geld für das Alter oder für spätere persönliche Investitionen
wie ein neues Auto, Ferien, Stereoanlage, etc. sparen, geht der Thai viel
lockerer mit dem Geld um. Verdient er etwas, so gibt er es sofort wieder
aus. Aus diesem Grunde haben in Thailand die Geldverleiher, meist Nachfahren
von chinesischen Einwanderern, welche es in den Städten beinahe an
jeder Strassenecke gibt, alle Hände voll zu tun. Um in der Gesellschaft
die Illusion von sorgenfreiem Wohlstand zu zeigen, leihen sie oft Geld
aus, um Motorräder, Handys, Fernseher, neue Kleidung, Videogeräte,
ja sogar Autos oder Kühlschränke zu kaufen. Besonders zu Beginn
des neuen Schuljahres im Mai/Juni kommt es zu wahren Verpfändungs-Epidemien,
denn es müssen neue Schulbücher und Schuluniformen angeschafft
und die Schulgebühren bezahlt werden. Hochzeiten, Beerdigungen, Krankheiten
und weitere Ereignisse, welche mit hohen Ausgaben verbunden sind, führen
ebenfalls ins Pfandhaus. Dazu kommt noch die Spielleidenschaft der Thais,
die, anstatt der Finanzmisere ein Ende zu bereiten, meist nur noch tiefer
in den Abgrund führt. Notorische Glücksspieler gehören zu
den Stammkunden der Pfandhäuser.
Die Thais zieht es kaum in verantwortungsvolle, gehobene Positionen.
Anderseits lieben sie das gute Leben, das zum grossen Teil käuflich
ist. Dazu braucht man das nötige Kleingeld. So träumen viele
Thais lebenslang vom grossen Lotteriegewinn. Denn dies bietet eine ideale
Kombination, viel Geld zu verdienen, ohne sich dafür abzuplagen.
Doch diese Mentalität des Schuldenmachens rächte sich im
Laufe des Jahres 1997, als Thailand in eine tiefe Rezession fiel. Die Banken
mussten Verluste einfahren, weil sie kein Geld oder Zinsen für viele
faulen Kredite erhielten. Gleichzeitig verlor der Baht an Wert, die Grundnahrungsmittel
wurden teurer und eine hohe Arbeitslosigkeit machte sich bemerkbar. Seither
lernten einige Thais den Umgang mit Geld, doch diese bleiben eine Minderheit.
Im grossen und ganzen leben die Thais nach dem "Hier und Jetzt", und was
morgen geschieht, ist heute nicht interessant.
Selbst Thais, welche im Ausland leben, haben oft Mühe mit dem
Umgang mit dem Geld. Bei vielen reicht das monatliche Einkommen kaum zwei
Wochen und somit muss wiederum Geld ausgeliehen werden. Nun beginnt der
Teufelskreis: Geld aufnehmen, Schulden bezahlen, weiteres Geld aufnehmen,
um den ersten Kredit abzuzahlen, usw. Zudem ist das Vergleichen der Preise
nicht üblich, so geschieht es gelegentlich, dass sie für die
selbe Ware oft einen zu hohen Preis bezahlen.
Geld ist in Thailand sehr häufig das Mass aller Dinge. Nur so ist es zu erklären, dass Eltern ihre jungen Töchter für einige Tausend Baht an ein Bordell in der Stadt verkaufen, um sich davon lange ersehnte Luxusartikel zu kaufen. Studien in Nordost-Thailand haben gezeigt, dass plötzlicher Geldsegen in den unteren Bevölkerungsschichten nicht etwa für die Altersvorsorge, Schulgelder für Kinder, usw. genutzt wird, sondern zum Kauf von Fernseh- und Videogeräten, Kühlschränken oder Motorrädern verwendet wird.
Kleine Bemerkung:
Selbstverständlich gibt es auch Thais, diese sind jedoch eher
eine Minderheit, bei welchen das Geld nicht das Mass aller Dinge ist. Sie
können sehr gut mit dem Geld umgehen, ohne Schulden zu machen oder
den Partner in finanzielle Nöte zu bringen.
Geldangelegenheiten bei der Heirat eines Thaipartners:
Ein wichtiger Aspekt, mit dem sich der Farang abzufinden hat, ist die
Tatsache, dass er nicht bloss eine Thaifrau heiratet, sondern auch deren
Familie, egal, ob sie nun klein oder gross ist. Die thailändische
Lebensgewohnheit will es, dass der Ehemann die Familie seiner Frau, jedoch
hauptsächlich deren Eltern, lebenslang unterstützt. Dabei ist
manches finanzielle Opfer zu erbringen. Die schmerzen besonders, wenn das
hart erarbeitete Geld im Familienkreis für irgendwelche Glücksspiele
sinnlos verprasst wird, wie es so oft der Fall ist. Damit muss der Mann
rechnen, dennoch hat er seine Loyalität zu wahren. Auch die Frau muss
ja, so will es die thailändische Tradition, im Guten wie im Bösen
zu ihren Eltern stehen. Selbst wenn sie genau weiss, dass das Geld, welches
sie schickt, womöglich im Sande versickern wird. Aus diesem Grunde
wird oft Liebe und Gefühl den materiellen Erwägungen geopfert.
Dies ist ein verständliches Verhalten, bedenkt man, dass es sich nicht
selten schlichtweg ums Überleben geht. Eine junge Frau ohne Schulbildung
hat vielmals nur durch Heirat mit einem besser gestellten Mann die Chance,
ein relativ komfortables Leben führen zu können und dabei eine
der Hauptpflichten der guten Tochter zu erfüllen, nämlich die
Unterstützung der Eltern. Das sich so für die Eltern einsetzende
Mädchen wird dafür in ihrem nächsten Leben belohnt.
In Thailand gibt es keine Altersvorsorge, die Altersvorsorge sind dort
die eigenen Kinder.
Aus der Sicht des europäischen Ehepartners ist dies oft kaum verständlich;
denn er selbst wird kaum regelmässig Geld von seinen eigenen Verwandten
in der Höhe von ein oder bis zu zwei Monatssalären erhalten,
ohne dafür arbeiten zu müssen. Auch im reichen Europa liegt das
Geld nicht auf der Strasse, sondern es muss ebenfalls hart verdient werden.
Dieses Thema ist eine der häufigsten Streitpunkte von Mischehen
zwischen europäischen- und Thaipartnern.
Geldfragen:
Grosszügigkeit wird in Thailand sehr gross geschrieben. Bei gemeinsamen
Essen, Kino- oder Discobesuchen wird sich meist ein Teilnehmer bereitfinden,
welcher die gesamte Rechnung übernimmt. Da der Farang automatisch
als reich und damit auch spendierfreudig angesehen wird, wird von ihm häufig
die Begleichung der Rechnung erwartet. Das im Westen übliche, penible
Aufteilen der Rechnung gilt in Thailand als engherzig und geizig.
Die thailändische Gastfreundschaft will es, dass es dem Gast während
seines Aufenthaltes an nichts fehlt. Oft bereitet man ihm ein schmackhaftes
Mahl zu oder man kauft eines von einem Restaurant oder von einer Garküche.
Dies ist nicht ungewöhnlich, denn aufgrund des grossen Angebots an
Nahrungsmitteln und relativ niedrigen Preisen versorgen sich viele Thais
zum Teil aus Essensständen. Der Preis spielt dabei oft keine Rolle.
Sie zögern nicht lange und kaufen das Gewünschte, selbst wenn
dann die Kasse weit vor Monatsende leer ist. Das gehört zur Philosophie
des Sanuk. Wer zuviel über Geld nachdenkt, ist ein Geizkragen. Bei
Gegenbesuchen erwarten die damaligen Gastgeber ein ebenso grosszügiges
Verhalten.
Auch die im Ausland wohnhaften Thais pflegen die grosszügige Gastfreundschaft
untereinander. Man wird nie nur zu Kaffee und Kuchen eingeladen, sondern
der Gast erhält immer ein reichhaltiges, schmackhaftes Mahl.
Gelegentlich wird man von Thais nach seinem Einkommen gefragt. Dies ist nicht etwa indiskret wie im Westen, sondern es ist ein legitimes Mittel, den Status des Gegenüber einzuschätzen und damit sein Verhalten entsprechend anzupassen. Die Thais haben da keine Geheimnisse untereinander. Im Bezug auf einen Ausländer gesellt sich natürlich noch eine Spur Neugier dazu, weil man eine Vorstellung davon haben möchte, wieviel ein Farang so verdient, ja ob er wirklich so reich ist, wie man immer hört.
Es ist üblich, dass bei Heiraten der Bräutigam bei den Brauteltern
um die Hand deren Tochter anhält. Die Brauteltern legen dann eine
Art Auslösesumme fest. Dies gilt als eine Wiedergutmachung für
alle Ausgaben, die bei der Erziehung der Tochter angefallen sind. Ausserdem
bildet diese Summe eine kleine finanzielle Sicherheit für die Tochter,
die leider nicht immer mit der lebenslangen Treue ihres Gatten rechnen
kann.
Dieser Brautpreis variiert, je nach sozialen Stand der Familien, zwischen
wenigen Tausend bis zu einer Million Baht. Er liegt logischerweise höher,
wenn der Ehepartner ein Ausländer ist.
VERHALTENSREGELN
Der Wai:
Der Wai ist der thailändische Gruss. Dieser hat seinen Ursprung
möglicherweise in der indischen Geste des Namaste, zu der die Handflächen
wie im Gebet vor der Brust zusammengelegt werden. Der Wai an sich wirkt
schon weit eleganter als das Händeschütteln des Westlers.
Während es beim indischen Gruss keine klaren Abstufungen gibt,
die auf den Status des Grüssenden schliessen lassen, so ist die Form
des Wai stark reglementiert und ein Ausdruck der Macht- oder Statusverhältnisse.
So entscheidet der Status des zu Grüssenden darüber, wie hoch
der Grüssende die gefalteten Hände beim Wai zu heben hat:
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Gegenüber etwas Niedrigergestellten |
Daumen etwa in Brusthöhe |
|
Gegenüber Gleichgestellten |
Daumen unterhalb des Kinns |
|
Gegenüber Höhergestellten |
Daumen in Höhe der Unterlippe |
|
Gegenüber Mönchen |
Daumen zwischen den Augenbrauen |
Nicht allein die Höhe der Hände zeigt den Respekt, sondern vor
allem die Tiefe der Verneigung des Kopfes.
Man antwortet nicht mit einem Wai auf einen Wai von Kindern, Hausangestellten,
Bedienung, Bettlern, usw. Hier genügt ein kurzes Nicken oder ein Lächeln.
Respekt:
Respekt zu zeigen ist den Thais ein sehr wichtiges Anliegen, aber sonst
sind sie oft weit weniger formell als die Europäer. Begrüssungen
erfolgen eher beiläufig. Einladungen zu Einheimischen bedürfen
keiner besonderen Gelegenheit. Die Häuser der Thais sind nicht nur
architektonisch offen gebaut, sondern die Tür ist immer offen für
Besucher. Man muss bei Besuchen nichts mitbringen, obwohl gegen Obst, Kuchen,
Mahl von Essensständen, und ähnliches nichts einzuwenden ist.
Bei Einladungen zu Parties, Discos, Theaterbesuchen, etc. sollte man
sich bei den Thais erkundigen, die ebenfalls dorthin gehen, welche Kleidung
man tragen soll.
Essen:
Die Thais lieben das Essen über alles. Sie laden dazu oft mehrere
Personen ein, damit es mehr Sanuk ist. Wenn man sich mit jemanden zum Essen
verabredet, ist es möglich, dass dessen/deren Bekannte oder Freunde
ebenfalls dabei sind. Denn die Thais lieben die Geselligkeit und je mehr
Leute anwesend sind, desto mehr Spass macht es. Das Essen wird am Schluss
von der Person, welche zum Essen eingeladen hat, bezahlt. Es gehört
zur Ehre der Ranghöheren, dass sie zum Essen einladen. Gelegentlich
kämpfen sich zwei oder drei Personen darum, das Essen bezahlen zu
dürfen. Das im Westen übliche Aufteilen der Rechnung ist in Thailand
nicht gebräuchlich.
Isst man mit mehreren Personen zusammen in einem Restaurant, so bestellt
jeder mindestens ein Gericht, je nach Hunger noch ein oder zwei dazu. Am
besten ist natürlich eine interessante Mischung aus verschiedenartigen
Fleisch- und Gemüsesorten, damit jeder Teilnehmer von den einzelnen
Gerichten kosten kann.
Die Thais essen mit dem Löffel in der rechten Hand, auf den man
mit der Gabel von der linken Hand das Essen schiebt. Messer werden nie
verwendet, weil das Essen während dem Kochen in mundgerechte Portionen
geschnitten wird. Mit den Stäbchen essen die Thais chinesische Gerichte,
Nudeln und Frühlingsrollen.
Der Kopf als Sitz der Seele:
Deshalb berühren ihn die Thais nicht, ausser Liebespaare im stillen
Kämmerlein oder Grosseltern, die ihre Enkelkinder streicheln. Berührt
man versehentlich beispielsweise im Bus den Kopf eines Mitfahrers, so sollte
man sich bei ihm höflich entschuldigen. Man sollte niemals Kindern
über den Kopf streichen.
Die Füsse als unreinster Körperteil:
In Tempeln oder gegenüber Mönchen müssen die Frauen
ihre Füsse seitlich nach hinten wegstrecken, die Männer müssen
sich auf die Knie mit den Füssen nach hinten setzen. Man darf niemals
mit den Füssen auf jemand zeigen.
Diverse Regeln:
Die Bedienung in Restaurants winkt man mit der Handfläche nach
unten heran. Man sollte nicht auf Leute mit dem Finger zeigen.
Geschenke überreicht man mit der rechten Hand, weil die linke
unreiner ist, wegen deren Gebrauch auf der Toilette, wo man sich an vielen
Orten mit Wasser anstatt mit Papier reinigt.
Frauen und Mönche:
Frauen dürfen keinesfalls Mönche berühren, das schliesst
auch deren Gewand ein. Eine Frau muss den für den Mönch gedachten
Gegenstand entweder erst einem Mann geben, der dann diesen Gegenstand dem
Mönch aushändigt, oder sie stellt ihn auf den Boden und der Mönch
hebt ihn hinterher auf.
Nie in die Augen starren:
Die Thais schauen den Europäern gerne in die Augen, besonders
wenn sie blau sind. Anstarren sollte man die Thais auf keinen Fall, denn
manche Männer auf dem Land könnten dies als einen Akt der Aggression
missverstehen.
Zärtlichkeiten austauschen:
Es ist in Thailand nicht üblich, Zärtlichkeiten zwischen
Angehörigen beider Geschlechter in der Öffentlichkeit auszutauschen,
dies gilt auch für das Küssen und für das Händchenhalten.
Gelegentlich sieht man Männer oder Frauen untereinander Händchen
halten, was aber keineswegs auf Homosexualität zurückzuschliessen
ist.
Kritisieren:
Kritisieren ist unter den Thais nicht üblich. Vom Farang erwünscht
man es sich ebenfalls nicht. Prahlen über das eigene Land sollte man
unterlassen, weil die Thais eine romantische Liebe zu ihrem Land haben.
Dagegen macht man sich mit Komplimenten sehr beliebt.
Hindurchgehen zwischen Personen:
Wenn man vor oder zwischen Leuten hindurchgehen will, so beugt man
den Oberkörper etwas. Auf diese Weise macht man sich ein wenig niedriger.
Das gilt vor allem dann, wenn die anderen sitzen. Über das Essen darf
man niemals hinübersteigen (bei Leuten, welche auf dem Boden essen).
Schuhe ausziehen:
Die Schuhe zieht man vor Betreten von Tempeln und Privathäusern
aus. Niemals sollte man die Türschwelle betreten.
Fotografieren:
Die Thais machen sehr gerne Erinnerungsfotos. Bevor man eine Person
fotografieren möchte, sollte man sie zuerst fragen. Gebäude,
Sehenswürdigkeiten, Tempelanlagen, usw. kann man ohne weiteres ablichten,
hingegen wenn man im Innern eines Tempels oder einer Moschee fotografieren
möchte, muss man sich vorher unbedingt erkundigen, denn das Fotografieren
ist in gewissen Räumlichkeiten nicht gestattet. Ebenfalls sollte man
militärische Einrichtungen nicht verewigen.
Werfen von Gegenständen:
Das Werfen von Gegenständen gilt als unhöflich. Im Falle
von Reis gilt dies sogar als grobe Missachtung der Lebensgrundlage der
Thais. Auch darf man keinesfalls Geld herumwerfen oder sogar mit den Füssen
treten.
KONTAKTAUFNAHME
Weshalb haben viele europäische Männer den Wunsch, eine Thailänderin als Frau zu haben?
Da gibt es sehr viele persönliche Gründe. Ich habe hier eine
"Hitparade" der häufigsten Gründe zusammengestellt. Sie ist jedoch
nicht repräsentativ und erhebt keinen Anspruch auf vollkommene Korrektheit.
Es sind nur so genannte Erfahrungswerte von Leuten, die ich kenne, welche
mit Thaifrauen befreundet oder verheiratet sind.
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1. |
Die Thaifrauen sind viel weniger emanzipiert als die Europäerinnen |
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2. |
Thailänderinnen sind gute Mütter, lieben die Kinder und kochen gerne |
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3. |
Sie sind ruhig, zuverlässig, freundlich, offen, friedfertig und nicht aufdringlich |
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4. |
Meine Ehe mit einer Europäerin scheiterte, deshalb entschied ich mich für eine Thailänderin |
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5. |
Sie nörgeln nicht andauernd herum und sind viel geduldiger als Europäerinnen |
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6. |
Der Mann mag Thailand, deren Kultur und Mentalität |
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7. |
Der Mann verbrachte längere Zeit in Thailand und lernte dort eine Thailänderin kennen |
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8. |
Eine Thailänderin ist treu, sie betrügt niemals ihren Mann |
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9. |
Sie sind hübscher als ihre westlichen Geschlechtsgenossinnen |
Und hier ist eine Auswahl von eher primitiven, niveaulosen Gründen,
welche dennoch sehr oft zu hören sind:
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1. |
Ich mag eine exotische Frau im Bett: sie macht alles, was ich von ihr will |
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2. |
Eine Thailänderin ist dem Mann unterwürfig, sie macht für ihn alles, sie ist ein gutes Hausmädchen |
|
3. |
Weil sie schüchtern ist und kaum unsere Sprache beherrscht, kann ich von ihr sehr vieles verlangen, was ich von einer Europäerin nicht könnte; eine Thaifrau kann sich ja nicht wehren |
|
4. |
Man kann Thailänderinnen ausnützen, ohne dass sie es bemerken |
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5. |
Ich habe ja meine Frau gekauft, also gehört sie mir und sie hat mir zu gehorchen |
Wo kann ich eine Thailänderin kennen lernen?
Es gibt viele Möglichkeiten, sei es in Europa oder Thailand, um eine Thailänderin kennen zu lernen. Die beiden häufigsten sind:
1. Man hat im Freundeskreis im eigenen Land eine oder mehrere Personen, welche mit Thaifrauen verheiratet sind. Manchmal haben diese Besuch von Verwandten aus Thailand. Viele weiblichen unter ihnen, seien es Schwestern, Cousinen, etc., haben ebenfalls den Wunsch, einen Europäer zu heiraten, um unter anderem in der Nähe ihrer in Europa wohnenden Verwandten zu leben.
2. Wenn man überhaupt keine Kontakte zu Thailand hat, kann man die Heiratsanzeigen in diversen Zeitungen studieren. Oft sieht man Inserate im folgenden Stil:
|
Nette Thailänderin, 23 Jahre, Kinder liebend, zur Zeit wohnhaft in Bern, sucht einen netten, seriösen Mann für eine tolle Freundschaft. Bei gegenseitiger Zuneigung Heirat erwünscht. |
Man soll den Mut aufbringen, falls man tatsächlich daran interessiert ist, dieser Annonce eine Antwort zu schreiben. Aber es sollten nur ernst gemeinte Briefe an die Inserentinnen verschickt werden. Oft werden diese Frauen haufenweise mit zwielichtigen, aufreisserischen und erniedrigenden Briefen überschwemmt. Ein nicht unbedeutender Teil unter ihnen möchte eine solche Frau nur für ein nächtliches Abenteuer in Anspruch nehmen.
Man findet in Europa kaum Thaifrauen, welche in Discos verkehren, mit der Hoffnung, dort einen geeigneten Mann kennen zu lernen. Denn die Thais, welche in Europa zu Besuch sind, verbringen den grössten Teil ihrer Zeit zusammen mit ihren eigenen Verwandten und gehen beinahe nie alleine in den Ausgang.
Man reist nach Thailand, auch dort gibt es zwei Möglichkeiten, welche sehr häufig sind:
1. Die weitaus häufigste Methode, in Thailand eine Thaifrau kennen zu lernen, ist der Besuch in einer Bar oder in einem Coffee-Shop. Dies ist vor allem in Bangkoks Vergnügungsviertel Patpong, aber auch in Pattaya und am Patong-Beach auf Phuket der Fall. Jedoch mag man es kaum glauben, dass diese Frauen eigentlich Prostituierte sind und nur des Geldes wegen ihren Beruf ausüben. Mehr zu diesem Thema im Kapitel "Prostitution".
2. Die andere, vielleicht etwas elegantere Möglichkeit, ist, in
einem Restaurant eine Kellnerin, in einem Hotel eine Zimmerfrau oder Receptionistin
oder in einem Geschäft eine nette Verkäuferin kennen zu lernen.
Es gibt sehr viele Orte, wo dies möglich ist. Meist geschieht dies
tagsüber, währenddem die angebeteten Frauen arbeiten. Bei mir
war dies nicht anders, meine Frau lernte ich in einem Coiffeursalon eines
Hotels in Bangkok kennen. Jedoch darf man niemals aufdringlich auf diese
Frauen wirken, ansonsten man seine Chance sehr schnell verspielen kann.
Doch ist Vorsicht geboten: Man darf auf keinen Fall nur mit der Absicht
nach Thailand gehen, um dort so rasch wie möglich eine Frau aufzugabeln.
Dies geht oft schief wenn man sich dabei überstürzt, ja man lernt
dann mit grösster Wahrscheinlichkeit gar keine Frau kennen. Denn während
den wenigen Wochen, wo man in Thailand in den Ferien ist, ist die Zeit
zu knapp, um die Traumfrau zu finden.
In der Regel sind eigentlich nur die Prostituierten, die so genannten Bardamen, sehr kontaktfreudig gegenüber den männlichen Farangs. Die nicht käuflichen, die "normalen" Frauen, sollen eher wenig Interesse an Freundschaften oder Ehen mit westlichen Ausländern haben. Doch seit den letzten Jahren beobachtet man, dass Europäer vermehrt nicht käufliche Frauen heiraten, weil die Aussichten für eine glückliche und erfolgreiche Ehe deutlich besser sind. Ausserdem kann man bei einer Beziehung mit einer Bardame riskieren, mit dem HIV-Virus oder mit anderen Krankheiten angesteckt zu werden.
|
Wenn man seinerseits mit jemandem verbalen Kontakt aufnehmen möchte,
sollte man dabei unbedingt die thailändische Etikette beachten. Das
Ansprechen hat leise, ruhig und höflich zu erfolgen. Dazu gehört
ein freundliches Lächeln, um dem Angesprochenen das Gefühl der
Gefahrlosigkeit der Situation zu vermitteln. Was man dann immer sagt, sollte
mit einem "Excuse me" beginnen.
|
Eine weitere Möglichkeit, eine Thaifrau kennen zu lernen, ist via Internet oder Partnerschaftsvermittlung. Doch die Aussichten sind dort nicht immer sehr rosig.
|
Bevor man den Gedanken hat, sich mit einer Thailänderin
zu befreunden oder gar eine solche Frau zu heiraten, sollte man sich zuerst
unbedingt über Thailand, deren Leute und Mentalität, sowie über
den Buddhismus informieren. Dies geschieht beispielsweise durch das Lesen
entsprechender Literatur, durch Ratschläge und Tips von Freunden oder
durch das Studieren dieser Web-Site. Letzteres hat das Ziel, dass man sich
vorher intensiv mit diesem Thema beschäftigt, damit es nicht, wie
es leider allzu oft der Fall ist, zu andauernden Spannungen und Problemen
in den Mischehen kommt. Zu viele Mischehen scheitern nämlich, teils
schon nach wenigen Monaten.
|
Freundschaften zwischen Thaimann und Farang-Frau:
Für Europäerinnen, welche die Absicht haben, einen Thaimann
kennen zu lernen, ist es noch viel schwieriger. Dazu sollte man am besten
nach Thailand reisen und mit viel Glück lernt man dort irgendwo einen
geeigneten Mann kennen.
Im eigenen Land besteht noch die Möglichkeit, bei den verschiedenen
Thaiveranstaltungen einen Thaimann zu treffen.
Hingegen in europäischen Heiratsanzeigen sind diese kaum zu finden.
Eine weitere Gelegenheit, um einen Thaimann kennen zu lernen,
ist via Internet, wobei die Erfolgsaussichten ebenfalls eher gering sind.
PROSTITUTION
Historisches:
Offiziellen Schätzungen zufolge arbeiten heute in Thailand einige
Hundertausend Frauen oder Jugendliche als Prostituierte.
Dieses Gunstgewerbe hat in Thailand eine lange Tradition, welche bis
ins 17. Jahrhundert zurückreicht.
Bangkok erlebte Mitte des 19. Jahrhunderts einen regelrechten Bordell-Boom,
als sich Tausende von chinesischen Einwanderern in der thailändischen
Hauptstadt, vor allem im Gebiet des heutigen Chinatown, niederliessen.
Diese Chinesen lebten fernab von Frau und Familie, die sie grösstenteils
in der Heimat zurückliessen. So entstand eine Marktlücke der
Lust, in welche junge chinesische Frauen traten. Auf diese Weise entstanden
schon bald die ersten Bordelle.
Während des Vietnam-Krieges in den sechziger Jahres des 20. Jahrhunderts
kamen viele amerikanische Soldaten ins Land. Sie fanden ein weit verbreitetes
Bordellwesen vor, und abseits des Krieges genossen sie die Gesellschaft
der käuflichen Damen, welche den Soldaten das harte, eintönige
Leben auf sehr angenehme Weise versüssten. So gaben diese amerikanischen
Soldaten jährlich rund 400 Millionen Baht aus. Das entsprach etwa
soviel, wie 250'000 Thais in jenen Tagen verdienten.
Diese Ausgabefreudigkeit der Soldaten sprach sich schnell herum, und
zahlreiche Bargirls zogen in das Umfeld der amerikanischen Stützpunkte
und in die Nähe von Amerikanern bewohnten Hotels. Ohne sie hätten
die Mädchen das Geld womöglich bei ihren eigenen Landsleuten
verdient. Verglichen mit diesen waren die Fremden ungleich attraktiver.
Schliesslich konnte man bei den Fremden deutlich mehr verdienen und zudem
war die Hoffnung verbreitet, von einem Soldaten geheiratet und in sein
Land mitgenommen zu werden. Leider erfüllte sich diese Hoffnung nur
selten, eher blieb ein Mädchen, sehr oft mit einem Mischlingskind,
in Thailand sitzen. Dauerhafte Ehen gingen nämlich aus den Fronturlaubs-Liebeleien
kaum hervor.
Als der Vietnam-Krieg zu Ende war, und die Soldaten zu ihren Familien
zurückekhrten, entstand eine gewaltige Lücke. Viele Prostituierte
verdienten nach dem Vietnam-Krieg kaum noch etwas. Diese Lücke sollte
jedoch in den frühen 70er-Jahren durch den ständig wachsenden
Tourismus gestopft werden. Die Sextouristen der ersten Stunde fanden eine
gut eingespielte Prostitutions-Infrastruktur vor, die zu Hause in Europa
schon bald zur Legende wurde. Der Name Thailand wurde gleichbedeutend mit
Sex. Und diesen Ruf kann man, trotz allen Bemühungen, kaum mehr aus
der Welt schaffen.
Gegenwart:
In den letzten Jahren bemüht sich das Tourismus-Ministerium immens,
diesen zweifelhaften Ruf loszuwerden und macht Werbung für Familien-
und Kulturferien in Thailand. Doch leider gibt es auch heute immer noch
eine Menge männlicher Touristen, welche nur des Sexes wegen nach Thailand
reisen. In einigen Fällen werden sogar Kinder missbraucht und nicht
selten kann man in den Medien erfahren, dass dort wieder ein Fremder verhaftet
wird, welcher Sex mit Minderjährigen hatte.
Viele ausländische, männliche Sextouristen sind der Meinung,
dass sie in Thailand unerkannt bleiben und deshalb dort vor nichts zurückschrecken.
Primitivere Gestalten unter ihnen, es können sich dabei durchaus um
Geschäftsleute, um Hochschulabsolventen oder um Manager handeln, drehen
unter anderem mit thailändischen Kindern Pornofilme oder speisen entsprechende
Bilder ins Internet. Wenigstens werden diese dunklen, sadistischen Gestalten
nach deren Auffinden hart bestraft.
Eine besondere Tatsache ist, dass die Prostitution in Thailand eigentlich
verboten ist. Alle mit Prostituierten verbundenen Unternehmen können
nur durch monatliche Zahlungen an das örtliche Polizeirevier weiterbestehen.
Eine Einstellung der Zahlungen hätte eine sofortige Razzia zur Folge.
Jedermann in Thailand weiss, dass trotz allen Bemühungen die Prostitution
fortbestehen wird, und gelegentlich werden Rufe nach deren Legalisierung
laut. Aber einer Legalisierung stehen die Lehren des Buddhismus im Wege,
der diese verbietet. So wird die thailändische Gesellschaft auch in
Zukunft mit Doppelmoral leben müssen.
Weshalb wird man Prostituierte?:
Geldnot, Armut oder zu erfüllende Konsumwünsche sind die
Hauptursachen, um Prostituierte zu werden. Demzufolge stellen die ärmeren
Gegenden Thailands, wie beispielsweise der Nordosten, die höchsten
Kontigente an käuflichen Frauen. Ferner ist es die Pflicht der Thais,
ihre Eltern finanziell zu unterstützen. Nur durch Prostitution können
viele Mädchen ihrer Pflicht überhaupt nachkommen.
Nicht selten schicken mittellose Eltern ihre Töchter, oft sind
diese nur zwischen 13-15 Jahre alt, in die Bordelle. Ein Teil des dadurch
verdienten Geldes schicken diese Mädchen ihren Eltern, mit der Hoffnung,
diese Mittel für die Schulausbildung der jüngeren Geschwister
zu investieren, die es einmal besser haben sollen. Leider wird aber vielmals
dieses hart erarbeitete Geld leichtsinnig ausgegeben, um dann damit unter
anderem den Heisshunger nach Luxusartikeln stillen zu können oder
es wird für Glücksspiele verwendet.
Auch werden Werber von Bordellbesitzern in den Norden und Nordosten
geschickt, welche den teilweise ahnungslosen Eltern ihre Töchter abzukaufen
trachten. Unter Versprechungen, dass diese in fernen Städten sehr
viel Geld verdienen können, überlassen dann vielmals die Eltern
den Werbern ihre Töchter für Summen ab 10'000 Baht. In nicht
wenigen Fällen sind die Werber Frauen, was bei den Mädchen eher
dazu führt, eine Art Vetrauensverhältnis entstehen zu lassen.
Diese Mädchen sind schüchtern und haben kaum etwas von der Welt
oder von Männern gesehen. Wenn das Mädchen verkauft ist, wird
es in einer Stadt, jedoch meist in Bangkok, in ein Bordell gebracht.
Daneben gibt es Werber, die unter falschen Versprechungen, wie beispielsweise
ein Stellenangebot als Kellnerin oder Verkäuferin, ein Mädchen
ins Bordell locken. Den Versprechungen von einem festen, gutbezahlten Job
in der Stadt lässt sich nur schwer widerstehen. Allzuoft mass das
Mädchen am Ende erfahren, dass es nun hilflos in den Klauen von gemeinen
Verbrecherbanden zappelt, aus denen es kaum ein Entrinnen mehr gibt. Diese
jungen Frauen werden teilweise von ihren Zuhältern schikaniert, verprügelt
oder sogar vergewaltigt. Jeder Versuch des Mädchens, das Bordell zu
verlassen, wird von den Zuhältern mit teils drakonischen Strafen gebüsst.
Gelegenetlich werden sie sogar wie Gefangene gehalten und zum Schlaf mit
Eisenketten an ihre Betten gefesselt.
In den Bars kommen keine sexuellen Kontakte zustande, sondern der Mann
kann nach Bezahlung der Auslösesumme an der Bar ein Mädchen zu
sich ins Hotel nehmen. Man kann auf diese Weise eine solche Frau für
ein, zwei oder mehrere Tage "kaufen". Deshalb gelten die Bars lediglich
als Anlaufstelle für eine verdeckte Prostitution und viele westliche
Männer sind der Meinung, dass ein solches Bar-Girl ja gar keine richtige
Prostituierte ist, sondern eine normale Frau, die man zufälligerweise
dort kennen gelernt hat.
Moral:
In den Augen der "normalen" Thais sind Prostituierte sozial indiskutabel,
sie stehen auf den untersten Stufen der Hierarchie. Kaum ein Thaimann möchte
eine solche Frau heiraten. Meist nur fernab ihres Arbeitsplatzes, den sie
schliesslich irgendwann aus Altersgründen aufgeben müssen, haben
diese Mädchen die Chance zu heiraten; meistens ist dies irgendwo in
ihrer Heimat, wo niemand von ihrer Vergangenheit weiss.
Viele Prostituierte versuchen, nicht als solche erkannt zu werden.
Jedoch gelingt das ihnen aber nur selten. Die Thais haben nämlich,
im Gegensatz zu den Touristen, ein instinktives Gespür, sie zu identifizieren.
Man erkennt sie an der Kleidung, an der Ausdrucksweise, am Verhalten und
am Habitus.
Die Prostituierte sind zwar ein willkommenes Ventil für sexuellen
Überdruck; aber sozialen Dank ernten sie, wie überall auf der
Welt, dafür nicht. Falls sie doch zu relativ grossem Reichtum kommen,
was zwar eher selten der Fall ist, haben sie dennoch die Möglichkeit,
von der Gesellschaft einigermassen gut akzeptiert zu werden. Diese Frauen
verlieren zwar durch ihr Gewerbe ihr Gesicht, aber dieses lässt sich
durch den erarbeiteten Reichtum zum Teil wieder wettmachen.
Ein grosser Teil des sauer verdienten Geldes wird in teure Kleidung
oder auffälligen Goldschmuck investiert, um wenigstens nach aussen
den Anschein von Reichtum zu erwecken, und ein nicht unwesentlicher Teil
davon wird oft in endlosen Spielrunden verzockt.
Ausserdem gibt es Prostituierte, die rauchen oder des öfteren
Alkohol trinken.
Die Kontaktaufnahme zwische Farang-Mann und Bar-Girl:
Es ist nicht zu leugnen, dass heute viele männliche Westler nach
Thailand reisen, mit dem Gedanken, eine nette Thailänderin kennen
zu lernen. Die zahlreichen Bars und Coffee-Shops in den grösseren
Städten bieten die Gelegenheit, auf einfacher Weise eine Thaifrau
zu finden. Allerdings sind diese Thai-Farang-Liaisonen sehr oft nur von
kurzer Dauer. Nichtsdestotrotz gibt es Fälle, in denen sich mehr daraus
entwickelt. Es wird meistens kaum berücksichtigt, dass diese Frauen
eigentlich Prostituierte sind. Der einzige Grund, der sie in ihren Beruf
gebracht hat, ist das Geld. Und nichts anderes. Mittels Prostitution kommen
diese Frauen einigermassen über die Runden. Der Beginn einer Bar-Bekanntschaft
beruht also auf dem Wunsch, Geld zu verdienen. Bei den so anschmiegsamen,
freundlichen Wesen fällt auch dem Farang das Zahlen nicht schwer,
der daheim seinen Freunden oder Verwandten nur ungern etwas spendiert.
Die Regeln von Zuhause lösen sich dank der unwiderstehlichen, charmanten
Thaifrauen im Nichts auf.
Mancher Barbesucher, der sich ein Mädchen ins Hotel genommen hat,
ist von deren frischer und offener Art begeistert und er wird dabei nicht
selten zum Wiederholungstäter. Möglicherweise holt er dasselbe
Mädchen am nächsten Abend wieder aus der Bar. Anfangs finden
sich beide gegenseitig sympathisch, später verliebt sich sogar der
Mann in diese nette thailändische Frau; sie mag ihn eigentlich auch
ganz gern. Sie ist der Meinung, dass er einer der netteren Kunden, der
nicht so sehr betrunken und aggressiv, ist. Er verspricht ihr nun finanzielle
Unterstützung, damit sie nicht mehr in der Bar arbeiten muss. Ein
verlockender Gedanke für das Mädchen, weil die wenigsten von
ihnen ewig in der Bar arbeiten wollen oder können. Natürlich
denkt sich diese Frau, dass jener Mann viel Geld zu haben scheint. Sie
einigen sich zuerst auf einen gemeinsamen Urlaub in Pattaya, Phuket oder
Chiang Mai. Kurz vor der Abreise des Mannes entschliesst er sich, dass
diese Frau unbedingt mit in seine Heimat kommen muss. Nach den üblichen
Visumsproblemen ist es dann soweit. Der Mann und seine thailändische
Flamme fliegen gemeinsam in seine Heimat. Er zahlt den Eltern der Zukünftigen
einen ordentlichen Brautpreis, wie sich das so gehört. Natürlich
sind diese zweihunderttausend Baht viel Geld, aber was tut man nicht alles
für eine solche nette Frau.
Der weitere Verlauf siehe im Kapitel "Kulturschock
Mischehe".
Viele Beziehungen laufen nach dem oben beschriebenen Schema ab. Selbstverständlich gibt es auch andere Variationen.
Nicht nur in Thailand entstehen solche Beziehungen zwischen westlichen Touristen und Bar-Girls. Ebenso bekannt dafür sind die Philippinen, vor allem der Stadtteil Mabini in Manila, und die Länder Kenia, Dominikanische Republik, Brasilien und in geringerem Masse Mauritius, Jamaika und Kamerun.
Gathoeys, die sexuellen Grenzgänger:
Nicht alles ist in Thailand so, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Diese Erkenntnis gilt auch für manche schöne Frau, nach der sich
die Männer auf der Strasse die Köpfe verdrehen. Denn Thailand
ist die Heimat einer ungewöhnlich hohen Zahl von Gathoeys, den Transsexuellen
oder Transvestiten. Viele Thais behaupten, dass diese oft schöner
sind als die echten Frauen.
Jährlich lassen sich einige Hunderte von jungen Männern operativ
zu Frauen machen. Thailändische Geschlechtsumwandlungs- und Schönheitschirurgen
gehören zur Weltspitze und leisten eine solche perfekte Arbeit, dass
es oft auch bei genauer Inspektion nicht auffällt, dass die Dame vor
kurzem noch ein Herr war. Einzig die tiefe Stimme verrät die Vergangenheit.
Bei den Operationen werden aus den männlichen Geschlechtsteilen
die weiblichen geformt. Der Adamsapfel wird entfernt und mit Hormonen und
Kunststoffen werden Brüste gebildet. Ausser der Schönheit ist
häufig mit dieser neuen Identität nicht viel gewonnen. Zahlreiche
Gathoeys arbeiten als Prostituierte, weil sie keinen anderen Job finden
können. Meistens kann der männliche Tourist den Gathoey nicht
als solchen erkennen, aber die Thais können das jedoch sehr wohl.
Kein seriöser Arbeitgeber würde eine solche Person einstellen.
Wer Glück und Talent hat, erhält möglicherweise in einem
der zahlreichen Transvestiten-Kabaretts von Bangkok oder Pattaya eine Chance,
dort aufzutreten. Nicht wenige Gathoeys, die sich prostituieren, gleiten
in die Kriminalität ab. Diebstähle und Raub sind somit keine
Seltenheit.
Doch in der thailändischen Gesellschaft werden die Gathoeys deutlich
toleranter behandelt als beispielsweise Transsexuelle im Westen. Die Toleranz
hat jedoch ihren Grund, denn die auf allgegenwärtige Schönheit
begierigen Thais sehen die Gathoeys als das, was sie an der Oberfläche
sind, nämlich als hübsche, graziöse Wesen, die den Vergleich
mit ihren Schwestern nicht zu scheuen brauchen. Mit anderen Worten: Alles
ist akzeptabel, nur schön muss es sein.
Zum Schluss noch ein Spruch, der manchmal doch ein Körnchen
Wahrheit in sich trägt:
Man kann eine Frau aus der Bar holen, aber nicht die Bar aus
der Frau!
EINLADUNG VON THAIS IN DIE SCHWEIZ
Einladung von Thaigästen in die Schweiz:
Untenstehende Angaben stammen vom Bundesamt für Ausländerfragen BFA (Stand 1999)
Einreisevoraussetzungen:
Zur Einreise in die Schweiz benötigen thaiändische Staatsangehörige
ein gültiges und von der Schweiz anerkanntes Reisepapier. In bestimmten
Fällen ist zudem ein Visum erforderlich. Schliesslich müssen
genügend Mittel vorhanden sein oder auf legale Weise beschafft werden
können, um den Lebensunterhalt während der Durchreise oder des
Aufenthaltes in der Schweiz bestreiten zu können. Das Bundesamt für
Ausländerfragen BFA, die schweizerischen Auslandvertretungen und die
kantonalen Fremdenpolizeibehörden geben gerne Auskunft über die
allgemeinen Einreisevoraussetzungen.
Zweck und Dauer des Aufenthaltes:
Rechtsmässig eingereiste thailändische Besucherinnen und
Besucher, welche keine Erwerbstätigkeit ausüben, benötigen
für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten keine Aufenthaltsbewilligung.
Nach drei Monaten muss der Aufenthalt in der Schweiz für mindestens
einen Monat unterbrochen werden. Insgesamt darf der Aufenthalt höchstens
sechs Monate innerhalb von zwölf Monaten betragen. Visumpflichtige
Personen haben die im Visum eingetragene Aufenthaltsdauer zu beachten.
Thais, die in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachgehen wollen,
haben unabhängig von der Visumspflicht vor der Einreise persönlich
oder durch Vermittlung des Arbeitgebers eine Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung
zu beantragen. Im Fall der Visumspflicht wird die Zusicherung mit dem Visum
erteilt.
Anmelde- und Meldevorschriften:
Die Gastgeber sind verpflichtet, ihre thailändischen Gäste
nach einer Anwesenheit von einem Monat bei der zuständigen Behörde
zu melden. Strengere kantonale Meldevorschriften bleiben vorbehalten. Die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne entsprechende Bewilligung ist
untersagt. Der thailändische Gast muss sich unverzüglich bei
der zuständigen kantonalen oder kommunalen Behörde anmelden,
wenn eine fristgerechte Ausreise nicht möglich ist.
Garantierklärung:
Die schweizerischen Auslandvertretungen können die Erteilung eines
Visums von der Vorlage einer Garantieerklärung abhängig machen,
wenn die antragstellende Person nicht über genügende finanzielle
Mittel verfügt oder darüber Zweifel bestehen. Damit verpflichtet
sich die Garantin oder der Garant, die ungedeckten Kosten (einschliesslich
Unfall, Krankheit, Rückreise), die dem Gemeinwesen durch den Aufenthalt
der thailändischen Person entstehen könnten, bis zu einem Betrag
von Fr. 20'000 zu übernehmen. Wenn eine Garantierklärung nötig
ist, stellt die zuständige schweizerische Auslandvertretung der thailändischen
Besucherin oder dem thailändischen Besucher ein entsprechendes Formular
mit den nötigen Instruktionen zur Verfügung. Die Vorlage einer
genehmigten Garantieerklärung gibt keinen Anspruch auf eine Visumerteilung.
Gebühren:
Die Bearbeitung des Garantieformulars durch die kantonalen Behörden
ist gebührenpflichtig. Die Bearbeitungsgebühr ist normalerweise
im voraus mit einem speziellen Einzahlungsschein einzuzahlen.
Reiseversicherung:
Um das Haftungsrisiko als Garantin oder Garant zu reduzieren, empfiehlt
es sich, eine private Reiseversicherung gegen die Folge von Krankheit und
Unfall abzuschliessen.
Verfahren (Wenn die einreisende Person durch eine in der Schweiz
wohnhafte Person eingeladen wird):
Der Besucher muss in der Schweizer Botschaft in Bangkok ein Touristenvisum
beantragen. Benötigt wird:
ein Reisepass, mindestens 6 Monate über das Ausreisedatum hinaus gültig
ein neues Passfoto
ein vollständig ausgefülltes, datiertes und unterschriebenes Visumantragsformular (wird durch die Botschaft abgegeben)
Angabe von Familienname, Vorname und Wohnadresse des Gastgebers
Falls vorhanden, Originalarbeitsbestätigung des Besuchers
Falls vorhanden, Originalnachweis über das Vermögen des Besuchers
Nach Überprüfung der eingereichten Unterlagen erhält der Besucher das Formular "'Garantieerklärung"', welches er dem Gastgeber in der Schweiz schicken muss. Das weitere Vorgehen ist auf der Rückseite des Formulars beschrieben.
Der Gastgeber geht mit dem Formular dann auf die Gemeinde / Fremdenpolizei, damit diese das Einladungsschreiben bestätigt.
Sobald das Formular bestätigt ist, sendet es die Gemeinde durch die kantonale Fremdenpolizei nach Bern. Dort wird der Besuch registriert und das Formular dann nach Bangkok zurückgeschickt. Rechnen Sie hierfür etwa 3 Wochen ein.
Wenn die Botschaft in Bangkok nun das bestätigte Einladungsschreiben erhält, kann der Gast das Visum innerhalb eines Arbeitstages erhalten. Er muss hierfür folgende Dokumente vorlegen:
Seinen Pass und eine Photokopie davon
Das Original-Flugticket (Return-Ticket) und eine Photokopie davon.
Visumsgebühr von CHF 40.--, zahlbar in THB.
Bitte beachten Sie, dass Visumsausstellungen nicht auf dem Korrespondenzwege erfolgen können. Für allfällige weitere Auskünfte wollen Sie sich bitte telefonisch an die Botschaft in Bangkok wenden.
Die Schweizerischen Behörden behalten sich ausdrücklich das Recht vor, zusätzliche Dokumente und/oder Informationen zu verlangen, wenn dies als
notwendig erachtet wird.
Tipp:
Sie bekommen nur ein Touristenvisum, wenn die Botschaft sicher ist,
dass der Gast auch nach Thailand zurückkehrt. Der Gast muss eine Erklärung
unterschreiben, dass er kein Gesuch auf Visumsverlängerung stellt
und dass er auch nicht zum Zwecke der Heirat in die Schweiz reist.
Daher darf die eingeladene Person niemals sagen, dass Sie ihren Verlobten,
zukünftigen Ehemann, etc. besucht. Die Botschaft darf unter keinen
Umständen das Gefühl bekommen, dass die eingeladene Personen
vielleicht nicht nach Thailand zurückkommen könnte. Verdächtige
Personen werden sofort registriert und können kein Touristenvisum
mehr bekommen.
Adresse der Schweizerischen Botschaft:
Schweizerische Botschaft, 35 North Wireless Road, T-10330 Bangkok,
Thailand
Telefon: +66-2-253 01 56 ext. 131 / Fax: +66-2-255 44 81
Weitere Unterlagen (von den zuständigen Behörden entsprechend
zu präzisieren):
Für die Kontrolle der Garantieerklärung sind auf Verlangen
folgende Belege vorzulegen bzw. einzureichen:
Identitätspapiere (Pass, Identitätskarte, Ausländerausweis)
Nachweis der Solvenz (Bankkontoauszüge, Lohnabrechnungen, Steuereinschätzung oder Auszug aus dem Betreibungsregister)
Postquittung für im voraus bezahlte Bearbeitungsgebühren
Rechtsschutz:
Im Falle einer Visumsverweigerung teilt die Auslandvertretung der Antragstellerin
oder dem Antragsteller ihren Entscheid formlos mit (Art. 14 Verordnung
über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern,
VEA). Dagegen kann beim Bundesamt für Ausländerfragen, CH-3003
Bern-Wabern, eine beschwerdefähige kostenpflichtige Verfügung
verlangt werden (Art. 27 VEA). Gegen eine negative Stellungsnahme der kantonalen
oder kommunalen Behörde besteht kein selbständiges Beschwerderecht
Wo ist die Garantieerklärung einzureichen (Nordwestschweiz):
Ist die Garantin oder der Garant in den Kantonen AARGAU, BASEL-LAND
oder BERN wohnhaft, dann reicht sie/er bei der zuständigen Gemeindebehörde
(Einwohneramt, Gemeindekanzlei, usw.) ein.
Die Garantin oder Garant reicht die Garantieerklärung bei der zuständigen
kantonalen Fremdenpolizeibehörde ein, wenn sie/er in einem der folgenden
Kantone wohnt:
- BS: Einwohnerdienste des Kantons Baselstadt, Abteilung Internationale
Kundschaft, Spiegelgasse 6, 4001 Basel
- JU: Service de l'état civil et des habitants, Police des étrangers,
1 Rue du 24 Septembre, 2800 Delémont
- SO: Amt für öffentliche Sicherheit, Abteilung Ausländerfragen,
Ambassadorenhof, 4509 Solothurn
Weitere Auskünfte:
Bundesamt für Ausländerfragen, CH-3003 Bern-Wabern
Noch ein persönlicher Tip von mir:
Um möglichen Ärger zu ersparen, ist es sinnvoll, von jedem
Dokument eine Fotokopie zu erstellen und diese bei sich zu Hause an einem
sicheren Ort aufzubewahren.
Neue Visumsregelung per 1. August 2000:
Per 1. August 2000 ist eine neue Visumsregelung in Kraft getreten:
Die Regelung betrifft nur in der EU ausgestellte Visen, und Ausstellerländer,
die dem Schengenabkommen beigetreten sind. Es bedeutet somit, dass Bürger
aus den USA, Kanada, den arabischen Staaten und aus Thailand, welche ein
Einreisevisum für einen EU-Staat erhalten, kein zusätzliches
Visum für eine Einreise in die Schweiz benötigen. Die Schweiz
akzeptiert das Schengenvisum.
Umgekehrt funktiniert es leider nicht. Schweizer Visa sind nur in der
Schweiz gültig. Die am 1. August 2000 in Kraft getretenen Einreiseerleichterungen
sind von der Schweiz einseitig beschlossen worden. Es handelt sich nicht
um eine zwischenstaatliche Vereinbarung. Die Schweiz ist nicht Mitglied
der EU und der Schengener-Gruppe. Es gibt keine Verbindung zum Personenfreizügigkeitsabkommen
Schweiz-EU.
Bemerkung vom 22. Februar 2002:
Heute ist es leider so, dass die Schengen-Staaten oftmals nicht mehr
das SCHENGEN-VISUM ausstellen, sondern nur noch ein Visum zum Besuch des
jeweiligen Landes (z.B Visum für Deutschland). Dies kommt daher, dass
die Schengen-Staaten sich bis heute auf kein gemeinsames Vorgehen beim
Ausstellen des Visums geeinigt haben. Somit ist es für die Schengen-Staaten
einnfacher, nur ein Visum für den Besuch ihres Landes auszustellen,
z.B. ein Visum für den Besuch von Deutschland. DIES IST ABER DANN
KEIN SCHENGENVISUM.
Es wird heute oft der Nachweis verlangt, dass der Tourist mehr als
einen Schengen-Staat besuchen will, damit er das Schengen-Visum bekommt.
Somit muss der Text 'ein Einreisevisum für einen EU-Staat' durch
'ein Schengenvisum' ersetzt werden.
Die Regelung betrifft nur in der EU ausgestellte Visen, und Ausstellerländer,
die dem Schengenabkommen beigetreten sind. Es bedeutet somit, dass Bürger
aus den USA, Kanada, den arabischen Staaten und aus Thailand, welche ein
Einreisevisum für einen EU-Staat erhalten, kein zusätzliches
Visum für eine Einreise in die Schweiz benötigen. Die Schweiz
akzeptiert das Schengenvisum.
DIE MISCHEHE
Kulturschock Mischehe:
In den letzten Jahren wurde es in der Schweiz und in anderen europäischen
Ländern regelrecht Mode, eine Thailänderin zu heiraten. Doch
so unproblematisch sind diese Mischehen nun auch wieder nicht. Viele Ehen
scheitern nämlich schon innerhalb des ersten Jahres.
Wenn beide verliebt sind, hat man bekanntlich Schmetterlinge im Bauch
und man sieht das Leben durch eine rosarote Brille. Alles scheint in völliger
Harmonie zu sein. Man toleriert gewisse unangenehme oder für einen
Europäer unübliche Eigenschaften der thailändischen Partnerin,
doch man zeigt viel Geduld ihr gegenüber, ja man ist viel toleranter
zu ihr als zu einer Europäerin. Schliesslich ist die Thaifrau eine
fremde Person in unserer Gesellschaft und man benötigt nun mal eine
gewisse Zeit, um sie zu integrieren.
Doch die Integration in unsere Gesellschaft erweist sich manchmal als
sehr schwierig, weil eine Thaifrau aus einer völlig anderen Kultur
kommt. Sie spricht eine andere Sprache, sie hat eine andere Mentalität
und Denkweise, sie ist Buddhistin, sie isst ausschliesslich nur Thaikost
und viele unter ihnen haben nur eine ungenügende Schulbildung.
Der Ehemann braucht viel Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen,
damit seine Thaifrau sich einigermassen in unsere Gesellschaft eingliedern
kann. Für eine Europäerin ist es selbstverständlich, dass
sie mit Waschmaschine, Bügeleisen und weiteren Haushaltgeräten
umgehen kann, nicht so bei Thaifrauen. Man muss sie dauernd ausbilden und
unsere Denkweise erklären. Doch dies ist nicht immer einfach, da die
wenigsten Thailänderinnen eine andere Sprache ausser Thai sprechen
und verstehen. Nur ein geringer Prozentsatz von ihnen kann mit der englischen
Sprache umgehen. So hat der Mann noch die Aufgabe, seiner Frau die deutsche
Sprache, so gut wie es geht, beizubringen.
Wenn eine Thaifrau nach Europa kommt, ist es sehr wichtig, dass es ihr
nicht langweilig wird, ansonsten sie unter Umständen ins Zockermilieu
abrutschen kann. Deshalb sollte sie baldmöglichst Kontakte zu anderen
Leuten, seien dies Thaifrauen oder Europäer, pflegen. Der Mann muss
jedoch genau beobachten, mit welchen Thaifrauen sie verkehrt, sonst kann
es für ihn sehr unliebsame Überraschungen geben. Leider haben
es diese Frauen nicht leicht, in unserer Gesellschaft eine Arbeit zu finden,
weil sie oft keine gute Ausbildung haben und unsere Sprache nicht beherrschen.
Zudem haben sie in Zeiten von hoher Arbeitslosigkeiten noch viel weniger
Chance, eine Stelle zu bekommen. Aus diesem Grunde haben die meisten Thaifrauen
sehr rasch Kinder. Dadurch haben sie dennoch eine sinnvolle Beschäftigung
zu Hause.
Der Mann muss unbedingt seine Frau fördern, sie darf unter keinen
Umständen dauerhaft auf ihn abhängig sein. Sie muss lernen, selbständig
zu werden. Denn es gibt Fälle, bei denen die Männer mit ihren
Frauen nur in thailändischer oder englischer Sprache sprechen. Selbst
nach fünf Jahren verstehen diese kaum ein Wort deutsch und sind somit
völlig auf ihre Ehemänner angewiesen. Diese Frauen können
beispielsweise weder alleine zum Arzt oder Einkaufen gehen, noch können
sie irgendwo eine vernünftige Arbeit finden. Spätestens wenn
deren Männer für längere Zeit abwesend sind, zum Beispiel
den Militärdienst absolvieren oder geschäftlich unterwegs sind,
wird es sich zeigen, wie stark diese Abhängigkeit tatsächlich
ist.
Der Ehemann hat in den ersten beiden Jahren nach der Hochzeit noch
die Funktion, ähnlich einem Lehrmeister, seine Frau zu fördern
und in unsere Gesellschaft zu integrieren:
|
1. |
Das Lehren der deutschen Sprache |
|
2. |
Das Vermitteln unserer Kultur, Mentalität und das Denken |
|
3. |
Den sinnvollen Umgang mit dem Geld (Preisvergleich, das Verhindern des Abrutschen ins Zockermilieu) |
|
4. |
Erörtern der Konsequenzen wie beispielsweise bei Zockerei, Beitritt in eine Sekte oder Unehrlichkeit |
|
5. |
Das Fördern der Selbständigkeit |
|
6. |
Das Suchen nach einer sinnvollen Besschäftigung, ansonsten wird sich die Frau langweilen |
|
7. |
Gelegentlich mit der Frau Sehenswürdigkeiten der eigenen Region oder des eigenen Landes besuchen |
|
Es ist zwar traurig, dass ich dies erwähnen muss, aber leider kommt dies häufiger vor als es einem lieb ist: Völlig falsch ist es, seine Thaifrau schamlos auszunützen und nur als Dienstmädchen und für nächtliche Bettabenteuer zu gebrauchen. |
Selbstverständlich muss man die Kultur der thailändischen Ehefrau
akzeptieren. Ein gelegentlicher Tempelbesuch oder die Anwesenheit eines
kulturellen Anlasses ist ebenso notwendig. Man erwartet ja sicherlich auch,
dass die Ehefrau mit den eigenen Eltern, Verwandten oder Freunden zusammen
Weihnachten feiert.
Weil diese Menschen vom Buddhismus stark geprägt sind, darf man
sie niemals dazu zwingen, ihren Glauben zu wechseln. Erst wenn man sich
intensiv mit dem Buddhismus beschäftigt, wird man feststellen, dass
diese Religion einen sehr guten Einfluss auf die Gläubigen hat. Weil
er tolerant gegenüber anderen Religionen ist, gibt es kaum Konflikte
untereinander.
Damit das harmonische Zusammenleben mit einer Thailänderin überhaupt
möglich ist, ist es unerlässlich, sich über ihr Heimatland,
ihre Religion, ihre Sitten und Bräuche und ihre Kultur auseinanderzusetzen.
Wenn man aber dazu nicht bereit ist, darf man niemals die Absicht haben,
eine solche Frau zu heiraten.
|
Auch Ausländerinnen sind Menschen, egal ob sie aus Thailand, Afrika, Brasilien, Philippinen oder sonst aus einem anderen Land dieser Welt stammen, die das Recht auf ein zufriedenes, erfülltes, menschenwürdiges und harmonisches Leben haben. |
Oft scheitert aber eine Beziehung, weil beide Partner sie aus unterschiedlichen
Gründen eingehen:
Die Frau aus der sogenannten dritten Welt, jedoch vorwiegend solche,
die sich prostituieren, wünscht sich ein Leben in Wohlstand und Luxus,
damit sie unter anderem ihren Eltern regelmässig grosse Geldbeträge
schicken kann. Hingegen der Mann will beispielsweise eine anschmiegsame
siamesische Katze, die unterwürfiger ist als ihre westlichen Geschlechtsgenossinnen.
Beide bekommen zwar für eine kurze Zeit das, was sie wollen, auf lange
Sicht hat diese Beziehung aber keine Basis. Sie wird mit allergrösster
Wahrscheinlichkeit in Brüche gehen.
Vielmals kommen thailändische Frauen mit falschen Hoffnungen nach
Europa. Sie denken, dass dort das Geld überall auf der Strasse liegt
und man alles kaufen kann, was man möchte. Dass dies jedoch meistens
nicht der Wahrheit entspricht, wissen nur die wenigsten. Für die Thais
sind nun mal die Farangs reiche Personen.
Dieses Klischee von angeblichem Luxus in Europa ist teilweise auch
durch europäische Thailandbesucher zu verdanken, welche sich dort
mit Geld herumwerfen, um die dortigen Frauen zu beeindrucken.
Ich habe schon von einigen Thaifrauen, welche in der Schweiz wohnen,
erfahren, dass es Ihnen wahrscheinlich in Thailand besser gehen würde.
Geld alleine reicht eben nicht für ein glückliches, zufriedenes
Leben.
Häufig kann man beobachten, dass die europäischen Ehepartner zwanzig, ja sogar dreisssig Jahre oder noch älter sind als deren Thaifrauen. Dieses Phänomen ist in Ehen gleicher Nationalität eher unbekannt, jedoch gibt es natürlich auch dort Ausnahmen.
|
Bei einer Heirat mit einer Thaifrau muss man unbedingt berücksichtigen, dass sie ziemlich kurzentschlossen in ein für sie völlig fremdes Land geht. Sie war weder früher schon einmal dort noch las sie entsprechende Literatur darüber. Hingegen ein Europäer wandert niemals von einer Minute auf die andere in ein für ihn fremdes Land aus, ohne vorher einmal dort gewesen zu sein und sich gründlich darüber informiert zu haben. |
Schwierig kann es werden, wenn der Mann eine Frau aus dem Bar-Milieu heiratet.
Es kann einige Wochen gut gehen, aber dann kommt die Zeit der Krisen.
Seine ehemals so sanftmütige, anhängliche Thai-Frau ist frustriert.
Sie hat keine Freunde, kann die Sprache nicht, ja sie langweilt sich zu
Tode. Gleichzeitig leidet sie an der klimatischen Kälte ihrer neuen
Heimat. Ihre depressive Phase überbrückt sie möglicherweise
mit ausgiebiegen Einkäufen, welche die Ersparnisse ihres Mannes wegzuschmelzen
drohen. Mittlerweile kann sich der Mann aber diese finanziellen Eskapaden
seiner Frau nicht mehr leisten, sie wiederum kritisiert andauernd, dass
er knauserig sei. Eine unaufhörliche Nörgelei seitens der Frau
lässt das Herz des Mannes sehr rasch erkalten. Und die damals so gute
Laune und das sonnige Gemüt seiner Gattin ist der europäischen,
kalten Mentalität gänzlich zum Opfer gefallen. Irgendwann zerbricht
nun die Ehe, dies kann schon nach wenigen Monaten der Fall sein. In den
allermeisten Fällen wird die Frau nach dem Scheitern der Ehe wieder
in ihr altes Milieu zurückkehren, um wieder in der Bar zu arbeiten,
mit der Hoffnung, dass es beim Nächsten besser klappt.
Spätestens hier zeigt es sich, dass wohl kaum Liebe im Spiel war
als materielle Erwartungen seitens der Frau, beziehungsweise die Lust auf
Exotik seitens des Mannes.
Selbstverständlich muss eine Beziehung nicht immer auf eine solche
Art enden. Es gibt zweifellos viele Ehen zwischen Farang-Männern und
Bar-Girls, die glücklich ein Leben lang halten. Man darf aber auf
keinen Fall das Vorurteil haben, dass diese Bardamen generell schlechtere
Frauen sind als die nicht käuflichen. Es gibt unter ihnen bestimmt
auch welche mit aufrichtigem Charakter, bei denen die Liebe wirklich im
Vordergrund steht.
Auch kann es vorkommen, dass die Thaifrau ihrem Mann einiges verschweigt,
beispielsweise dass sie zu Hause in Thailand eigene Kinder hat, welche
sie finanziell unterstützen muss.
Folgende Punkte können zu Problemen oder Streitigkeiten innerhalb der Mischehe führen:
1. Seitens des Mannes:
|
Meine Thaifrau schickt dauernd grössere Geldsummen nach Thailand, um ihre Familie finanziell zu unterstützen. Wir erhalten ja auch von niemandem Geld und das Leben in Europa ist teuer genug. Gleichzeitig kritisiert sie mich, dass ich geizig bin. |
|
Meine Frau möchte am liebsten wieder nach Thailand zurück. Doch ich kann nicht einfach meine Stelle kündigen, um die Schweiz zu verlassen. Zudem habe ich nicht genügend Geld auf der Seite für ein solches Abenteuer. |
|
Meine Frau hat nur thailändische Freundinnen. Sie pflegt, ausser meiner eigenen Familie, beinahe keinen Kontakt zu Europäerinnen. |
|
Meine Frau spielt gelegentlich um Geld. Möglicherweise spielt sie regelmässig, währenddem ich bei der Arbeit bin. |
|
Meine Frau dürfte in schlechte Gesellschaft abgerutscht sein, denn sie begann zu rauchen und viel Alkohol zu trinken, was sie vorher niemals tat. Gelegentlich passiert es, dass sie betrunken nach Hause kommt. |
|
Meine Frau denkt dauernd nur an die Religion. Sie liest stundenlang irgendwelche Bücher darüber oder schaut sich entsprechende Videos an. Sie hat kaum andere Interessen. |
|
Meine Frau sitzt von morgen bis abends vor dem Fernseher. Sie hat keine Hobbies, sogar der Haushalt wird vernachlässigt. |
|
Meine Frau kann oder will sich nicht in unsere Gesellschaft integrieren. Sie hat kein Interesse, Neues zu lernen. |
|
Meine Frau liebt es überhaupt nicht, wenn es draussen kalt ist. Sie hasst den Winter wie der Teufel das Weihwasser. Während dieser Zeit ist sie sehr ungeduldig, manchmal etwas depressiv und launisch. |
|
Meine Frau gibt das Geld zu leichtsinnig aus. Sie kauft dauernd teure Markenartikel, und bereits Mitte Monat haben wir dann kaum Geld zur Verfügung, um Lebensmittel zu kaufen. Sie hat keinen Bezug zu den europäischen Preisen. Zudem vergleicht sie die Preise nie, sie hat schon oft zu viel bezahlt. |
|
Meine Frau ist schon seit acht Jahren in der Schweiz und sie spricht kaum deutsch. Ihr fehlt das Interesse, die deutsche Sprache zu erlernen. Sie verkehrt praktisch nur in thailändischen Kreisen. |
Ich habe hier die sieben verschiedenen Arten von thailändischen
Frauen aufgeführt:
(The Kingdom Of The Yellow Robe, Ernest Young, 1898)
1. Ehefrauen, die sich ihrem Mann verpflichtet fühlen, als wären
sie ihm eine jüngere Schwester, und die ihm ergeben dienen.
2. Solche, die sich als ältere Schwester fühlen und ihrem
Mann mit führender und wohlwollender Hand zur Seite stehen.
3. Frauen, die sich dem Manne gegenüber wie eine fürsorgliche
Mutter gebärden, und die in dieser Fürsorge erblühen.
4. Solche, die sich ihm wie einem Freund gleichgestellt fühlen,
die Gleiches mit Gleichem heimzahlen.
5. Frauen, die ihre Männer zu dominieren suchen und sie versklaven.
Ihre Männer werden, so Young, zu einem Häufchen Elend.
6. Frauen, die sich nur bereichern wollen und sich nicht darum kümmern,
wie der Mann das Geld aufbringen soll, das sie so nutzlos vergeuden.
7. "Mörderische" Ehefrauen, die unter Furcht erregenden Temperamentsausbrüchen
leiden und alles daran setzen, die Harmonie des Hauses und den Frieden
ihres Ehemannes zu untergraben.
2. Seitens der Frau:
|
Mein europäischer Mann ist mit mir nicht sehr geduldig. Er regt sich bei den kleinsten Fehlern auf und schimpft sehr oft mit mir. Als wir uns damals kennen lernten war er so geduldig, freundlich und nett zu mir. |
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Mein Mann betrachtet mich als Dienstmädchen. Ich habe ihm ohne Widerrede zu gehorchen. Ausserdem wird er sehr eifersüchtig, wenn ich mit einem anderen Mann spreche. |
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Mein Mann lässt mich nicht weiterbilden. Ich würde doch so gerne mehr über das Land meines Mannes erfahren und möchte gerne eine Berufsausbildung machen. Er sagt immer, dass ich zu Hause auf die Kinder aufpassen und den Haushalt gewissenhaft führen soll. |
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Mein Mann trinkt sehr viel Alkohol. Wenn er betrunken ist, wird er sehr wütend und er hat mich schon einige Male geschlagen. |
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Mein Mann hat nicht das geringste Interesse, meine Verwandten in Thailand zu besuchen. Auch hält er nichts vom Thai-Essen und den Sitten meines Heimatlandes. Er will, dass ich endlich lerne, europäisches Mahl für ihn zu kochen. |
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Mein Mann geht sehr oft abends alleine aus. Vielleicht hat er ja eine europäische Liebhaberin. Irgendwie scheint unsere Liebe zueinander erloschen zu sein. |
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Als mein Mann erfuhr, dass ich in Thailand meine beiden Söhne finanziell unterstütze, wollte er mich sofort verlassen. Seither leben wir in Disharmonie miteinander. |
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Er hat nie Zeit für mich. Er sitzt ständig vor dem Fernseher oder er ist mit seinen Vereinskollegen unterwegs. |
Dies ist nur eine kleine Auswahl. Weitere Probleme zwischen den Mischehen
sind ebenfalls möglich.
Mischehe Thaimann-Westfrau:
Dies ist zwar ein weitaus kürzeres Kapitel, da diese Art von Mischehen
eher selten vorkommt. Doch auch diese können sehr problembeladen sein.
Eine Eigenschaft der Thaimänner ist, dass sie zwar sehr höflich,
umgänglich und fast feminin weich sind, aber darunter sich ein Höchstmass
an Machotum versteckt. Die Rechte, die er für sich in Anspruch nimmt,
gesteht er in den meisten Fällen seiner Frau nicht zu. Zudem sind
die Thaimänner nicht gerade für ihre eheliche Treue berühmt,
währenddem ihre Frauen treu und ergeben zu sein haben. Glücklicherweise
gibt es darunter auch Ausnahmen.
Der Thaimann ist es nicht gewohnt, dass seine Frau emanzipiert und
selbständig ist. In Thailand gehorcht die Frau ihrem Mann, aber dass
dies in Europa oft nicht der Fall ist, können sie nur sehr schwer
nachvollziehen. Dazu kommt, dass der Thaimann, welcher im Ausland lebt,
wie die Thaifrau, ausschliesslich nur Thaiküche isst und praktisch
nur Kontakt zu Landsleuten pflegt.
Folgende Punkte können zu Problemen oder Streitereien führen
(aus der Sicht der Europäerin):
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Mein Thaimann ist mir gegenüber oft ungeduldig, ich muss ihm ständig aufs Wort gehorchen. |
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Mein Mann hilft mir weder im Haushalt noch im Garten; wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, sitzt er nur noch vor dem Fernseher und möchte sich von mir verwöhnen lassen. |
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Mein Mann hat nur Freunde aus seinem Heimatland, ich kenne sie jedoch kaum. Ich weiss es nicht, ob seine Kollegen überhaupt gute Menschen sind. |
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Mein Mann gibt viel Geld sinnlos aus. Er trinkt allzuoft viel Alkohol. |
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Mein Mann möchte, dass ich mit ihm zusammen sämtliche religiöse und kulturellen Anläss besuche, obwohl ich dazu nicht immer Zeit oder Lust habe. Denn er hält auch nicht viel von Ostern, Weihnachten und weiteren Festen. |
ERLEICHTERTE EINBÜRGERUNG
Erleichterte Einbürgerung für ausländische Ehepartner (Stand 1998):
Die folgende Schilderung bezieht sich auf den Kanton Basel-Stadt in der Schweiz und kann in den übrigen Kantonen etwas variieren.
Seit dem 1. Januar 1992 erhält der ausländische Ehepartner
nicht mehr automatisch das Schweizer Bürgerrecht bei der Heirat eines
Schweizers. Der Partner erhält die Aufgenthaltsbewilligung B, welche
jährlich erneuert werden muss; nach fünf Jahren erhält er
dann den C-Ausweis. Jedoch kann sich der ausländische Ehepartner nach
5 Jahren einbürgern lassen.
Da meine Thai-Frau vor kurzem eingebürgert wurde, möchte
ich gerne den (komplizierten) Weg erklären, wie man das Schweizer
Bürgerrecht erhält:
1. Bei der Heimatgemeinde des Schweizer Ehepartners das Antragsformular
"Gesuch um erleichterte Einbürgerung" schriftlich verlangen. Beilagen:
Kopie des Ehescheins, Kopie der aktuellen Aufenthaltsbewilligung, sowie
eine Kopie vom Pass des schweizerischen Ehepartners. Diese Beilagen sind
zwar nicht zwingend notwendig, können aber den Ablauf vereinfachen.
Die erleichterte Einbürgerung ist möglich für den ausländischen
Ehepartner eines Schweizer Bürgers, der insgesamt fünf Jahre
in der Schweiz gewohnt hat, seit einem Jahr in dieser Gemeinde wohnt und
seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger
lebt. Meine Frau hatte nach knapp viereinhalb Jahren Ehe / vierdreiviertel
Jahren Wohnsitz in der Schweiz den Antrag gestellt. Wird der Antrag zu
früh gestellt, kann es durchaus möglich sein, dass man eine Absage
erhält.
2. Das Formular vom ausländischen Ehepartner ausfüllen lassen und es beim Bundesamt für Polizeiwesen, 3003 Bern, einreichen. Dem Gesuch sind ein Familienschein, welches beim Zivilstandsamt der Heimatgemeinde des schweizerischen Ehepartners erhältlich ist, sowie Wohnsitzzeugnisse des ausländischen Ehepartners für mindestens fünf Jahre, welche bei der Einwohnerkontrolle der Wohngemeinde erhältlich ist, beizulegen. Eine Wohnsitzbescheinigung kostet in Basel Fr. 20.-
3. Das Verfahren dauert zwischen ein und zwei Jahre. Bei meiner Frau dauerte es etwa 14 Monate. Möglicherweise erhält man einen Brief vom Bundesamt für Polizeiwesen, der mitteilt, dass man nicht die Behörden über den Stand des Verfahrens nachfragen sollte.
4. Per eingeschriebener Brief erhielt dann meine Frau eine schriftliche
Bestätigung, dass sie erleichtert eingebürgert wurde. Die Gebühr
beträgt Fr. 330.-.
Folgende Stellen erhalten eine Bestätigung:
- Antragssteller
- Heimatkanton
- Heimatgemeinde
- Wohnsitzkanton
- Bundesamt für Ausländerfragen, Bern
- Bundesamt für Polizeiwesen, Bern
5. Bei der Heimatgemeinde einen Heimatschein verlangen, welcher nach einigen Tagen per Post zugestellt wird. Der Heimatschein kostet Fr. 30.-
6. Mit der schriftlichen Bestätigung der erleichterten Einbürgerung,
sowie mit der aktuellen Aufenthaltsbewilligung und dem Heimatschein bei
der Einwohnerkontrolle der Wohngemeinde einen Niederlassungsausweis beantragen.
Dies ist ein in weissem Karton eingefasster Papierbogen.
Dieser Ausweis wird sofort ausgestellt und kostet Fr. 15.-. Die Aufenthaltsbewilligung
wird eingezogen.
Um den roten Schweizerpass und eine Identitätskarte zu erhalten, sind folgende Schritte erforderlich:
1. Mittels diesem Niederlassungsausweis bei der Einwohnerkontrolle der
Wohngemeinde eine Identitätskarte (Kreditkartenformat) beantragen.
Dazu ist ein Passfoto notwendig, sowie Angaben über Körpergrösse,
Haar- und Augenfarbe. Die Gebühr beträgt Fr. 35.-
Nach wenigen Tagen wird die Identitätskarte mit eingeschriebener
Post zugestellt.
2. Ebenfalls bei der Einwohnerkontrolle, in Basel ist es beim Passbüro,
Petersgasse, Hintereingang des Spiegelhofs, den Pass beantragen. Dazu benötigt
man wiederum den Niederlassungsausweis, den Heimatschein, sowie zwei Passfotos.
Die Gebühr beträgt Fr. 70.- und die Quittung muss aufbewahrt
werden. Nach etwa drei Arbeitstagen kann man den Pass beim Passbüro
gegen diese Quittung abholen.
Noch ein persönlicher Tipp von mir:
Um möglichen Ärger zu ersparen, ist es sinnvoll, von jedem Dokument eine Fotokopie zu erstellen und diese bei sich zu Hause an einem sicheren Ort aufzubewahren.
SCHEIDUNG
Die Scheidung (aus dem neuen Schweizer Eherecht, gültig ab 1. Januar 2000):
Verlangen die Ehegatten gemeinsam die Scheidung und reichen sie eine vollständige Vereinbarung über die Scheidungsfolgen mit den nötigen Belegen und mit gemeinsamen Anträgen hinsichtlich der Kinder ein, so hört das Gericht sie getrennt und zusammen an; es überzeugt sich davon, dass das Scheidungsbegehren und die Vereinbarung auf freiem Willen und reiflicher Überlegung beruhen und die Vereinbarung voraussichtlich genehmigt werden kann.
Bestätigen beide Ehegatten nach einer zweimonatigen Bedenkzeit seit der Anhörung schriftlich ihren Scheidungswillen und ihre Vereinbarung, so spricht das Gericht die Scheidung aus und genehmigt die Vereinbarung.
Das Gericht kann eine zweite Anhörung anordnen.
Die Ehegatten können gemeinsam die Scheidung verlangen und erklären,
dass das Gericht die Scheidungsfolgen beurteilen
soll, über die sie sich nicht einig sind.
Das Gericht hört sie wie bei der umfassenden Einigung zum Scheidungsbegehren,
zu den Scheidungsfolgen, über die sie
sich geeinigt haben, sowie zur Erklärung, dass die übrigen
Folgen gerichtlich zu beurteilen sind, an.
Zu den Scheidungsfolgen, über die sie sich nicht einig sind, stellt
jeder Ehegatte Anträge, über welche das Gericht im
Scheidungsurteil entscheidet.
Gelangt das Gericht zum Entscheid, dass die Voraussetzungen für eine Scheidung auf gemeinsames Begehren nicht erfüllt sind, so setzt es jedem Ehegatten eine Frist, um das Scheidungsbegehren durch eine Klage zu ersetzen.
Ein Ehegatte kann die Scheidung verlangen, wenn die Ehegatten bei Eintritt
der Rechtshängigkeit der Klage oder bei Wechsel zur Scheidung auf
Klage mindestens zwei Jahre getrennt gelebt haben.
Vor Ablauf der zweijährigen Frist kann ein Ehegatte die Scheidung
verlangen, wenn ihm die Fortsetzung der Ehe aus
schwerwiegenden Gründen, die ihm nicht zuzurechnen sind, nicht
zugemutet werden kann.
Verlangt ein Ehegatte die Scheidung nach Getrenntleben oder wegen Unzumutbarkeit
und stimmt der andere Ehegatte ausdrücklich zu oder erhebt er Widerklage,
so sind die Bestimmungen über die Scheidung auf gemeinsames Begehren
sinngemäss anwendbar.
Der Ehegatte, der seinen Namen geändert hat, behält den bei
der Heirat erworbenen Familiennamen, sofern er nicht binnen
einem Jahr, nachdem das Urteil rechtskräftig geworden ist, gegenüber
der Zivilstandsbeamtin oder dem Zivilstandsbeamten
erklärt, dass er den angestammten Namen oder den Namen, den er
vor der Heirat trug, wieder führen will.
Das Kantons- und Gemeindebürgerrecht wird von der Scheidung nicht berührt.
Für die güterrechtliche Auseinandersetzung gelten die Bestimmungen
über das Güterrecht.
Geschiedene Ehegatten haben zueinander kein gesetzliches Erbrecht und
können aus Verfügungen von Todes wegen, die
sie vor der Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens errichtet
haben, keine Ansprüche erheben.
GLOSSAR
Baat
Traditionelles Bettelgefäss der Mönche, mit welchem sie täglich
am Morgen durch die Strassen ziehen, damit gläubige Buddhisten darin
Nahrung spenden können.
Baht
Die thailändische Währung. 1 Baht ist in 100 Satang unterteilt.
Buddha
Der Titel, wörtlich "der Erleuchtete", welcher Gautama Siddharta
nach Erlangung der Befreiung aus dem Kreis der Wiedergeburten verliehen
wurde. Er wurde im Jahr 543 v. Chr. in Lumbini im heutigen Nepal als Sohn
eines Fürsten geboren.
Changwat
Provinz, Thailand besteht zur Zeit aus 77 Changwats (Provinzen).
Chao Phraya
Der volle Name lautet: Mae Naam Chao Phraya, welcher durch Bangkok
fliesst und weiter südlich in den Golf von Thailand mündet.
Das Gesicht verlieren
(Sein Ansehen verlieren)
Die gesamte thailändische Gesellschaft ist, wie welche in anderen
ostasiatischen Ländern auch, darauf ausgerichtet, sein Gesicht nicht
zu verlieren. Der Verlust des Gesichts ist eine der schlimmsten persönlichen
Katastrophen im Leben eines Thais. Die Blossstellung seiner Persönlichkeit,
mit all ihren Schattenseiten, kommt einem persönlichen Zusammenbruch
gleich.
Doi Inthanon
Der südwestlich von Chiang Mai gelegene höchste Berg Thailands
(2565 Meter über Meer).
Don Muang
Der internationale Flughafen von Bangkok, er liegt im Norden der Stadt.
Farang
Die thailändische Bezeichnung für den weissen Ausländer,
den sogenannten Langnasen.
Gathoey
Thailand ist die Heimat einer ungewöhnlich hohen Zahl von Gathoeys,
den Transsexuellen oder Transvestiten. Viele Thais behaupten, dass diese
oft schöner sind als die echten Frauen. Jährlich lassen sich
einige Hunderte von jungen Männern operativ zu Frauen machen. Thailändische
Geschlechtsumwandlungs- und Schönheitschirurgen gehören zur Weltspitze
und leisten eine solche perfekte Arbeit, dass es oft auch bei genauer Inspektion
nicht auffällt, dass die Dame vor kurzem noch ein Herr war.
Isaan
Die thailändische Bezeichnung für den Nordosten des Landes,
oft auch als das Armenhaus der Nation bezeichnet.
Karma
Die Philosophie, welche besagt, dass gute Taten durch ein gutes Schicksal
und schlechte Taten durch ein schlechtes Schicksal vergolten werden.
Khaao
"Reis" in thailändischer Sprache.
Khrüang Raang
Amulett mit einer angeblich übernatürlichen Kraft. Solche
Amulette sollen Thais angeblich reich, glücklich, unverwundbar und
unwiderstehlich für das andere Geschlecht machen.
Khun
Höfliche Anrede, ähnlich mit unserem "Sie". Auch kann man
mit "khun" jemanden rufen.
Man kann "khun" auch einem Namen voranstellen, wie beispielsweise "khun
Daao", was somit "Frau Daao" bezeichnet.
Klong
Künstliche Wasserstrasse, bekannt sind vor allem jene in Bangkok
(Stadtteil Thonburi).
Viele Klongs sind allerdings im Laufe des 20. Jahrhunderts zugeschüttet
worden, um an ihrer Stelle breite Strassen für den enorm wachsenden
Verkehr zu bauen.
Krung Thep
Die Thais nennen ihre Hauptstadt "Krung Thep", welche die ersten drei
Worte des traditionellen Namens bildet. Er besteht je nach Schreibweise
aus bis zu 178 Buchstaben: Krungthep Manahakhon Bovorn Ratanakosin Mahintharayutthaya
Mahadilikpop Noparatratchathani Burirom Udomratchanivetmahasathon Amornpiman
Avatarnsathit Sakkathattiyavisnukarmprasit.
Mekong
Grenzfluss zwischen Thailand und Laos. Der 4500 km lange Fluss entspringt
in China und mündet südlich von Ho-Chi-Minh-Ville (Saigon) ins
Südchinesische Meer.
Mekong-Whisky
Ist eigentlich kein Whisky, sondern eher ein Rum mit 35 Volumenprozenten
Alkohol. Mekong-Whisky kann bei Magenverstimmungen gute Dienste leisten.
Nirwana
Ist Sanskrit und bedeutet "Erlöschen, Verwehen". Nirwana ist das
Endziel des Buddhismus; das Auslöschen aller Begierden, welches in
einem körperlosen, übermenschlichen Zustand mündet und das
Ende der Wiedergeburten bedeutet.
Pali
Ist die heilige Sprache der Buddhisten, und ist wie das Latein eine
tote Sprache. Pali stammt vom Sanskrit ab und gehört der indo-germanischen
Sprachfamilie an, zu der auch die deutsche Sprache gehört.
Pattaya
Bekannter Urlaubsort am Golf von Thailand. Das Zentrum Pattayas ist
unter anderem bekannt für seine Bars, Nachtclubs und Transvestitenshows,
welche viele männliche West-Touristen anzieht.
Patpong
Rotlicht- und Vergnügungsviertel in Bangkok.
Phra
Bedeutet "Mönch", und wird auch als eine Art Ehrentitel den Namen
der Mönche vorangestellt.
Phra Bhodhirak (Phra Bodhirak, Phra Bodhiraksa)
Phra Bhodhirak wurde 1934 als Magkul Rakpong in der Provinz Sisaket
geboren. Er ist ein reformistischer buddhistischer Aktivist, der im Konflikt
mit Thailands offizieller Sanghahirarchie steht. Ihm wird vorgeworfen,
dass er sich ausserhalb den staatsrechtlich sanktionierten Buddhismus stellt,
weil er nicht als Mönch registriert ist, dass er die geistliche Hierarchie
kritisiert und dass er unter den Thais Verwirrung stiftet bezüglich
der Frage, wem sie in der Religion vertrauen sollten.
Phra Bhodhirak hat als Anhänger etwa 1000 Mönche und ehemalige
Mönche, sowie viele Tausend Mitglieder der Santi Asoke Zentren in
Bangkok, Nakhon Pathom, Korat, Nakhon Sawan und Roi Et. Seine Anhänger
glauben, dass Phra Bhodhirak der asketischste und reinste buddhistische
Lehrer Thailands ist.
Rai
Thailändisches Flächenmass; 1 Rai = 1600 Quadratmeter
Sangha
Ist die religiöse Gemeinschaft, eine Art konfessioneller Aufsichtsrat,
welcher für die schriftengerechte Ausübung des Buddhismus zu
sorgen hat.
Sanskrit
Ebefalls eine tote Sprache, die ihre Blütezeit um 400 v. Chr.
hatte. Bis heute ist Sanskrit die heilige Sprache der Hindus, in welcher
alle religiösen Schriften Indiens verfasst sind. Sanskrit ist die
Grundlage einiger asiatischer Sprachen wie Hindi, Marathi, Nepali etc,
wie auch vieler europäischer Sprachen, ausser Baskisch, Finnisch,
Ungarisch, Estnisch und Türkisch.
Sowohl die thailändische als auch die laotische und khmerische
Schrift stammen von der Sanskrit-Schrift! In Thailand wurde sie vor etwa
700 Jahren von König Ramkhamhaeng adaptiert und auf die Tonsprache
umgemünzt.
Viele Fremdwörter im Thai (alle die 'langen' Wörter wie Familiennamen,
Ministerien-Bezeichnungen und wissenschaftliche Begriffe) stammen aus dem
Sanskrit. So kommt beispielsweise das Wort König - Kasàt -
von Kschatriya (Krieger).
Santi Asoke
Ist eine 1975 gegründete buddhistische Sekte, deren Mitglieder
sich streng vegetarisch ernähren, enthaltsam leben und keine Buddhastatuen
verehren.
Sanuk
Sanuk bedeutet etwa "den Plausch haben" oder auch "Spass".
Satang
Währungseinheit; 100 Satang ergeben 1 Baht. Wird umgangssprachlich
auch als "Geld" bezeichnet.
Sawaddii khaa
Grussformel, welche von der Frau ausgesprochen wird und bedeutet etwa
"Guten Morgen", "Guten Tag", "Guten Abend", aber auch "Auf Wiedersehen".
Sawaddii khap
Grussformel, welche vom Mann ausgesprochen wird und bedeutet etwa "Guten
Morgen", "Guten Tag", "Guten Abend", aber auch "Auf Wiedersehen".
Siam
Der alte Name von Thailand, der 1939 abgelöst wurde. "Siam" stammt
vom Sanskrit-Wort "shyama", was "dunkel" oder "schwarz" bedeutet. So waren
nämlich die Thais von ihren Nachbarn genannt worden.
Thai
Wörtlich "frei". Die Nationalsprache von Thailand ist eine sino-tibetanische
Sprache, welche aber einen hohen Anteil an Sanskrit- resp. Pali-Wörtern
verfügt. Thai besteht grösstenteils aus einsilbigen Vokabeln,
welche aber fünf verschiedene Töne haben. Die Ausnahmen bilden
die langen Pali- resp. Sanskrit-Begriffe. Ebenso die Vor- und Familiennamen,
nicht aber die Spitznamen, sind Pali- oder Sanskritbegriffe.
Tham Buun
Weil der buddhistische Thai an seine Wiedergeburt glaubt, deren Umstände
von seinen vorangegangenen Handlungen abhängt, versucht er, sich durch
gute Taten, auf Thai übersetzt Tham Buun, für ein möglichst
günstiges Schicksal zu qualifizieren. Diese Philosophie des Tham Buun
beruht also unmittelbar auf der Theorie des Karma; das heisst, gute Taten
in diesem Leben werden durch ein glückliches nächsten Leben belohnt,
schlechte durch ein entsprechend leidvolles.
Thanon
"Strasse" in thailändischer Sprache.
Wat
Buddhistische Tempelanlage
QUELLENNACHWEIS
Der grösste Teil des Inhaltes meiner Web-Site stammt von mir aus eigenen und von Erfahrungen anderer Personen. Einige wenige Passagen wurden stellenweise vom Büchlein "Thai für Globetrotter" von M. Lutterjohann und vom Traveller-Buch "Kulturschock Thailand" von Rainer Krack übernommen. Beide Bücher kann ich wärmstens empfehlen. Die geografischen Angaben zu Thailand entnahm ich von diversen Lexika sowie von den Angaben des thailändischen Tourismus-Ministeriums.
Allgemeine Angaben , Geschichte und Politik:
Thailändisches Tourismus Ministerium, Lexirom,
Schweizer Taschen-Atlas, Kalaya Meyer
Feiertage und Feste, Buddhismus:
Kalaya Meyer, HB-Bildatlas Special, Reto Meyer, Einführung
in den Theravadabuddhismus (Beispiel eines Disziplinarfalles), Internet
Santi Asoke:
Reto Meyer, Bangkok Post, Porn Poompanna, Sunai Setboonsarng,
Siripen Vongsnara, Phra Bhodhirak
Aberglaube:
Kalaya Meyer, Traveller-Buch "Kulturschock Thailand"
von Rainer Krack
Sehenswürdigkeiten, Reisen in Thailand, die Stadt
Bangkok, Kulinarisches, Öffnungszeiten, Shopping, Gesundheit:
Kalaya Meyer, Reto Meyer, HB-Bildatlas Special, World-Stadtplan
vom RV-Verlag
Gesundheit, Diverses/Nützliches:
Reto Meyer, HB-Bildatlas Special, Kalaya Meyer
Das allgegenwärtige Lächeln:
Traveller-Buch "Kulturschock Thailand" von Rainer
Krack, Reto Meyer
Kriminalität:
Reto Meyer, Traveller-Buch "Kulturschock Thailand"
von Rainer Krack
Mentalität und Lebensweise, Der Thai und das Geld,
wichtige Verhaltensregeln:
Reto Meyer, Kalaya Meyer, Traveller-Buch "Kulturschock
Thailand" von Rainer Krack; "Thai für Globetrotter" von M. Lutterjohann
Die Kontaktaufnahme:
Reto Meyer
Prostitution:
Reto Meyer, Traveller-Buch "Kulturschock Thailand"
von Rainer Krack, Noi Gander
Kulturschock Mischehe:
Reto Meyer, Kalaya Meyer, Traveller-Buch "Kulturschock
Thailand" von Rainer Krack, Ernest Young "The Kingdom Of The Yellow Robe"
Einladung und Einbürgerung der Thais:
Bundesamt für Ausländerfragen, Kantonale
Fremdenpolizei Basel-Stadt, Reto Meyer
Scheidung:
ZGB der Schweiz
Bücher über Thailand:
Reto Meyer
Thai (Sprache und Schrift):
Kalaya Meyer, Reto Meyer, "Thai für Globetrotter"
von M. Lutterjohann
Thaifonts:
Reto Meyer
Heitere Anekdoten:
Reto Meyer
Bilder von Thailand:
Reto Meyer, diverse Postkarten, K. Jamgraing
Der Autor, Das Forum, Internetlinks, Quellennachweis,
Glossar:
Reto Meyer
Idee, Konzept und Gestaltung dieser Website:
Reto Meyer
Ich verbiete es grundsätzlich nicht, Passagen und Animationen aus meiner Homepage zu kopieren und in andere Websites einzufügen, aber ich fände es toll, wenn man mich vorher anfragen würde.